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Zuversicht und innere Ruhe: Wie Hamilton die Krise überwand

Vier Siege aus fünf Rennen: Lewis Hamilton hat das Momentum wieder voll auf seiner Seite - Wie der Weltmeister sich nach dem schwierigen Saisonbeginn zurückkämpfte

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton ist endgültig zurück. In Silverstone feierte der Weltmeister seinen vierten Sieg in den vergangenen fünf Rennen. Ausgerechnet seit dem Crash mit Nico Rosberg in Barcelona läuft es bei Hamilton - mit Ausnahme des Rennens in Baku - wieder wie am Schnürchen. Hatte er vor Monaco noch satte 43 Zähler Rückstand auf Rosberg, ist er durch seinen Erfolg in Silverstone bis auf einen Punkt an den WM-Spitzenreiter herangerückt (zum WM-Stand). Auch mental hat Hamilton momentan wieder alle Vorteile auf seiner Seite.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton ist spätestens seit seinem Silverstone-Sieg wieder gut drauf Zoom

"Nach Barcelona konnte ich eine sehr positive und starke Mentalität entwickeln. Deshalb habe ich danach so viele Rennen gewonnen. So will ich weitermachen", erklärt der Mercedes-Pilot und verrät: "Es hätte ganz leicht passieren können, mit der falschen Energie in dieses Wochenende zu kommen. Ich hätte nervös sein oder mich von den ganzen negativen Dingen von Außen beeinflussen lassen können."

Hamilton spielt damit auf seinen Crash mit Rosberg in Spielberg an, der vor allem bei den Mercedes-Bossen gar nicht gut ankam. Der Brite ließ sich von der drohenden Stallregie bei weiteren Zwischenfällen allerdings nicht aus der Ruhe bringen. "Ich fühlte mich frisch, stark und zuversichtlich", berichtet Hamilton und verrät: "Das war ohne Zweifel die beste Woche des Jahres."

Hamilton ein "positiver Mensch"

"Am Montag und Dienstag war es großartig, da konnte ich mich entspannen. Am Mittwoch habe ich gut gearbeitet, und am Donnerstag war es großartig, die Fans hier zu sehen." Auch das anschließende Wochenende lief für Hamilton mit Pole-Position und Rennsieg optimal. Im Hinblick auf seinen kleinen Urlaub zu Beginn der Woche erklärt er: "Ich war ganz einfach an einem wunderbaren Ort. Ich war in Montenegro, wo ich noch nie zuvor war."


Fotostrecke: F1 Backstage: Silverstone

"Ehrlich gesagt, wusste ich nicht mal genau, wo ich mich herumtrieb und dachte zuerst, ich sei in Kroatien. Ich war am Strand, am Meer - jeden Morgen. Ich habe trainiert, fühlte mich fit und habe viel geschlafen. Gutes Essen, gute Stimmung, tolle Leute", schwärmt Hamilton. Mit dabei war übrigens auch Sängerin Rita Ora, mit der der Weltmeister am Sonntagabend auch seinen Rennsieg feierte. Möglicherweise läuft es für Hamilton also auch abseits der Rennstrecke aktuell ganz gut.

"Insgesamt bin ich eine positive Person. Aber wie wir alle habe ich Höhen und Tiefen. Ich kann negative Dinge in positive umwandeln. Ich habe da eine Möglichkeit gefunden", verrät Hamilton und ergänzt: "Das heißt nicht, dass ich das immer schaffe. Aber wenn es zählt, dann klappt es zum Glück. Ich glaube, dass wir alle das können. Es gibt kein wirkliches Geheimnis."

Ist Hamilton stärker als je zuvor?

Gegenüber 'Sky Sports F1' erklärt der 31-Jährige außerdem, dass er sich aktuell stärker fühlt als je zuvor. "Obwohl ich älter werde, denke ich, dass ich derzeit in meiner Blütezeit bin. Dieses Jahr war eine Saison, an der ich gewachsen bin. Ich hatte viele Höhen und Tiefen, wir hatten viele Probleme. Das ist eine Möglichkeit, um zu wachsen und zu lernen. Heute fühle ich mich toll, energiegeladen und stärker denn je in diesem Auto", freut er sich.

"Wenn ich in Hochform bin, spüre ich keine Probleme. Beim nächsten Rennen möchte ich genau so ankommen. Ich fühle mich sehr stark jetzt. Wir haben alle unsere Ups und Downs. Körperlich fühle ich mich toll, ich könnte gleich noch einmal fahren. Ich denke aber, niemand ist unschlagbar. Ich konnte durch diese Tiefs jedoch eine starke mentale Einstellung mitnehmen, die ich heute gehabt habe", so Hamilton.

Bereits beim kommenden Rennen in Ungarn hat es Hamilton nun selbst in der Hand, erstmals in dieser Saison die WM-Führung zu übernehmen. Und das aktuelle Momentum des Champions lässt kaum einen Zweifel daran zu, dass ihm das auch gelingen wird. "Der reine Speed ist nicht das Problem", erklärt Hamilton daher auch im Hinblick auf die WM. Er ist weiterhin voll von seinen Fähigkeiten überzeugt.

Mentaler Vorteil gegenüber Rosberg

"Ich habe eben nur noch diesen einen Motor. Ich versuche, den so lange es geht zu fahren", schildert der Brite seine größte Herausforderung in diesem Jahr. "In einem Rennen - möglicherweise nach der Sommerpause - werde ich von ganz hinten starten mit der Strafe. Hoffentlich kann ich dann mit dem Motor weiterfahren. Bisher hat die Zuverlässigkeit eine wichtige Rolle gespielt."


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Hamilton ist davon überzeugt, dass er die WM schon lange anführen würde, wenn er zu Saisonbeginn nicht so große Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit gehabt hätte. Unter anderem die Rennen in China und Russland hätte er laut eigener Aussage ziemlich sicher gewinnen können. "Aber diese Dinge stellen uns eben auf eine Probe", weiß Hamilton und erklärt: "Wer hätte gedacht, dass wir an diesem Wochenende dominieren?"

Im Hinblick auf seinen letzten Motor erklärt er: "Leider werde ich damit nicht bis zum Ende des Jahres durchfahren können, aber heute bin ich schonend gefahren." Er habe "alles runtergefahren, als es nicht notwendig war" und erklärt: "Trotzdem konnte ich den Abstand beibehalten. Ich hatte einen Puffer von sechs oder sieben Sekunden." Für Rosberg wird es in den kommenden Wochen jedenfalls nicht einfacher werden - Denn Hamilton ist auch mental wieder voll da.

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