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  • 28.11.2016 · 10:09

GP2-Meister Gasly spricht über seine offene Zukunft

Trotz GP2-Titel ist die Zukunft von Pierre Gasly komplett offen - Der Red-Bull-Junior spricht über seine teilweise turbulente Saison und hofft auf eine Formel-1-Chance

(Motorsport-Total.com) - Red-Bull-Junior Pierre Gasly machte beim Saisonfinale in Abu Dhabi den GP2-Meistertitel perfekt. Mit dem Sieg im Hauptrennen legte der Franzose den Grundstein. Sein Prema-Teamkollege Antonio Giovinazzi konnte im Sprint nicht mehr das Ruder herumreißen. Für Gasly endete eine Saison mit Höhen- und Tiefen schlussendlich erfolgreich. Vier Siege in Hauptrennen konnte er verbuchen. Giovinazzi, der seine erste GP2-Saison bestritt, war dreimal im Haupt- und zweimal im Sprintrennen erfolgreich.

Pierre Gasly

Der neue GP2-Meister kommt aus Frankreich: Red-Bull-Junior Pierre Gasly Zoom

Offen ist, wie sich die Zukunft von Gasly gestalten wird. Eigentlich wäre der Franzose der logische Mann für Toro Rosso gewesen, doch der Rennstall hält neben Carlos Sainz auch 2017 an Daniil Kwjat fest. Helmut Marko, der die Fäden bei den Fahrern zieht, zeigte sich jüngst nicht von Gasly begeistert: "Er hätte den Titel in der GP2 schon dreimal in der Tasche haben müssen, wenn er weniger Fehler gemacht hätte", fand der Österreicher Anfang November kritische Worte. Im Anschluss an den Titelgewinn spricht Gasly über seine Saison und seine Zukunft.

Frage: "Pierre, du bist GP2-Meister 2016! Wie hört sich das für dich an?"
Pierre Gasly: "Es ist unglaublich! Keine Worte können meine Gefühle beschreiben. Es war eine lange Saison mit harten Kämpfen unter vielen Fahrern. Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Und es im letzten Rennen zu schaffen, ist einfach unglaublich! Das Team war die ganze Saison fantastisch. Ich kann ihnen nicht genug für ihre harte Arbeit danken. Wir sind eine große Familie und ich bin sehr glücklich, dass ich es jetzt geschafft habe."

Pierre Gasly

Der Sieg im Hauptrennen in Abu Dhabi war der Schlüssel zum großen Erfolg Zoom

"Gratulation auch an Antonio (Giovinazzi; Anm. d. Red.). Ich weiß, dass er sehr enttäuscht ist, aber ich wünsche ihm eine große Zukunft. Er verdient es, ist ein talentierter Kerl und ein guter Freund. Danke auch an Prema, meine Familie, meine Freunde und alle, die mich unterstützen. Ohne diese Menschen wäre es nicht so gewesen."

Frage: "Was bedeutet der Titel für dich?"
Gasly: "Sehr viel, weil diese Saison wirklich mental und physisch schwierig war. Meine Mutter war drei Monate lang im Krankenhaus. Ich hatte nach Silverstone für zweieinhalb Monate einen gebrochenen Wirbel. Dazu kamen schwierige Rennen wie auf dem Red-Bull-Ring, als ich führte, aber im Kiesbett stecken blieb. Oder Monza, als ich Erster war, als das Safety-Car kam, oder der Feuerlöscher in Hockenheim. Ich muss ein Buch über meine Saison schreiben!"

"Viele Dinge sind passiert, aber wir haben nie aufgehört zu kämpfen. Es ist eine tolle Errungenschaft, dass sich die harte Arbeit am Ende ausgezahlt hat. Mein Team hat immer gearbeitet und mich unterstützt. Diese Leute haben mir geholfen, diese Meisterschaft zu gewinnen."

Druck seit Saisonbeginn?

Frage: "Schon zu Saisonbeginn zähltest du zu den Favoriten. Hast du den Druck gespürt?"
Gasly: "Auf der einen Seite ist das gut, weil man von dir Leistung erwartet, aber man muss sie auch abliefern. Das ist auf diesem Level nicht einfach, weil es viele talentierte Fahrer gibt. Viele können eine Pole holen und ein Rennen gewinnen. Es war nicht einfach! Im Team und im Auto fühlte ich mich gut und schließlich habe ich es geschafft."

"Ohne den Leuten in meinem Team wäre es anders gewesen. Sie haben mich unterstützt. Auch als ich hier gegen Antonio um den Titel gekämpft habe, wurden wir beide von allen unterstützt. Es ist ein gutes Gefühl, ein Teil so eines Teams zu sein. Dieser Titel ist die beste Möglichkeit, um mich bei allen zu bedanken."


Fotos: GP2-Serie in Abu Dhabi


Frage: "Es war eine schwierige Saison und Silverstone war durch den Unfall von deiner Mutter und dir ein Wendepunkt. Hattest du jemals Zweifel, dass es mit dem Titel klappen wird?"
Gasly: "Nein. Wir begannen beim ersten Rennen mit der Pole sehr gut und ich wusste, dass wir die Pace haben. Dann versuchten wir, alle Puzzleteile zusammenzufügen. Es war die erste Saison für das Team und auch ich habe zum ersten Mal mit ihnen zusammengearbeitet. Wir mussten uns erst aufeinander einstellen."

"Es dauerte einige Rennen, um alles auf den Punkt zu bringen. Die Performance war immer gut, aber es fehlte etwas für den Sieg. Ich konnte aber das Potenzial spüren und wir arbeiteten daran. Ich wusste, dass es zu einem gewissen Zeitpunkt passieren wird. Am Red-Bull-Ring war es schwierig, ich führte und flog ab. Ich dachte schon, es wird nie klappen! Trotzdem war ich motiviert, weil ich knapp dran war. Auf diesem Level muss man jedes Detail verbessern, alles macht einen Unterschied. Das habe ich versucht und am Ende zahlte es sich aus."

Kommt eine Formel-1-Chance?

Frage: "Wirst du ein Rennen besonders in Erinnerung behalten?"
Gasly: "Silverstone war für mich sehr emotional. Das werde ich nie vergessen. Aber auch Spa war ein verrücktes Rennen für mich. Diese Strecke ist meiner Heimat am nächsten und es waren viele Leute dort, um mich zu unterstützen. Und ich habe das Rennen gewonnen! Das zweite Rennen war auch schön, weil es schöne Duelle und Überholmanöver gab."

Pierre Gasly

Pierre Gasly testete in diesem Jahr auch mehrmals den Formel-1-Boliden Zoom

"Es ist schwierig zu realisieren, dass der Titel jetzt mir gehört. Das bedeutet auch, dass ich nicht mehr in der GP2 fahren kann. Ich war zwar nur zwei Jahre dabei, aber ich kenne mehr oder weniger jeden im Fahrerlager. Diese beiden Jahre werde ich immer in Erinnerung behalten. Es ist eine tolle Serie, die ich vermissen werde!"

Frage: "Wir werden dich auch vermissen. Aber wie sieht deine Zukunft aus?"
Gasly: "Das ist eine gute Frage! Ich habe zu Helmut (Marko; Anm. d. Red.) gesagt, dass mein Ziel die Formel 1 ist. Das werde ich immer verfolgen, aber natürlich braucht man auch eine Chance. Wir werden sehen, was passieren wird. Momentan weiß ich es nicht. Es ist alles offen. Aber ich werde alles tun, um es in die Formel 1 zu schaffen. Wir werden es sehen."

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