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  • 07.09.2014 · 21:17

  • von Rebecca Friese & Dominik Sharaf

Wieder Pfiffe: Hat Rosberg die Sympathie der Fans verspielt?

Mercedes-Pilot Nico Rosberg wurde für seinen zweiten Platz in Monza auf dem Podium erneut mit Buhrufen der Fans empfangen

(Motorsport-Total.com) - Die italienischen Tifosi hatten keinen leichten Rennsonntag. Fernando Alonso schied aus dem Grand Prix aus und mit Kimi Räikkönen kam der zweite Ferrari nur auf Platz zehn ins Ziel. Damit stand seit 2008 zum ersten Mal kein Vertreter ihrer heiß geliebten Scuderia auf dem beeindruckenden Podium. Ihren Frust konnten sie an Nico Rosberg auslassen, der wegen der Kollision mit Teamkollege und Monza-Sieger Lewis Hamilton noch immer in der Kritik zu stehen scheint.

Nico Rosberg

"Hör auf zu schummeln" - Nico Rosberg hat an Sympathie eingebüßt Zoom

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass der Sonnyboy von Mercedes zum Objekt der Unmutsbekundungen der Zuschauer werden würde. Rosberg musste sich schon direkt nach dem Grand Prix von Belgien den Buhrufen der Fans stellen. In Monza pfiffen ihn die Tifosi aus.

Mit seinen Italienischkenntnissen versuchte der Deutsche die unangenehme Situation während der Podiumsinterviews noch zu entschärfen, aber die Fans hatten sich ihre Meinung schon gebildet. "Das ist natürlich nicht schön, aber was soll ich sagen", so Rosberg. "Ich hoffe, dass sie mit der Zeit vergeben und vergessen. Ich habe mich entschuldigt, mehr kann ich wirklich nicht tun."

Wolff: "Es tut mir Leid für den Sport"

Dem Formel-1-Zuschauer sind solche Szenen nicht unbekannt. Zu Buhrufen kam es schon in der vergangenen Saison, als Sebastian Vettel Mittelpunkt der Fan-Missgunst war. Dem viermaligen Weltmeister wurde aber eher seine Dominanz vorgeworfen, als unfaires Verhalten wie in Rosbergs Fall. Vettel wurde dabei zuerst in Kanada ausgepfiffen, wo die Fans ebenfalls lieber Lewis Hamilton hätten siegen sehen wollen. Die leidenschaftlichen Tifosi übernahmen auch damals die Negativstimmung.

Toto Wolff ist generell gegen das Ausbuhen von Fahrern: "Es tut mir Leid für den Sport, wenn die Jungs sich da draußen die Seele aus dem Leib fahren. Das ist kein Sportsgeist, diese Leute haben noch nie in ihrem Leben Sport gemacht. Deshalb gibt es nur eine Antwort darauf: Die heißt ignorieren."


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Italien, Sonntag


Doch der Mercedes-Motorsportchef weiß die Situation auch einzuordnen: "Auf dem Podium sollte nicht gebuht werden. Sport soll die Menschen zusammenbringen. Aber beide haben ihre Fans und die sind sehr emotional. Es braucht da eine gewisse Härte, wenn man Fahrer ist. Wer an die Spitze will, muss das durchstehen. Man muss auch verstehen, dass es Ferrari-Land ist. Für Ferrari war es ein schwarzer Tag. Da spielt einiges an Frust mit. So gesehen kann man das Buhen in Bezug auf die Gesamtsituation, aber nicht auf die Fahrer, verstehen."

Auch Hamilton hat Mitleid

Selbst Hamilton war die Stimmung während der Zeremonie allerding nicht behaglich. "Es hat sich etwas unangenehm angefühlt, als sie Nico ausgebuht haben", gesteht er gegenüber ' Sky Sports F1'. "Ich mag diese Buhrufe im Sport gar nicht. Wenn man nach einem solchen Rennen aus dem Cockpit steigt, dann sollte es nicht so etwas als Reaktion geben."

Hamilton hatte sich in Monza gegen Rosberg durchsetzen können, Rosberg hatte sich mit seinen Fahrfehlern selbst aus dem Rennen um den Sieg genommen und trotzdem wurde er noch ausgepfiffen. Ob das auch in Singapur der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Was Rosberg aber beruhigen könnte: Der letzte Fahrer, der auf dem Podium ausgebuht wurde, wurde am Ende Weltmeister...

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