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Reifenfresser: Pneus geben die Williams-Strategie vor

Mutiert der Williams in diesem Jahr wieder zum Reifenfresser? Valtteri Bottas und Felipe Massa bekommen in Sotschi im Laufe des Rennens Probleme mit den Pneus

(Motorsport-Total.com) - Als einziger Top-10-Pilot absolvierte Felipe Massa in Sotschi zwei Boxenstopps. Eigentlich sah es danach aus, dass Williams den Brasilianer gegen Rennende noch ein zweites Mal zum Service holte, um bei einer möglichen Safety-Car-Phase spät im Rennen einen Vorteil zu haben. "Nein, so war das nicht", erklärt Williams-Chefingenieur Rob Smedley allerdings und verrät: "Er spürte, dass er das Heck etwas verlor. Da habe ich die Entscheidung getroffen, dass ein Sicherheitsstopp die beste Lösung ist."

Felipe Massa

Felipe Massa musste einmal mehr stoppen als die anderen Toppiloten Zoom

"Es gab keinen Grund, irgendetwas zu riskieren, denn er hatte hinten nur noch wenig Grip", so Smedley, der darauf verweist, dass Massa so einen großen Vorsprung auf den sechstplatzierten Fernando Alonso hatte, dass er sogar fast genug Luft für zwei weitere Boxenstopps gehabt hätte. Damit ist allerdings auch klar, dass Williams von allen Topteams offenbar die größten Probleme mit den Reifen hatte.

Denn auch bei Teamkollege Valtteri Bottas gingen die superweichen Reifen im ersten Stint bereits früher als bei den Konkurrenten in die Knie (zur Übersicht der Boxenstopps). Der Finne kam bereits nach 16 Runden zum Service, während Kimi Räikkönen beispielsweise 20 Runden auf den gleichen Pneus fahren konnte und Nico Rosberg sogar 21. "Die Wahrheit ist, dass die Reifen von Valtteri bereits ziemlich am Ende waren", gesteht Smedley.

"Es hätte also keinen Sinn ergeben, noch länger draußen zu bleiben", erklärt der Chefingenieur. Bottas kämpfte zu diesem Zeitpunkt mit Lewis Hamilton und Räikkönen um Rang zwei. "Wenn er das gemacht hätte, dann wären sie entweder so nah herangekommen, dass sie uns beim Stopp überholt hätten, wenn sie eine Runde früher gekommen wären, oder sie hätten uns sogar schon auf der Strecke überholt", so Smedley.


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Räikkönen, der vier Runden länger draußen bleiben konnte, überholte Bottas letztendlich trotzdem an der Box. Smedley erklärt, dass der Finne im Kampf mit Hamilton und Alonso nach seinem Service zu viel Zeit verlor. "Ob wir Räikkönen hinter uns behalten hätten, wenn wir nach dem Stopp vor ihm geblieben wären, ist eine andere Frage", muss der Brite allerdings einräumen.

Ein Einsatz der Medium-Reifen kam für Williams übrigens nicht infrage. "Wir glauben, dass es eine kleine Chance gab, mit den Mediums bis zum Ende durchzufahren, so wie bei Rosberg 2014. Das Problem war aber, dass sie einfach zu langsam waren", erklärt Smedley und verrät: "Zwei Sätze weiche Reifen waren immer noch besser als ein Satz Mediums." Trotz des starken Reifenabbaus feierte Williams mit den Plätzen vier und fünf sein bestes Saisonergebnis.