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Robert Kubica

Robert Kubica
Polen

Porträt

(Stand: 28. Januar 2019) Bis zu seinem schweren Rallye-Unfall im Jahr 2011 galt Robert Kubica als eines der größten Talente der Formel 1 und als kommender Weltmeister. Doch sein Crash in einem Skoda Fabia bei einem kleinen Event in Italien änderte alles. Erst kämpfte der Pole um sein Leben, dann um seinen rechten Unterarm und schließlich um die Rückkehr in den Profisport. 2019 hat er sein Ziel erreicht und gehört als Williams-Pilot wieder zum erlesenen Starterfeld der Formel 1.

An Talent mangelte es ihm nie: Kubica wurde bereits als Zehnjähriger polnischer Kart-Meister. Drei Jahre später wechselte er der besseren Konkurrenz wegen nach Italien. 1998 gewann er als erster Nicht-Italiener das nationale Championat bei den Junioren und wurde außerdem Zweiter in der Kart-Europameisterschaft. 2001 und 2002 startete er in der italienischen Formel Renault, wo er in seiner zweiten Saison Gesamtzweiter wurde.

2003 debütierte er in der Formel-3-Euroserie und belegte im Jahr darauf Platz zwei beim Grand-Prix in Macao. Die Saison 2005 bestritt er in der Renault-World-Series. Kubica erzielte vier Siege in 17 Rennen und gewann mit 154 Punkten souverän den Titel. Noch im gleichen Jahr absolvierte er in Barcelona für Renault seinen ersten Formel-1-Test.

Anschließend wurde er von BMW als Freitagspilot für das neue Werksteam unter Vertrag genommen. Er hatte sich dort gegen höher eingeschätzte Kandidaten wie Alexander Wurz oder Sebastien Bourdais durchgesetzt. Kubica wurde noch 2006 zum Einsatzfahrer befördert, als BMW sich nach dem zwölften Saisonrennen in Hockenheim nach einem Unfall von Jacques Villeneuve trennte. Seine guten Leistungen brachten ihm schließlich auch das Stammcockpit für 2007.

2007 unterlag er zwar im Stallduell gegen Nick Heidfeld, doch mit einzelnen starken Leistungen ließ Kubica immer wieder aufhorchen. Und er schrieb auch die Story des Jahres, als er in Kanada einen Horrorcrash wie durch ein Wunder mit leichten Verletzungen überstand. Endgültig in der Formel 1 etablierte sich Kubica mit seinem Premierensieg ? und bis heute einzigen Formel-1-Erfolg ? an gleicher Stelle ein Jahr später.

Die Saison 2009 verlief weniger erfolgreich. Kubica hatte auch Schwierigkeiten, Heidfeld so klar zu dominieren wie im Jahr zuvor. Als BMW den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt gab, musste er sich nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. Sein anschließender Wechsel zu Renault war eher ein Schritt zurück als nach vorne. Mehr als sporadische Podestplätze waren nicht drin. Und dann kam der Rallye-Unfall.

Nach einer schwierigen Reha war Kubica 2013 erstmals wieder auf hohem Niveau unterwegs. In der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) baute er aber zahlreiche Unfälle und legte sein Auto oft auf das Dach anstatt sportliche Erfolge zu feiern. Bis zu seinem Ausstieg Anfang 2016 glückte ihm kein Podestplatz. Ausflüge in den GT-Sport sowie Tests in der DTM, der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM (WEC) und der Formel E brachten ihm nie einen festen Job ein.

2017 wurden Kubicas Hoffnungen auf eine Formel-1-Rückkehr dennoch wiederbelebt: Im Juni testete er ein älteres Renault-Fahrzeug und überzeugte seinen früheren Arbeitgeber. Die Franzosen setzten ihn in Ungarn bei einem offiziellen Test erneut ein. Für ein Stammcockpit reichte es nicht, aber für eine weitere Chance bei Williams. Die Briten entschieden sich zwar für Paydriver Sergei Sirotkin als Stammfahrer 2018, stellten Kubica jedoch als Tester ein. Hinter den Kulissen arbeitete er verbissen an seinem Comeback und ergatterte ein Jahr später dank der Millionen eines polnischen Ölkonzerns das Cockpit des Russen.