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  • 13.12.2017 · 16:42

  • von Mario Fritzsche & Lawrence Barretto

Wegen Honda: McLaren fürchtete Kündigungen

Nach Ende der Zusammenarbeit mit Honda gesteht McLaren-Rennleiter Eric Boullier, dass man sich im Team angesichts der Krise um den Verbleib der Mitarbeiter sorgte

(Motorsport-Total.com) - McLaren und Honda gehen nach drei krisengeschüttelten Formel-1-Jahren ohne Top-Ergebnisse fortan getrennte Wege. Während sich McLaren für die Saison 2018 Renault als neuen Antriebspartner geangelt hat, rüstet Honda ab sofort Toro Rosso mit seinen Antriebseinheiten aus.

Eric Boullier

McLaren-Rennleiter Eric Boullier sorgte sich in der Honda-Krise um den Zusammenhalt Zoom

Seitens Honda wurde kürzlich offen zugegeben, dass man über das Ende der Zusammenarbeit mit McLaren nicht gerade unglücklich ist. Und auch im McLaren-Lager fällt vielen ein Stein vom Herzen. Rennleiter Eric Boullier gesteht, dass er angesichts der Krise Kündigungen seiner Mitarbeiter fürchtete.

"Ich ging zum Management, legte die Daten vor und sagte, dass wir ein weiteres Jahr wie dieses nicht akzeptieren können", offenbart Boullier gegenüber 'Formula1.com'. Zeitlich bezieht sich der Franzose dabei auf die Barcelona-Tests in Vorbereitung auf die Saison 2017, als klar wurde, dass auch das neue Motorenkonzept von Honda keine Bäume ausreißen würde - ganz im Gegenteil.

Fernando Alonso

Pleitenserie im Winter in Barcelona war für Boullier Anlass zur Sorge um die Mitarbeiter Zoom

"Wir hatten ein schwieriges erstes Jahr mit Honda, wir hatten ein schwieriges zweites Jahr und wir hatten erwartet, dass die Fortschritte groß genug sein würden, um uns wieder dorthin zu bringen, wo wir hingehören. Doch Barcelona machte deutlich, dass wir uns rückwärts entwickeln und das war absolut keine Option", so Boullier.

"Da habe ich natürlich gewarnt vor den Konsequenzen, die ein weiteres Jahr ohne Ergebnisse mit sich bringen könnte. Wir haben unser Team in den vergangenen drei Jahren mit vielen sehr guten Leuten neu aufgebaut. Das sind alles richtige Wettbewerbstypen, die es gewohnt sind, zu gewinnen. Es bestand einfach die Gefahr, dass wir diese Leute verlieren würden und darum drehten sich die Diskussionen zu Saisonbeginn", gesteht der McLaren-Rennleiter.

Letztendlich aber hat, abgesehen von den Honda-Leuten, niemand McLaren verlassen, wie Boullier zufrieden herausstellt. Und noch etwas möchte der McLaren-Rennleiter nicht unerwähnt lassen: "Wenn man sich anschaut, was wir in Sachen Performance, und damit meine ich Chassis-Performance, erreicht haben, dann können wir es zurück auf die oberste Stufe des Podiums schaffen. Es ist eine große Genugtuung, dass wir das unter diesen schwierigen Umständen geschafft haben. Wir haben die vergangenen drei Jahre lang so stark gelitten, aber niemand hat das Team verlassen."