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Trevor Carlin: Warum der Ausfall des GP Monaco besonders wehtut

Die Absage des Monaco-Grand-Prix betrifft auch die Formel 2: Teamchef Trevor Carlin erklärt, dass diese eine Rennabsage mehr schmerzt als andere

(Motorsport-Total.com) - Wie viele von den ursprünglich geplanten 22 Rennen der Formel-1-Saison 2020 tatsächlich ausgetragen werden können, bleibt angesichts der Coronavirus-Pandemie abzuwarten. Formel-1-Boss Chase Carey bekräftigte jüngst das Vorhaben, im Zeitraum Juli bis Dezember noch "15 bis 18 Rennen" austragen zu wollen. An Rennen mit Zuschauern vor Ort denkt man dabei aktuell nicht.

Trevor Carlin

Teamchef Trevor Carlin trauert dem Monaco-Wochenende in der Formel 2 nach Zoom

Der Rennkalender der Formel 1, wie auch immer er für den Rest des Jahres 2020 aussehen wird, hat auch direkte Auswirkungen auf die Aufstiegsklassen Formel 2 und Formel 3. Zahlreiche Rennen dieser beiden Serien finden im Rahmenprogramm der Formel 1 statt.

"Ich habe von diesem Plan mit einem Double-Header am Red-Bull-Ring und einem Double-Header in Silverstone gehört und dass sie dabei versuchen würden, auch die Formel 2 und die Formel 3 zu berücksichtigen", wird Trevor Carlin von der Nachrichtenagentur 'Reuters' zitiert. Bei dieser Gelegenheit bezeichnet der den aktuellen Plan als "großartige Idee, sofern sie denn umsetzbar ist. Ich hoffe es".

Yuki Tsunoda

Yuki Tsunoda: Einer von zwei Carlin-Stammpiloten für die Formel-2-Saison 2020 Zoom

Für die Formel-2-Saison 2020 hat Carlin, der unter anderem seit 2018 auch in der IndyCar-Serie ein Zwei-Wagen-Team einsetzt, den Japaner Yuki Tsunoda und den Inder Jehan Daruvala unter Vertrag genommen. Beide gehören zum Nachwuchskader von Red Bull.

Sollte es in Europa tatsächlich, wie derzeit vorgesehen, Anfang Juli auf die Strecke gehen können, dann in Form von "Geisterrennen" vor leeren Zuschauerrängen. Dies wäre laut Carlin insbesondere für die Formeln 2 und 3 kein großes Problem.

"Unterm Strich sind die Formel 3 und die Formel 2 Durchlaufstationen. Es sind Meisterschaften, die man absolvieren muss, um das Endziel Formel 1 zu erreichen. Aus Sicht der Sponsoren ist das [als Vor-Ort-Präsenz] nicht so entscheidend", sagt der erfahrene Teamchef und verweist damit darauf, dass insbesondere die Formel 2 ohnehin von den TV-Einnahmen lebt. Diese würde es auch im Falle von "Geisterrennen" geben.

Circuit de Monaco

Monaco fehlt dieses Jahr komplett: F1-Absage trifft auch die F2 hart Zoom

Anders verhält es sich freilich im Falle Monaco. Dass der Klassiker auf dem Stadtkurs an der Cote d'Azur zum ersten Mal seit dem Jahr 1954 überhaupt nicht stattfindet, ist in den Augen Carlins ein herber Schlag: "Das ist dasjenige Event, bei dem die Sponsoren wirklich dabei sein wollen. Auf den Jachten und allem, was es dort so gibt, werden all die Geschäfte gemacht. Dieses eine Rennen finanziert mehr oder weniger die gesamte Saison."

In argen finanziellen Schwierigkeiten sieht Carlin sein Formel-2-Team derzeit aber noch nicht. "Wenn das Ganze noch sechs weitere Monate oder ein Jahr lang so anhält, dann wären wir in Schwierigkeiten. Wenn es aber zwei oder drei weitere Monate sind und die Leute Rennen fahren wollen, dann sind wir bereit", so der Brite, für dessen Team in der Vergangenheit unter anderem die späteren Formel-1-Piloten Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo, Nico Rosberg und Lando Norris ins Lenkrad griffen.

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