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Williams: Stroll auch beim Heimspiel von Massa abgehängt

Rookie Lance Stroll sieht auch beim Heimspiel in Kanada keinen Stich gegen Felipe Massa und kritisiert die Strategie - Der Brasilianer zeigt als Siebter eine gute Leistung

(Motorsport-Total.com) - Wieder einmal gemischte Gefühle bei Williams: Während Felipe Massa beim Qualifying in Montreal als Siebter "Best of the Rest" hinter den drei Topteams wurde, scheiterte Lance Stroll wieder einmal bereits in Q1 und wird am Sonntag lediglich von Rang 17 in sein Heimspiel starten. "Es war ein schwieriger Tag. Das Aufwärmen der Reifen war hart, und wir gingen ganz zu Beginn der Session raus und bleiben die ganze Zeit auf einem Satz", erklärt Stroll, der im Qualifyingduell mit Massa jetzt bereits mit 0:7 hinten liegt.

Lance Stroll

Lance Stroll kann das Ruder (bisher) auch beim Heimspiel nicht herumreißen Zoom

"Rückblickend wäre es vielleicht die richtige Entscheidung gewesen, noch einmal einen neuen Satz aufzuziehen, als die Strecke am besten war", übt Stroll leichte Kritik an seinem Team. "Aber das sagt sich jetzt so leicht. Manchmal funktioniert eine Strategie und manchmal nicht. Wir müssen uns das ansehen und genau verstehen, was passiert ist", so der 18-jährige Lokalmatador.

Er selbst wollte sich als Rookie in Q1 übrigens nicht gegen die Entscheidung des Teams stellen, die Session mit einem Reifensatz zu beenden. Er erklärt: "Ich sage dem Team meine Meinung, aber letztendlich liegt es an ihnen, denn ich habe nicht das Wissen und die Erfahrung der vergangenen Jahre, wie sich die Strecke im Qualifying verändert. Ich konzentriere mich einfach aufs Fahren und verlasse mich bei diesen Entscheidungen auf das Team."

Strolls Selbstvertrauen nicht erschüttert

Ohnehin hat Stroll - übrigens nicht als einziger Pilot im Feld - am gesamten Wochenende Probleme gehabt, den nötigen Grip zu finden, und auch mit der Balance seines Autos war er nicht zufrieden. "Wir sind mit dem Auto nach dem dritten Training in eine Richtung gegangen, die es kompliziert gemacht hat. Es war einfach nicht gut genug, um vorne dabei zu sein", ärgert er sich.


Fotos: Williams, Großer Preis von Kanada, Samstag


Ein grundsätzliches Qualifyingproblem sieht der Rookie übrigens nicht - trotz seiner siebten Niederlage in Folge gegen den Teamkollegen. "In Barcelona gab es ein anderes Problem mit den Reifen, und in Monaco hatten wir ein technisches Problem - das zähle ich also gar nicht mit." In Kanada habe ihm nun die Strategie einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Ich denke, es wäre eine viel bessere Zeit möglich gewesen", erklärt er selbstbewusst.

Auch seinen Rückstand auf Massa im Qualifying (1,351 Sekunden) sieht er nicht dramatisch. "Man kann die Q3-Zeit von Felipe nicht vergleichen, denn die Strecke wurde besser. Und in Q1 war ich nur sieben Zehntel hinten. Das hört sich zwar nach viel an, aber letztendlich ist es nur ein bisschen in jeder Kurve, und ich bin vorher noch nie hier gefahren", errinert er. Letztendlich hätten ihm lediglich "Details" gefehlt.

Massa holt das Maximalergebnis

Genau diese "Details" hat Teamkollege Massa ganz offensichtlich gefunden. "Ich hatte ein tolles Qualifying, eine gute Runde und starte aus der bestmöglichen Position", freut sich der Brasilianer. Doch was ist für ihn nun im Rennen drin? "Meine Rennpace war gestern nicht schlecht", gibt er sich angriffslustig und erklärt, dass man vielleicht "eine kleine Chance" habe, die Red Bulls zu attackieren.


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"Momentan müssen wir uns aber mehr auf die Force Indias konzentrieren", weiß der Routinier. Sergio Perez und Esteban Ocon starten morgen unmittelbar hinter ihm. "In erster Linie wird es für uns darum gehen, unsere Position zu halten. Im Rennen kann viel passieren, und wir hoffen natürlich, dass es uns hilft, wenn irgendetwas passiert", spielt er auf mögliche Safety-Car-Phasen oder ähnliches an - in Montreal nichts ungewöhnliches.

Unter normalen Umständen sollte es für Massa morgen auf jeden Fall zu einigen Punkten reichen. Das sieht bei Stroll von Startplatz 17 aus natürlich ganz anders aus. "Es ist eine neue Strecke für ihn, und sie ist nicht einfach", nimmt der Brasilianer seinen Teamkollegen in Schutz und erklärt: "Er hat definitiv nicht das Beste herausgeholt, aber er lernt und sammelt immer mehr Erfahrung." Ob sich das im Rennen am Sonntag dann auch auszahlt?