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BMW M4 GT3 im ADAC GT Masters: Alte Denkmuster passen nicht mehr

Welche Strecken zu BMW passen und welche nicht, gilt nicht mehr, meint Jesse Krohn - Wie sich die Veränderungen gegenüber dem M6 auf der Strecke bemerkbar machen

(Motorsport-Total.com) - Ein achter und ein vierter Platz für Jesse Krohn und Nick Catsburg beim Debüt des BMW M4 GT3 im ADAC GT Masters - nicht schlecht für eine Strecke, die BMW eigentlich nicht entgegenkommt, oder? Nicht so schnell, mahnt Krohn im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Denn alte Regeln gelten mit dem neuen Auto nicht mehr.

Der BMW M4 GT3 ist ein Gamechanger für Schubert Motorsport im ADAC GT Masters

Der BMW M4 GT3 ist ein Gamechanger für Schubert Motorsport im ADAC GT Masters Zoom

"Jeder hat so ein bisschen im Kopf, dass die Strecke nicht zum BMW passt. Aber sie passte einfach nur nicht zum M6", sagt er. Solche Prinzipien sollen mit dem M4 GT3 nicht mehr gelten. "Das Auto wurde so designt, dass es ein besserer Allrounder ist, damit es zu mehr Strecken passt."

Der 31-Jährige bestätigt, dass der Auftakt in Oschersleben "von der ersten Runde an eine ganz andere Geschichte" gewesen sei als mit dem Vorgängermodell. "Man hat sofort gemerkt, dass dieses Fahrzeug über ein größeres Arbeitsfenster verfügt."

Das zeigt sich insbesondere beim Umgang mit Schwierigkeiten: "Als Fahrer stehen einem jetzt mehr Tools zur Verfügung, mit denen man um die Probleme herumfahren kann. Beim M6 hatte man nur wenige Möglichkeiten, weil das Auto in einigen Bereichen stark limitiert gewesen ist. Bei diesem Auto ist das Fenster, wie man das Paket als Fahrer managen kann, viel größer."

Wie das größere Arbeitsfenster hilft

Er nennt ein Beispiel: "Am Freitag gab es im ersten Training Mischbedingungen. Wenn man da nicht das Set-up auf den Punkt genau getroffen hätte, wäre es mit dem M6 ein Desaster gewesen. Aber mit dem M4 hat man als Fahrer einfach ein breiteres Fenster, mit dem man arbeiten kann."

"Selbst wenn das Auto nicht perfekt ist, kann man manche Probleme einfach umgehen und als Fahrer einen größeren Unterschied machen. Es ist einfach mehr ein Allround-Paket, mit dem man arbeiten kann."


Fotos: ADAC GT Masters: Oschersleben 2022


Ein weiteres Beispiel: Zweikampf. "Mit dem M6 konnte man keine engeren Linien fahren, weil das Auto einfach nicht eingelenkt hätte. Man war einfach limitiert in diesem kleineren Arbeitsfenster. Mit dem M4 fühlt es sich viel einfacher an. Man kann einfach viel mehr bei der Linienwahl machen und auch mal engere Linien fahren. Das macht es für uns einfacher, sowohl beim Angriff als auch in der Verteidigung."

Natürlich kann das nun auch umgekehrt gelten. Spielberg galt bislang als Paradestrecke für den BMW M6 GT3. Gilt das also nun für den M4 nicht mehr? "Die Stärken des M6 sind in der Entwicklung nicht verloren gegangen", relativiert Krohn. "Stärken wie die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sind nach wie vor vorhanden."

"Aber wir haben es geschafft, all die negativen Seiten loszuwerden. In engen Kurven haben wir einfach mehr Rotation in der Kurvenmitte, aber es ist schwer, das zu beschreiben. Die Autos sind einfach so unterschiedlich."

Lernphase läuft noch - auch in der BoP

Auch Catsburg spricht von einem großen Schritt nach vorn: "Die Basis ist wesentlich einfacher zu fahren. Man hat ein natürlicheres Gefühl als beim M6. Der war ein spezielles Auto, das auf speziellen Strecken funktioniert hat."

Lustigerweise fiel auch er auf die alte Weisheit herein. In der Pressekonferenz vor dem Rennwochenende sagte er noch: "Es ist immer noch ein großes Auto, und ich denke, dass Oschersleben nicht unsere beste Strecke sein dürfte. Wir brauchen ein paar mehr Hochgeschwindigkeitskurven." Doch spätestens nach dem Sonntagsrennen war auch der Niederländer überzeugt.


ADAC GT Masters: Teaser Spielberg 2022

Vorschau-Teaser auf die zweite Saisonstation des ADAC GT Masters 2022 auf dem Red Bull Ring

Natürlich geht die Reise noch weiter: "Wir brauchen noch ein wenig Zeit, um das Auto zu optimieren, vor allem mit den neuen Reifen. Da haben wir als Team noch nicht so viel Erfahrung. Aber wenn wir die bekommen, sollte es richtig gut werden!"

In Oschersleben offenbarten sich zudem noch Schwächen in der Einstufung des noch jungen BMW M4 GT3 in der BoP (Alle Abkürzungen im Langstrecken-ABC erklärt!) Der Bolide hatte überlegenen Topspeed, aber es fehlte ein wenig an Dampf aus den Ecken heraus.

"Die BoP ist immer ein Thema", sagt Teamchef Torsten Schubert gegenüber 'Motosport-Total.com'. "Man kann ein schnelles Auto haben, aber wenn die BoP nicht passt, hat man auch keine Siegchancen."

"Ich denke schon, dass das Auto grundsätzlich das Potenzial für Siege hat, aber das GT3-Feld ist momentan extrem dicht zusammen. Da muss alles zusammenpassen: Fahrer, Bedingungen auf der Rennstrecke und BoP."

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