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Williams

Großbritannien

Porträt

(Stand: 11. Januar 2021) Williams ist in der Formel 1 nach jahrelanger Talfahrt auf einem Tiefpunkt angekommen und weit entfernt von der Form der 1990er-Jahre, als das Team teilweise dominierte. 2019 ergatterte das Traditionsteam aus Grove gerade mal einen WM-Punkt im Chaosrennen in Hockenheim, 2020 blieb Williams sogar komplett ohne Punkte - zum ersten Mal in seiner langen Geschichte seit 1978.

Und noch etwas ist neu: Das Familienteam ist nicht mehr im Besitz der Familie Williams. Im August 2020 hat die US-Investmentgesellschaft Dorilton Capital den Rennstall übernommen, aber den Namen Williams (vorerst) belassen. Teamgründer und Teamchef Frank Williams und seine Tochter Claire Williams, die zuletzt als Teamchef-Stellvertreterin aktiv gewesen war und das Team de facto angeführt hatte, sind im Zuge des Verkaufs aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Der Management-Wechsel zeigt bereits erste Ergebnisse: Ab 2022 wird Williams nicht nur den Formel-1-Antrieb, sondern auch Getriebe und weitere Komponenten von Mercedes beziehen - ein Schritt, den die Familie Williams nicht zu gehen bereit war, weil man (zu) stolz auf die eigene Unabhängigkeit als Privatteam und Konstrukteur gewesen war. Allerdings hatte Williams mit genau dieser Strategie über viele Jahrzehnte sehr viel Erfolg in der Formel 1 gehabt.

Frank Williams hatte 1969 sein erstes Team gegründet, verkaufte es jedoch 1976 an Walter Wolf. 1977 stieg er mit Partner Patrick Head neu ein. Der Schweizer Clay Regazzoni war es, der 1979 in Großbritannien den ersten Sieg erzielte. Ein Jahr später folgte mit Alan Jones am Steuer der erste von sieben Fahrertiteln. Die weitere Geschichte prägten Figuren wie Nelson Piquet, Nigel Mansell, Alain Prost und Damon Hill. Die Konstrukteurs-WM gewann Williams neun Mal. Hinter Ferrari, McLaren und Mercedes ist Williams die Nummer vier der ewigen Siegerliste der Formel 1.

Nicht nur deshalb zählt das altehrwürdige Team zu den traditionsreichsten der Formel 1, wartet aber schon seit Jacques Villeneuve 1997 auf eine weitere WM-Krone. Die letzte Poleposition gelang Nico Hülkenberg 2010 in Brasilien, der letzte Sieg erfolgte durch Pastor Maldonado 2012 in Spanien.

Das Zepter schwang zuletzt Williams-Tochter Claire als stellvertretende Teamchefin, auch wenn ihr gesundheitlich geschwächter Vater - er sitzt seit einem Autounfall im Jahr 1986 querschnittsgelähmt im Rollstuhl - formal der Boss war. Sie vertraute auf schillernde Persönlichkeiten als Leiter der Technikabteilung: Zunächst nahm Mike Coughlan, berühmt durch die Verwicklung in den McLaren/Ferrari-Spionageskandal im Jahr 2007, die Rolle ein. Auf Pat Symonds, der in den Renault-"Crashgate"-Skandal um Flavio Briatore verwickelt war, folgte 2017 Ex-Mercedes-Mann Paddy Lowe, der nach dem "Fehlstart" ins Jahr 2019 gehen musste.

Dabei hatte es zwischenzeitlich nach einem Williams-Comeback ausgesehen: Symonds etablierte Williams nach der bis dato schlechtesten Saison (2013) als Dritter der Konstrukteurs-WM 2014 und holte mit dem früheren Ferrari-Techniker Rob Smedley einen Chefingenieur, der sich als Führungskraft etablierte. 2015 wiederholte Williams den Erfolg, knüpfte jedoch nicht an die Leistungen an und fiel auf Rang fünf zurück. 2018 erlebte die Truppe eines der schlechtesten Jahre ihrer Geschichte und wurde in der Konstrukteurs-WM Letzter, 2019 kam es noch dicker und 2020 erneut. Williams fuhr meist gnadenlos hinterher und belegte zum dritten Mal in Folge den letzten Platz, auch wenn George Russell seit 2019 zumindest im Qualifying gelegentlich Glanzpunkte setzen kann. Punkte waren zuletzt klar außer Reichweite.

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