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Williams-Cockpit weg: Korruptionsaffäre kippt Markelows Formel-1-Karriere

Artjom Markelow war auf gutem Weg zu einem Stammplatz bei Williams, doch als sein Vater wegen Bestechung festgenommen wird, endet der Traum jäh

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Karriere von Artjom Markelow ist nach dem Korruptionsskandal rund um seinen Vater in akuter Gefahr. Der russische Formel-2-Pilot galt noch vor wenigen Wochen als heißester Anwärter auf ein Cockpit bei Williams und war sogar schon beim Team in Grove zu Besuch, um im Simulator zu arbeiten und einige Tests zu bestehen, was Williams mit jedem potenziellen Piloten macht.

Artjom Markelow

Artjom Markelow kann sich wohl vom Formel-1-Traum verabschieden Zoom

Nach dem Großen Preis von Russland hat sich der Wind nun aber um 180 Grad gedreht. Denn dort wurde bekannt, dass Vater Walerie Markelow aufgrund einer Bestechungsaffäre festgenommen wurde. Der Eisenbahnunternehmer soll einen Mitarbeiter des russischen Innenministeriums bestochen habe, um Vorzüge bei einer Auftragsvergabe zu bekommen.

Es heißt, dass Markelow und seine Geschäftspartner über mehr als zehn Jahre lang jeden Monat 150.000 Euro gezahlt haben sollen. Dadurch wurde das Unternehmen 1520, bei dem Markelow der größte Teilhaber ist, zum größten Auftragnehmer der Eisenbahngesellschaft Russian Railways. So soll 1520 mittlerweile Verträge im Wert von fast drei Milliarden Euro ausgehandelt haben.

Das Formel-2-Team Russian Time, das extra für Artjom Markelow gegründet wurde und mit dem er nun fünf Jahre in der Serie fährt, trug sowohl Logos von Russian Railways und 1520 als auch von Moboil, wo Markelow sen. ebenfalls größter Teilhaber ist.

Artjom Markelow

Der Russe durfte in Sotschi sogar das Freitagstraining für Renault bestreiten Zoom

Und weil Markelow sen. nun namentlich in einen der größten Korruptionsskandale in Russland verwickelt ist, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Karriere seines Sohnes. Dieser Fall könnte die Karriere des aktuellen Renault-Testpiloten sogar komplett stoppen: Zum einen dürfte er nun Probleme haben, die notwendige Finanzierung zu finden, zum anderen dürfte sich ein Team wie Williams kaum auf einen so besudelten Namen einlassen.

Williams könnte eine großen Imageschaden erleiden, wenn man Markelow verpflichten sollte. Man darf nicht vergessen: Williams ist an der Börse notiert und kann sich ein solches Risiko im Grunde nicht leisten.

Teamnahe Quellen halten nun Formel-2-Spitzenreiter George Russell und den bisherigen Piloten Sergei Sirotkin für die wahrscheinlichsten Kandidaten. Esteban Ocon könnte auch in diesem Fall leer ausgehen, weil Mercedes wohl nicht glaubt, dass der aktuelle Konstrukteurs-Letzte die beste Option für den Franzosen ist.

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