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Alesi: "Ich fühle mich nicht sicher"

Jean Alesi sieht in seinem langsamen Fan-Force-Lotus ein Sicherheitsthema, auch Simona de Silvestro ist nicht glücklich - was machen die IndyCars?

(Motorsport-Total.com) - Die Lotus-Saga geht in die nächste Runde. Am Mittwoch sickerte durch, dass die IndyCars an den beiden Vortagen ein paar Kunstgriffe unternahmen, um Jean Alesi (Fan-Force) und Simona de Silvestro (HVM) über die so wichtige 210-Meilen-Grenze zu hieven. Vor allem im Fall Alesi war dies unabdingbar notwendig, denn der 47-jährige Franzose drohte an der dritten Rookie-Stufe von Durchschnittsgeschwindigkeiten jenseits der 210 Meilen pro Stunde zu scheitern.

Jean Alesi

Jean Alesis Fan-Force-Lotus schafft nur mit mehr Power die nötigen Speeds Zoom

Kurzerhand erlaubte man dem Fan-Force-Team mehr Ladedruck, wodurch Alesi diese Hürde nahm. Am Dienstag fuhr auch der HVM-Lotus de Silvestros für zwei Stunden mit mehr Power und erzielte plötzlich ebenfalls Tempi jenseits der 210 Meilen. Rechnet man diese Zusatz-PS weg, dann stehen bei Alesi (205,389) und der Schweizerin (205,009) eigentlich keine ausreichenden Indy-Speeds zu Buche.

Die Geschwindigkeitsunterschiede sind eklatant, denn der Rest des Feldes ist pro Runde etwa drei Sekunden schneller. Im Pulk dürfte es dem Großteil der Meute gelingen, Speeds von 220 Meilen pro Stunde zu erreichen. In diesem Sinne ist auch Alesis deutliche Aussage vom Mittwochabend zu verstehen: "Derzeit fühle ich mich nicht sicher", sagte der Indy-Rookie gegenüber der 'AP'. "Ich bin ziemlich langsam und stehe eigentlich nur im Weg herum."

Was ihn natürlich "beunruhigt. Nicht nur für mich selber, sondern auch für die Kollegen, wenn wir nicht den nötigen Speed erreichen. Ich stehe voll im Gas und für mich sind die 205 Meilen offenbar das Maximum. Insofern ist meine Position also alles andere als komfortabel." Sein Fan-Force-Lotus mit der Startnummer 64 ist also von vorne herein chancenlos, die Frage ist, ab wann dieses Unterfangen gefährlich wird.

Gespräche mit den Herstellern

HVM-Pilotin de Silvestro, die 2012 ihr drittes Indy 500 bestreitet, sieht die Sachlage ähnlich, wenn auch nicht ganz so dramatisch. "Ich würde nicht sagen, dass es nicht sicher ist, aber du stehst den anderen 30 Autos definitiv im Weg herum, die viel schneller sind als du." Ihr Rezept lautet demnach: "Du musst die Ruhe bewahren und so gut es geht aus dem Weg gehen."

Eine knifflige Situation für die Rennleitung, die natürlich mit allen Mitteln ein volles Starterfeld mit 33 IndyCar-Teams sehen möchte. Andererseits dürfte es nachvollziehbar sein, dass die Lotus-Konkurrenten Honda und Chevrolet nicht gerade begeistert sind, wenn es Alesi und de Silvestro erlaubt wäre, den Ladedruck dauerhaft zu erhöhen.


Die Höhepunkte vom Mittwoch

So ist auch die bislang einzig offizielle Stellungnahme der IndyCars zu verstehen, in der Technikchef Will Phillips schreibt: "Die Rennleitung sieht sich die Situation genauestens an und ist diesbezüglich in permanenten Diskussionen mit den Herstellern." Noch bleibt den Verantwortlichen etwas Zeit, um das Lotus-Puzzle zu lösen. Das Indy 500 geht am 27. Mai über die Bühne.

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