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Abt: "Muss mich jetzt nach Alternativen umsehen"

Daniel Abt ist zuversichtlich, dass er auch im nächsten Jahr in der GP2 fahren wird, ob es allerdings mit ART sein wird, das lässt sich der Deutsche bewusst offen

(Motorsport-Total.com) - Neue Strecke, altes Leid: Auch in Ungarn konnte Daniel Abt wieder keine überzeugende Vorstellung liefern. Zumindest im Qualifying und im Hauptrennen war der ART-Pilot beim Blick auf die Ergebnisliste wieder am falschen Ende zu finden. Am Sonntag war mit Platz 14 immerhin ein kleiner Aufwärtstrend erkennbar. Warum Spa und Monza jetzt aber zum Horror werden könnten, wie das Jahr die Formel-1-Pläne beeinflusst, und ob er auch 2014 in der höchsten Nachwuchsklasse antritt, das verrät Abt im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Daniel Abt

Daniel Abt muss die weitere Zusammenarbeit mit ART überdenken Zoom

Frage: "Daniel, Ungarn lief ja für dich wieder nicht so toll..."
Daniel Abt: "Das kann man so nennen. Was soll man groß sagen? Es war eine Fortsetzung von dem, was halt davor schon war. Es ist keine wirkliche Besserung in Sicht."

Frage: "Kann man das an einem speziellen Problem festmachen?"
Abt: "Es liegt an dem, woran es eigentlich schon das ganze Jahr über liegt: Dass wir einfach mit dem Auto nicht konkurrenzfähig sind. Wir sind so weit weg von der Pace. Da kann man sich eigentlich den Ast abfahren. Dazu kommt bei mir das leidige Motorthema. Dann steht man halt auf 20."

Frage: "Ist da irgendwelche Besserung in den kommenden Rennen in Sicht?"
Abt: "Schwierig. Das Problem ist einfach, dass die Ingenieure nicht wirklich einen Ansatz haben, warum wir so weit weg sind und warum wir so schlecht sind. Ich meine, es geht ja wirklich nicht um ein paar Zehntel oder dass das Auto ein bisschen zu langsam ist. Es ist einfach ein Riesenunterschied von unserem Auto zu anderen Autos. Klar probiert man immer alles. Wir basteln rum und machen das und jenes, aber es wird nicht wirklich besser. Von dem her kann man eigentlich jedes Mal nur hoffen, aber einen Grund, warum es das nächste Mal besser sein sollte, den gibt es nicht."


Fotos: Daniel Abt, GP2-Serie in Ungarn


Frage: "Es war zu hören, dass du einen neuen Motor bekommen sollst."
Abt: "Das hat man probiert, aber die offizielle Aussage ist, dass mein Motor im Leistungsspektrum beziehungsweise in der Toleranzzone liegt und dass er gut funktioniert - aber das ist definitiv nicht der Fall. Ich spüre das selber beim Fahren und ich sehe jedes Mal bei meinem Teamkollegen, dass mir Speed fehlt. Wenn ich schon in Budapest drei Zehntel nur durchs Geradeausfahren verliere: Wie wird es dann in Spa und in Monza? Es ist ein schwieriges Thema."

Frage: "Kann es nicht vielleicht auch am Chassis liegen? Man hört oft von feinsten Rissen..."
Abt: "Es kann natürlich schon sein, aber wir haben schon tausende Male Teile gewechselt und alles mehrmals gecheckt. Ich bau das Auto ja nicht selbst auseinander und zusammen. Ich vertraue soweit meinen Leuten, dass ich sage, die müssten das schon finden, wenn da irgendetwas nicht passen würde."

GP2 2014: Ja, aber wo?

Frage: "Bist du zuversichtlich, dass du im nächsten Jahr noch einmal eine Chance erhältst?"
Abt: "Ja, das schon. Natürlich ist es in diesem Jahr nicht so, wie ich es mir vorstelle, aber deswegen darf man nicht aufgeben. Das Gute bei mir ist, dass ich Partner habe, die nicht so sehr auf das kurzfristige Ergebnis schauen, sondern einfach langfristig mit mir zusammenarbeiten wollen. Die verstehen das natürlich auch, wenn es aus gewissen Umständen nicht geht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir vielleicht gegen Ende des Jahres noch ein Erfolgserlebnis bekommen. Ansonsten muss man die Saison einfach vergessen, abschreiben und schauen, dass man im nächsten Jahr in einem konkurrenzfähigen Auto sitzt. Wir müssen schauen, dass wir es besser machen als in diesem Jahr."

Daniel Abt

In Budapest ging die schwarze Serie des Deutschen in die nächste Runde Zoom

Frage: "Spielen die Unterschiede zwischen den Teams eine große Rolle?"
Abt: "In den Anfangsjahren der GP2 war es immer das Wichtigste, bei ART zu fahren - aber das ist es in diesem Jahr leider nicht. Es ist natürlich ärgerlich, aber im Moment ist das Team nicht in der Lage, das Auto so einzustellen, wie es sein soll. Wenn man die Ergebnislisten anschaut, dann sieht man, dass meistens beide Fahrer eines Teams nah beisammen sind. Wenn der eine vorne ist, ist der andere meistens auch vorne. Es ist immer ein Gesamtkonzept: Wenn das Auto gut funktioniert und man sich als Fahrer wohlfühlt, dann kann man auch mehr aus dem Auto herausholen - und dann sollten die Ergebnisse stimmen."

Frage: "Sprichst du als erstes mit ART oder hast du andere Alternativen im Blick?"
Abt: "Natürlich muss man sich jetzt nach Alternativen umschauen, ich bin ja nicht gebunden. Klar hatte ich im letzten Jahr eine super Saison mit ART, aber wenn es so weitergeht wie jetzt, dann sehe ich da keine wirkliche Zukunft. Man muss jetzt schauen, aber im Moment bin ich noch nicht so extrem darauf bedacht, mich umzugucken. Ich versuche schon noch, dass wir das irgendwie wieder einigermaßen hinbekommen. Aber wenn es so weitergeht, macht es natürlich keinen Sinn, nochmal so ein Jahr zu machen. Denn dann kann ich meine Karriere beenden! Das ist fernab von dem, was ich mir vorstelle und von dem, was eigentlich drin sein sollte."

Formel 1 rückt gerade in die Ferne

Frage: "Man muss auch auf das große Ganze schauen. Wie weit ist die Formel 1 für dich noch weg?"
Abt: "Vielleicht jetzt gerade wieder ein Stück mehr. Hätte ich jetzt ein super Jahr, könnten wir vielleicht über das Thema Formel 1 reden, aber wenn man solche Ergebnisse abliefert, dann ist es nicht richtig, sich auf die Formel 1 zu konzentrieren. Man muss schauen, dass man es hinbekommt, in der Serie einen guten Job abzuliefern und zu zeigen, was man wirklich kann. Mit einem 20. oder 21. oder 22. Platz in der Meisterschaft braucht man sich natürlich nicht in der Formel 1 bewerben - außer man kauft sich in einem Hinterbänklerteam ein, aber das war nie der Plan."

"Mit einem 20. oder 21. oder 22. Platz braucht man sich natürlich nicht in der Formel 1 bewerben." Daniel Abt

Frage: "Hättest du die Möglichkeit gehabt, am Young-Driver-Test teilzunehmen, oder war das noch zu früh?"
Abt: "Die Möglichkeit besteht schon, aber das ist natürlich immer eine Geldsache. Fast alle Teams nehmen dafür Geld, und wir haben in diesem Jahr nicht den Sinn darin gesehen, einen großen Batzen Geld für so einen Tag auszugeben. Die Konzentration gilt der GP2. Im nächsten Jahr muss man schon mal in die Richtung gehen, dann kann man weitersehen, was sich daraus ergibt."

Frage: "Sollte es bei dir nicht mit der Formel 1 klappen: Hättest du auch andere Alternativen? Ich denke da an Langstrecke oder DTM."
Abt: "Ich glaube, naheliegendes Thema ist dann natürlich die DTM. Aber ehrlich gesagt ist es nicht so, dass ich mir da jetzt großartig Gedanken darüber mache. Klar hat man das immer im Hinterkopf, die Option gibt es immer. Der Draht ist natürlich da - wobei auch da die Leistung stimmen muss. Die DTM ist natürlich auch keine einfache Serie, aber im Moment gilt der Fokus immer noch der Formel 1. Das Wichtigste ist für mich, aus dem ganzen Sumpf herauszukommen und wieder zu zeigen, dass ich Autofahren kann."

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