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  • 09.09.2013 · 09:01

  • von Roman Wittemeier

Williams: Solides Halbjahresergebnis

Williams Grand Prix Holdings legt die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2013 vor: Gesamtumsatz sinkt, Formel-1-Geschäft bleibt stabil

(Motorsport-Total.com) - Williams ist in der Formel 1 sportlich nicht sonderlich gut auf Kurs, aber wirtschaftlich präsentiert sich das Unternehmen stabil. Die Williams Grand Prix Holdings, unter deren Dach auch das Formel-1-Team aus Grove beheimatet ist, hat nun die Geschäftszahlen des ersten Halbjahres 2013 vorgelegt. Die gesamte Unternehmensgruppe hat demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Umsatz von 57,7 Millionen Pfund (rund 68,4 Millionen Euro) gemacht.

Williams-Logo

Die Formel-1-Abteilung konnte sich wirtschaftlich stabil darstellen Zoom

Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz bei 64,9 Millionen Pfund (77 Millionen Euro) gelegen. Der Rückgang ist vor allem im mäßigen Geschäft des Unternehmenszweigs Williams Advanced Engineering begründet. Dort konnte man den Gewinn vor Steuern zwar um rund 20 Prozent auf 4,5 Millionen Pfund erhöhen, aber der Umsatz ging nahezu um 50 Prozent auf 11,2 Millionen Pfund zurück. Das Unternehmen begründet dies in einem Rückgang der Aufträge als Subunternehmer für andere Firmen.

Das Formel-1-Geschäft blieb trotz der sportlichen Talfahrt von Williams bislang recht stabil. Im ersten Halbjahr erreichte man in der Grand-Prix-Abteilung einen Umsatz von 43,5 Millionen Pfund - ein minimaler Zuwachs im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Der Gewinn vor Steuern stieg sogar von 4,6 auf 5,6 Millionen Pfund (6,6 Millionen Euro) an. Die Bereiche Williams Hybrid Power (WHP) sowie Williams Technology Centre in Katar entwickelten sich aus Williams-Sicht erwartungsgemäß - also eher schleppend.

"Auch wenn wir in der Formel 1 sportlich derzeit nicht die Ergebnisse holen, die zu einem Team wie unserem passen, so haben wir dennoch zeigen können, dass wir uns wirtschaftlich an allen Fronten verbessern", sagt Unternehmensgründer Frank Williams. "Wir haben in diesem Jahr wichtige personelle Veränderungen vorgenommen, um wieder auf die Siegerstraße zu kommen. Dabei ist vor allem Technikchef Pat Symonds hervorzuheben, der Führungsqualitäten und technisches Wissen mehrfach erfolgreich dargestellt hat."


Fotos: Williams, Großer Preis von Italien


"Wir haben außerdem eine langfristige Partnerschaft mit Mercedes auf den Weg gebracht, die uns im Zuge der bevorstehenden Regeländerungen im kommenden Jahr in eine gute Position bringen wird. Wir haben 2013 neun Sponsorendeals verkünden können und haben viele potenzielle Partner für die Saison 2014 in der Pipeline", sagt Williams, der gemeinsam mit den Verantwortlichen der Williams Grand Prix Holding auf Nachhaltigkeit in der wirtschaftlichen Entwicklung setzt.

"2013 steht im Zeichen unserer Strategie, das Unternehmen auf und abseits der Strecke langfristig gut aufzustellen", kommentiert Mike O'Driscoll, Geschäftsführer der Holding. Die Halbjahresergebnisse seien die Konsequenz dieser Strategie. Man habe sportlich in der Formel 1 zwar nicht allzu gut ausgesehen, wirtschaftlich aber eine stabile und solide Grundlage, auf der man für die Zukunft etwas aufbauen könne. Die Williams Grand Prix Holding will in Zukunft vor allem von Partnerschaften im Bereich Automotive profitieren.

"Es gibt neue Projekte gemeinsam mit Nissan-Nismo für den Bau von Hochleistungs-Sportwagen, wir werden die Hybridsysteme für alle 42 Fahrzeuge der Formula E liefern", so O'Driscoll. "Auch die Reaktionen auf den Jaguar C-X75, der in er Williams-Fabrik gebaut wird, waren durchweg positiv. Wir investieren kräftig in die Zukunft von Williams Advanced Engineering, deren neue Fabrik in Grove Anfang des kommenden Jahres fertig sein wird. Wir wollen weiter wachsen. Bisher haben wir unsere Ziele erreicht."

Die Williams Grand Prix Holdings, deren Aktien an der Frankfurter Börse (ETR: WGF1) notiert sind, kommt bei Anlegern derzeit nur mäßig an. Der Kurs der Aktie ging in den vergangenen sechs Monaten von rund 22 Euro auf derzeit knapp 18 Euro zurück. Schlechte Zeiten für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, der seine Anteile an Williams offenbar verkaufen möchte. Angeblich ist ein russischer Investor an der Übernahme der 30 Prozent Anteile interessiert. Im Formel-1-Fahrerlager kursierte zuletzt aber auch das Gerücht, dass Ross Brawn die Anteile übernehmen könnte.