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Vorschau Montreal: Sebastien Buemi oder Lucas di Grassi?

Die Formel E begeht am Wochenende in Montreal ihr Saisonfinale: Zwischen den beiden ewigen Rivalen Sebastien Buemi und Lucas di Grassi geht es um den Titel

(Motorsport-Total.com) - Am Wochenende fällt die Entscheidung, wer Meister in der dritten Saison der Formel E wird. Gesucht wird der Nachfolger von Sebastien Buemi (Renault e.dams), der sich im Vorjahr in einem äußerst spannenden und kontroversen Meisterschaftsfinale gegen Lucas di Grassi (Abt) durchsetzen konnte. Doch auch in dieser Saison sind es wieder der Schweizer und der Brasilianer, die den Titel unter sich ausmachen werden.

Sebastien Buemi

Wird sich Sebastien Buemi seinen zweiten Formel-E-Titel sichern können? Zoom

Zehn Punkte Vorsprung hat Buemi vor dem Doppelevent in Montreal gerettet. Der Renault-Pilot hätte womöglich schon Meister sein können, doch weil er Verpflichtungen in der WEC hatte, konnte er die beiden Läufe in New York zuletzt nicht bestreiten. Di Grassi konnte dadurch 22 Zähler aufholen, allerdings verpasste der Brasilianer eine bessere Ausgangsposition, weil er in beiden Läufen nicht auf dem Podium stand.

"Wir haben trotzdem noch eine gute Chance, beide Titel zu verteidigen", sagt Buemi angesichts des geschmolzenen Vorsprungs. Der ehemalige Formel-1-Pilot hält die Trümpfe weiter in der eigenen Hand und benötigt nur ein für ihn normales Wochenende, um sich Titel Nummer zwei zu sichern. "Von daher werde ich mich auf den ePrix am Wochenende auch ganz normal vorbereiten", sagt er. "Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben."

Bislang war Buemi der dominierende Mann in der aktuellen Saison der Elektrorennserie. Sechs der acht Rennen, in denen er angetreten war, konnte er für sich entscheiden. Lediglich in Mexiko-Stadt und im ersten Rennen von Berlin musste er der Konkurrenz den Vortritt lassen. "In Sachen Konstanz und Performance verdienen wir diese Titel", meint Teamgründer Alain Prost und schielt natürlich auch auf die Teamwertung, wo angesichts von 65 Zählern Vorsprung jedoch nicht mehr viel anbrennen sollte.

Di Grassi gibt nicht auf: "Alles ist möglich"

Doch bei den Franzosen weiß man, dass man Lucas di Grassi nie abschreiben darf. Der Brasilianer ist bislang in jedem Saisonfinale mit Titelchancen angetreten - allerdings kam er am Ende auch immer als Verlierer hervor. 2016/17 konnte der Abt-Pilot jedoch erst ein einziges Rennen gewinnen - lässt er am Wochenende in Kanada nicht die Siege zwei und drei folgen, könnte die Aufgabe ziemlich schwierig werden.

Lucas di Grassi

Das Saisonfinale im Vorjahr endete ziemlich kontrovers Zoom

Di Grassi glaubt jedoch an seine Chance: "Seb und Renault sind eine Kombination, die in dieser Saison nur schwer zu schlagen ist. Trotzdem ist es uns schon gelungen, und wir werden alles dafür geben, ihn auch in Montreal zu schlagen", sagt er. "Wir wissen, dass in der Formel E alles möglich ist, und werden bis zuletzt kämpfen."

Im letzten Event ist man nicht nur aufgrund der Punktesituation der Außenseiter, doch damit kann das Team von Hans-Jürgen Abt umgehen: "Der Vorteil liegt bei den Tabellenführern - der Druck aber auch", meint der Teamchef. "Wir werden wach sein und wollen jede noch so kleine Chance nutzen, um die große Überraschung zu schaffen."

Die Rechnung in der Meisterschaft

Die Rechnung aus Buemis Sicht ist einfach: Gewinnt er beide Rennen, ist er auf jeden Fall Meister - auch ein Sieg und ein zweiter Platz würde ihm auf jeden Fall ausreichen. Andersherum kann di Grassi mit zwei Siegen nicht definitiv Meister werden, denn Buemi wäre zwar mit zwei zweiten Plätzen vier Punkte hinter di Grassi, doch mit den beiden Pole-Positions und den beiden Schnellsten Rennrunden lassen sich noch acht Zusatzpunkte erreichen - daher sind weitere Positionsrechnungen schwierig im Vorfeld zu kalkulieren.


Eine virtuelle Runde um den Kurs von Montreal

Sicher ist jedoch, dass der Titel nur über die beiden Piloten gehen dürfte. Zwar besitzen auch Felix Rosenqvist (Mahindra) und New-York-Doppelsieger Sam Bird (DS Virgin) noch rechnerische Chancen, doch die sind wirklich nur noch theoretischer Natur. Weil Rosenqvist 53 Punkte Rückstand hat und Bird 57 Zähler zurückliegt, müssten beide schon beide Rennen gewinnen und noch Zusatzpunkte abgreifen (im Fall von Bird sogar alle), um noch Meister werden zu können. Weil ein Fahrer nur 58 Punkte maximal bekommen kann, bräuchten sie auch ein Totaldebakel der beiden anderen Piloten.

Doch die beiden dürften sich um Rang drei in der Meisterschaft duellieren. Mit 104 und 100 Punkten liegen sie schon ein ganzes Stück vor Nicolas Prost (84/Renault e.dams), Nick Heidfeld (78/Mahindra) und Jean-Eric Vergne (74/Techeetah). Daniel Abt (47/Abt) dürfte noch auf den achten Gesamtrang von Jose-Maria Lopez (50/DS Virgin) zielen und nach dem Technikpech von New York auf Wiedergutmachung hoffen.

Renault testet Montreal-Spezifikationen

Als Herausforderung steht der ePrix von Kanada vor den Piloten, der für alle Fahrer Neuland ist. Der brandneue Stadtkurs vor der Kulisse zahlreicher Wolkenkratzer ist angereichert mit packenden Höhenunterschieden und sollte für viel Spektakel sorgen. Kurve und eins und elf bieten gute Überholmöglichkeiten, denn sie folgen jeweils auf lange Geraden, die in harten Bremszonen münden. Während Kurve eins um mehr als 90 Grad scharf nach rechts führt, ist Kurve elf der erste Teil einer Doppel-Schikane. Der schnelle Linksbogen zwischen Haarnadel-Kurve fünf und dem scharfen Rechtsknick in Kurve sechs ist ebenfalls eine große Herausforderung für die Fahrer und ihre Maschine.

Formel E Montreal

Der Kurs in Montreal ist für alle Piloten brandneu Zoom

Erfahrungswerte gibt es keine, weil die Strecke erstmals Teil des Kalenders ist. Doch um seine Chancen zu erhöhen, hat das Team Renault e.dams einen besonderen Test absolviert. Laut Informationen von 'Autosport' hat der Rennstall zuletzt den Fluplatz Dreaux nahe Paris gemietet, um eine Strecke mit einem ähnlichen Layout wie Montreal zu simulieren und dabei seine neue Fahrzeugdynamik und Software zu testen, die extra für Montreal eingeführt wird.

"Wir haben einen guten Test absolviert", bestätigt Buemi. "Diese Last-Minute-Tests vor den letzten Rennen sind wirklich nützlich. Wir werden gute Teile nach Montreal bringen, und wir haben sehr hart gearbeitet", verspricht er. Schon in London im Vorjahr soll sich die Taktik ausgezahlt haben. Ob das auch 2017 der Fall sein wird, entscheidet sich spätestens am Sonntag. Die beiden Rennen werden jeweils um 22 Uhr MESZ gestartet und in Deutschland live auf DMAX übertragen.

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