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Wunderrunde "zum Aufwachen": So stark ist McLaren wirklich

McLaren-Erfolg in Sotschi: Eine Wunderrunde ohne Sprit sparen, in der Alonso plötzlich zwei Sekunden schneller war, und die ersten WM-Punkte

(Motorsport-Total.com) - McLaren ließ im Rennen zum Russland-Grand-Prix am Sonntag mächtig aufhorchen: Grund dafür war nicht nur der sechste Platz Fernando Alonsos, der gleichbedeutend mit den ersten WM-Punkten des Jahres war, sondern auch eine Wunderrunde. Im 48. Umlauf drehte der Spanier den Honda-Antrieb voll auf, dachte nicht an den Spritverbrauch und ließ es wie im Qualifying fliegen. "Ich wollte einfach meinen Spaß haben", erklärte er dem Team im Funk eine Zeitenexplosion.

Fernando Alonso

Fernando Alonso juckte der Gasfuß, das Ergebnis war mehr als erstaunlich Zoom

Alonso brannte eine 1:40.5 Minuten schnelle Runde in den Asphalt. Er war damit 1,8 Sekunden schneller als im Umlauf zuvor und 2,3 Sekunden besser als danach. Das ist nur ein Beispiel. Es zeigt: Wenn McLaren nicht gezwungen ist, den Honda-Hybriden wegen seines Benzindurstes und seiner Defektanfälligkeit zu schonen, macht das Chassis den MP4-31 sogar zu einem Daueranwärter auf große WM-Punkte.

Das hat auch Alonso erkannt: "Das Auto ist gut, aber wir sparen während der Rennen so viel Sprit", hadert er und outet sich als Vollgas-Junkie. "Da muss dann mal eine schnelle Runde eingeschoben werden um aufzuwachen. Ich habe mich nicht gut gefühlt." Rennleiter Eric Boullier erklärte das gedrosselte Tempo mit den großen Zeitlücken nach vorne und hinten. Er sprach von einem Rennen "mit einem Augen auf der Spritnadel".

Poller in Kurve 2 ruinierte Jenson Buttons Rennen

Der Wunderrunde zum Trotze weiß Ex-Weltmeister Alonso seinen Rang sechs in Sotschi jedoch einzuordnen. "Wir hatten eine Portion Glück mit den Unfällen. Da gab es Positionsgewinne gratis", bemerkt er über die Kollisionen in der Startkurve, die neben Sebastian Vettel auch die Red-Bull- und die Force-India-Piloten für McLaren aus dem Weg räumten.


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Zuletzt waren Alonso und Jenson Button allerdings nicht in der Lage, eine solche Ausgangsposition zu halten. "Heute war es anders, wir hatten auch das Tempo", unterstreicht Alonso. "Das Qualifying war noch enttäuschend, das war jetzt eher unser Leistungsvermögen. Punkte zu holen sollte ab jetzt immer das Ziel sein." Jenson Button erreichte das Ziel nur als Zehnter, profitierte aber auch nicht am Start.

Genau das fuchst Button: Er spricht von einem "Durcheinander" in der ersten Kurve und beklagt, dass die großen Auslaufzonen viele Piloten dazu ermutigt hätten, einfach geradeaus weiterzufahren anstatt einzulenken. "Wenn man während des Rennens dort fährt, ist es langsamer, aber nicht in der ersten Runde", erklärt der Routinier, wie sich ein Tohuwabohu umgehen und das Risiko minimieren lässt. Laut dem McLaren-Piloten bewegt der kleine Poller und der erhöhte Randstein, der in Kurve 2 auf der Innenseite steht, Fahrer zusätzlich zu riskanten Bremsmanövern mit doppeltem Boden.

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