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Whitmarsh von Button beeindruckt

Trotz KERS-Problemen kletterte Jenson Button in Abu Dhabi als Dritter auf das Podium - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist voll des Lobes für seinen Landsmann

(Motorsport-Total.com) - Seit der Sommerpause hatte Jenson Button in den Rennen meistens die Oberhand über seinen McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton. Am vergangenen Sonntag passte bei Hamilton alles zusammen und er feierte seinen dritten Saisonsieg. Button wurde Dritter und hatte im Rennen mit mehreren Problemen zu kämpfen. Auf der Strecke gab es zunächst ein enges Duell gegen Mark Webber (Red Bull), anschließend entwickelte sich ein Fernduell, weil der Australier mit einer anderen Strategie unterwegs war. Button setzte sich gegen Webber durch, doch er hatte ein Handicap.

Jenson Button, Mark Webber

Jenson Button setzte sich gegen Mark Webber zur Wehr und setzte sich durch

KERS funktionierte nicht, dann arbeitete es wieder und hatte wieder Aussetzer. Das bedeutete in jeder Runde einen kleinen Zeitverlust. Obwohl McLaren in Abu Dhabi den Sieg von Hamilton feierte, streicht Teamchef Martin Whitmarsh die starke Leistung Buttons heraus. "Wir werden dieses Rennen für den großartigen Sieg von Lewis in Erinnerung behalten, aber wir dürfen Jensons Leistung nicht vergessen."

"Bereits früh im Rennen gab es einen KERS-Defekt und er musste 20 Runde ohne das Energierückgewinnungs-System fahren. Für das restliche Rennen versuchten wir es wieder zum Laufen zu bringen. Dann versagte es aber erneut", schildert Whitmarsh. "Er versuchte einen Rhythmus zu finden, ein konstantes Tempo zu fahren, seine Position zu verteidigen und durch den Verkehr zu kommen. Seine Bremsbalance änderte sich mit und ohne KERS stark."


Fotos: Jenson Button, Großer Preis von Abu Dhabi, Sonntag


"Deshalb hat er unglaubliche Arbeit geleistet. Wir hatten ihn leider vor eine große Herausforderung gestellt. Es war eine tolle Leistung, dass er trotzdem auf das Podium gefahren ist." Das KERS-Problem trat schon sehr früh auf und konnte im Rennen nicht vollständig gelöst werden. "Ungefähr in Runde zehn gingen die Probleme los. Dann ist er ungefähr 20 Runden ohne KERS gefahren."

"Dann hatte er kurzfristig das System wieder zur Verfügung, weil wir es fünfmal neu gestartet haben", so Whitmarsh. "Jenson hat eine sehr starke Leistung abgeliefert, denn KERS macht nicht nur bei der Rundenzeit einen großen Unterschied aus, sondern auch bei der Balance des Autos. Man kann nicht vorhersagen, wann das System versagt. Immer wenn es den Dienst quittierte, kam Jenson bei der nächsten Kurve mit einer komplett anderen Bremsbalance an."

"Ich denke, dass es nie einfach ist, wenn man mit hoher Geschwindigkeit auf eine Haarnadel zufährt und sich fragt, ob KERS funktioniert und wie die Bremsbalance sein wird. Das ist mental, aber auch physisch nicht einfach." Trotz der Probleme hat Button eine gute Chance Vizeweltmeister zu werden. Vor dem Saisonfinale in Brasilien hat der Brite zehn Punkte Vorsprung auf Fernando Alonso (Ferrari).

Whitmarsh denkt aber nicht, dass das für Butten extrem wichtig ist. "Es gibt noch den Kampf um den zweiten WM-Platz. Sonntagvormittag haben wir mit Jenson über verschiedene Strategien gesprochen. Mir gefiel, dass er meinte, wir sollen ein Risiko bei der Strategie eingehen, sollte sich die Möglichkeit ergeben. Er hatte die Einstellung, dass ihm der zweite WM-Platz egal ist, sondern nur der Rennsieg zählt."

"Er will das Rennen gewinnen. Sollte das Risiko nicht aufgehen und er verliert den zweiten WM-Platz, dann wäre es okay für ihn. Ich finde, dass ist die richtige Einstellung, denn ehrlich gesagt zählen für uns Siege und nicht, dass wir mit allen Mitteln Zweiter in der WM werden. Das ist eine tolle Einstellung."