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Großer Preis von Frankreich / Le Castellet

Großer Preis von Frankreich / Le Castellet

Porträt

"Mondlandschaft" ist noch der freundlichste Ausdruck, der in der Motorsport-Szene kursiert, wenn es um den Circuit Paul Ricard geht: Die Anlage entstand 1962 zwischen Toulon und Marseille im Zuge des Baus eines benachbarten Privatflugplatzes durch den gleichnamigen Pastis-Hersteller. Anschließend wurde sie zunächst nur für Motorrad-Rennen genutzt, ehe sie zwischen 1971 und 1990 schon einmal Austragungsort des Frankreich-Grand-Prix war. 2018 kehrte die Formel 1 zurück.

1971 gab es das erste Gastspiel der Königsklasse auf dem von Henri Pescarolo und Jean-Pierre Beltoise mitentworfenen, in nur zehn Monaten gebauten und an den Circuit de la Sarthe in Le Mans angelehnten Kurs. Sieger war Jackie Stewart. Die drei letzten Ausgaben der ersten Paul-Ricard-Ära gewann Alain Prost. Eine Tragödie spielte sich 1986 ab, als Brabham-Fahrer Elio de Angelis bei Tests das Opfer eines abgebrochenen Heckflügels wurde, verunfallte und seinen Verletzungen erlag.

In der Zwischenzeit hat sich der Kurs jedoch stark gewandelt. Nach dem Tod des namensgebenden Schnapsmoguls verkauften seine Erben das Areal an eine Firma aus dem Dunstkreis des Bernie-Ecclestone-Imperiums. Es erfolgte ein Umbau zu einer Teststrecke für die Automobil-Industrie, die auch das frühere Toyota-Werksteam nutzte und ein eigenes Testzentrum errichtete. Weitere Formel-1-Mannschaften folgten und erprobten ihre Wagen allen voran in den Wintermonaten.

Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, verfügt Paul Ricard über 180 Streckenvarianten mit Längen zwischen 826 Metern und 6,105 Kilometern. Möglich wird es durch eine riesige Asphaltwüste, auf der nur Randsteine und Reifenstapel den Kursverlauf vorgeben. Kritiker sehen in dem Konzept den Prototypen einer Retortenbahn. Befürworter loben den Sicherheitsstandard, den die Abwesenheit von Kiesbetten und Betonwänden erlaubt. 25 Hektar Auslaufzone stehen zur Verfügung und vermeiden Unfallschäden, was gerade bei Testfahrten ein willkommenes Bonbon für die Teams ist.

Highlight der neuen Formel-1-Variante ist die 1,6 Kilometer lange Mistral-Gerade, die allerdings von einer Schikane unterbrochen ist. Ergänzt wird das Layout durch vorwiegend langsame Kurven und Schikanen, was das Rennen zu einem Bremsenfresser macht, wegen der hohen Durchschnittsgeschwindigkeit ähnlich wie Monza oder Montreal jedoch auch zu einem der zeitlich kürzesten.

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