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Fehlende Einführungsrunde: Fahrer fordern Änderung

Seit Malaysia wird in der Formel E auf die Einführungsrunde verzichtet, doch die Fahrer wollen sie wieder haben - allerdings nicht im Peking-Schneckentempo

(Motorsport-Total.com) - Motorsportfans staunten heute Morgen nicht schlecht, als sich die 20 Piloten der Formel E nicht auf die übliche Einführungsrunde machten, sondern stattdessen einfach ein paar Meter vor rollten, um dann gleich den Start in Angriff zu nehmen. Seit dem ePrix von Malaysia ist diese Prozedur vor einem Start nun gang und gäbe, nachdem die Einführungsrunde in Peking arg in der Kritik stand.

Formel-E-Start

In Putrajaya mussten die Piloten ohne Einführungsrunde starten Zoom

Denn dort krochen die Boliden im Schneckentempo um die Strecke, um nicht zu viel Energie zu verbrauchen, die ihnen dann im Rennen gefehlt hätte. In Malaysia standen die Piloten daher nun fünf Startreihen weiter hinten, um dann ihre normalen Positionen einzunehmen. Zwar ist diese Maßnahme aus Fahrersicht verständlich, doch auf breite Zustimmung stößt die Änderung im Fahrerlager nicht.

"Aus Sicht des Spektakels ist es sicherlich der richtige Weg, aber aus sportlicher Sicht nicht", urteilt beispielsweise Peking-Sieger Lucas di Grassi. Das Hauptargument der Piloten ist dabei der fehlende Check des Autos: "Ich würde gerne an meinen Bremsen arbeiten und sehen, wie das Auto vor dem Rennstart ist", sagt di Grassi, der Zustimmung bei Jaime Alguersuari findet: "Wenn wir ein Problem mit den Sensoren an der Elektronik haben, was ziemlich häufig passiert, dann könnten einige Autos in der Startaufstellung stehen bleiben."

Und das ist das Letzte, das man bei einem Rennstart gebrauchen könnte: "So etwas ist immer ein Problem und eine Sorge", so der Spanier, der es nicht gerne hat, wenn 19 andere Autos an einem stehenden Boliden vorbeischießen. Kollege Karun Chandhok sieht auch Probleme im Rennen auftreten, denn ohne Einführungsrunde werden Bremsen und Reifen nicht angewärmt: "Das könnte zu einem Chaos in der ersten Kurve führen", fürchtet der Inder.


Formel E in Putrajaya

Doch er sieht auch die Notwendigkeit einer Regelanpassung. In Peking hätten sich die Zuschauer nämlich noch eine Tasse Tee holen können, wenn sie zur Einführungsrunde eingeschaltet hätten. "Und dann hätten sie gemerkt, dass sie sogar ein ganzes Frühstück machen können", lästert der Mahindra-Pilot. Der ehemalige Formel-1-Fahrer möchte wieder eine Proberunde fahren, hätte aber eine andere Idee, wie man das Schneckentempo herausnehmen könnte.

"Wir haben die 28 Kilowatt, die laut Regeln für die Einführungsrunde und das gesamte Rennen gelten. Wenn man diese 28 Kilowatt aber vor dem Start wieder auf null setzen könnte, dann könnten wir beides haben", schlägt er vor. Aktuell sieht das Reglement ein Wiederaufladen aber nicht vor, sodass man nun vorerst mit der neuen Lösung leben muss. Auch Sebastien Buemi schlägt sich auf Chandhoks Seite. "Man kann alles in der Startaufstellung zurücksetzen und einen normalen Start machen. Wen interessiert schon die Einführungsrunde?"

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