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Webbers Entschuldigung: Wenn Emotionen hochkochen

Die Luft im Bullenstall scheint gereinigt: In einem Statement entschuldigt sich Mark Webber nun für seinen "australischen Sarkasmus" beim Silverstone-Grand-Prix

(Motorsport-Total.com) - Ist der "Bullenkrieg" vorbei? Mark Webber macht jetzt einen Rückzieher und entschuldigt sich für seine sarkastischen Sticheleien in Silverstone. Der Australier war sauer, nachdem er im Qualifying am Samstag seinen neuen Frontflügel an Red-Bull-Teamkollege Sebastian Vettel abtreten musste.

Mark Webber

Mark Webber bedauert nun seine Äußerungen nach dem Silverstone-Sieg Zoom

Nach seinem Sieg sagte er über Boxenfunk: "Nicht schlecht für einen Nummer-2-Piloten" und legte später nach. Er hätte nie seinen Vertrag bei Red Bull unterschrieben, wenn er gewusst hätte, dass es so läuft, erklärte er vor Journalisten. Unter anderem Vettel und der frühere Red-Bull-Pilot David Coulthard rieten Webber, solche Vorwürfe nicht in der Öffentlichkeit zu machen. Nach einer Aussprache mit Teamchef Christian Horner entschuldigt sich der Australier nun in einem Statement.#w1#

"Meine Enttäuschung über das Qualifying am Samstag hielt auch am Sonntag noch an. Aber das lag schlicht und ergreifend daran, dass ich, wie jeder andere Fahrer im Feld, die bestmögliche Erfolgschance haben wollte", so Webber. "Sebastian hat den neuen Frontflügel aus Gründen erhalten, die mir bis zum späten Samstagnachmittag nicht klar genug erläutert worden waren."

"Mein Kommentar im Boxenfunk nach dem Rennen war ein Beispiel für australischen Sarkasmus." Mark Webber

"Mir ist natürlich klar, warum ein Team in gewissen Fällen einen Fahrer bevorzugen muss, der in der Meisterschaft mehr Punkte hat, wenn die Ressourcen nur ausreichen, um einen von uns zu unterstützen", fährt der Australier fort. "Wir haben das Rennwochenende in der Fabrik bereits nachbesprochen und die Luft gereinigt. Es wird nun wohl so sein dass, falls wir noch einmal in ein eher unwahrscheinliches Dilemma wie dieses geraten, der Fahrer bevorzugt wird, der mehr Punkte hat."

"Natürlich sagt man im Eifer des Gefechts Dinge, die man im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht hätte sagen sollen", bedauert Webber. "In der Formel 1 herrschen hoher Druck und enger Wettbewerb. Und wie in vielen Sportarten kochen die Emotionen und das Adrenalin hin und wieder hoch. Mein Kommentar im Boxenfunk nach dem Rennen war ein Beispiel für australischen Sarkasmus - im besten oder schlechtesten Sinne, ganz wie man es sehen mag."

¿pbvin|512|2913||0|1pb¿"Aber man kann versichert sein: Unter dem Helm habe ich mich riesig gefreut, einen der wichtigen Grand Prix im Formel-1-Kalender und das Heimrennen von Red Bull gewonnen zu haben", berichtet der Australier, für den Silverstone auch eine Art Heim-Grand-Prix ist. "Ich wohne nur 40 Minuten davon entfernt und Großbritannien und vor allem Buckinghamshire sind seit 15 Jahren meine Heimat. Von daher sind Silverstone und der Britische Grand Prix für mich etwas ganz Besonderes."

"Wir haben das Rennwochenende in der Fabrik bereits nachbesprochen und die Luft gereinigt." Mark Webber

"Das Team hat uns ein wunderbares Auto hingestellt und in kurzer Zeit sehr viel erreicht", erklärt Webber weiter. "In der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes arbeiten mehr als 500 Leute und ich weiß, dass jeder von ihnen die Höhen und Tiefen teilt, durch die Sebastian und ich während der Saison gehen. Ihre Unterstützung für uns beide ist phänomenal und am Sonntagabend waren viele von ihnen bei Christians jährlicher Rennparty dabei und haben unseren Sieg stilgerecht gefeiert."

Der Australier betont aber, dass die Silverstone-Ereignisse nicht zu einem Streit zwischen ihm und Teamchef Horner geführt haben: "Christian Horner und ich kennen uns nun seit vielen Jahren. Wir sind Freunde und haben großen Respekt voreinander, der sich auch auf andere Bereiche erstreckt, wie zum Beispiel unser GP3-Team und das gemeinsame Interesse, junge Renntalente zu fördern."


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Großbritannien


"Der gegenseitige Respekt im Team betrifft auch uns Fahrer", sagt er über das Verhältnis zu Vettel. "Ich weiß, dass ich einen sehr guten Fahrer als Teamkollegen habe und ich würde es nicht anders haben wollen. In Teammeetings tauschen wir offen Informationen aus und tragen so zur Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Autos bei. Seb und ich sind keine Feinde. Wir sind nur zwei Fahrer, die alles geben. Wir wollen das Beste für uns und für das Team, ganz einfach."

Jetzt will sich Webber nur noch über das "wunderbare Ergebnis" freuen, das er und das Team in Silverstone geholt haben. "Doch die Zeit rennt und durch zu langes Zurückschauen bereiten wir uns nicht auf Deutschland vor. Es galt, weiterzumachen", schließt er.

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