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  • 27.05.2018 · 22:59

  • von Norman Fischer & Stuart Codling

Warum Valtteri Bottas nicht mehr an die Box kam

Mit einem Boxenstopp hätte Valtteri Bottas keine Zeit verloren und frischere Reifen gehabt, dennoch verzichtete Mercedes bewusst auf einen zweiten Pneuwechsel

(Motorsport-Total.com) - Mercedes entschied sich, die Strategien seiner beiden Piloten nach dem ersten Boxenstopp in Monaco zu splitten. Während Lewis Hamilton vom Hypersoft auf den Ultrasoft wechselte, sollte Valtteri Bottas sein Glück mit den härteren Supersofts versuchen. Das schien auch die bessere Variante zu sein: Während Hamilton schnell über abbauende Reifen klagte, war Bottas mit seinen Schlappen gut dabei.

Valtteri Bottas © Sutton
Valtteri Bottas musste sich mit Rang fünf zufriedengeben

"Strategisch war es das Beste, was wir tun konnten", sagt Bottas nach dem Rennen. Zwar schien das Auto im Training auf dem Supersoft nicht gut zu funktionieren, doch heute war es laut dem Finnen am Ende der beste Reifen. "Er war robuster als die anderen, und ich habe gespürt, dass die Pace da war", sagt er. Trotzdem reichte es für Bottas im Ziel nur für den fünften Platz.

Denn trotz der besseren Reifen kam er den ganzen zweiten Stint über nicht an Kimi Räikkönens Ferrari vorbei. "Wenn man in Monaco nur von Rang fünf aus startet, dann muss man hoffen, dass irgendetwas passiert, weil man selbst mit einer guten Pace nicht nach vorne kommt", sagt Bottas. Seine Hoffnung war noch, dass die Konkurrenten auf den Ultrasoft-Reifen noch einmal zum Reifenwechsel hereinkommen würden, "aber das ist leider nie passiert".

Und so blieb es für ihn bei ein paar halbherzigen Versuchen gegen seinen Landsmann. Auf der Start- und Zielgeraden versuchte er immer nah an Räikkönen dran zu sein, um ihn aus dem Windschatten heraus angreifen zu können, "aber er hatte aus Kurve 18 heraus immer eine gute Traktion. Ich war nie nah genug dran, um nach innen zu stechen - und in Kurve 1 kann man sich leicht verteidigen", so Bottas. "Es gab keine Chance, denn er hat keine Fehler gemacht."

Hinzu kam, dass der Mercedes-Pilot im Verkehr Temperaturprobleme an Bremsen und Motor bekam, doch er geht nicht davon aus, dass das einen Unterschied gemacht hat. Das ist auch der Grund, warum Mercedes darauf verzichtete, Bottas noch einmal zum Reifenwechsel an die Box zu holen. "Wir hätten zwar keine Position verloren und er wäre am Ende auf frischeren Reifen gewesen, aber wir hatten ohnehin keine Supersofts mehr für ihn", sagt Motorsportchef Toto Wolff.

Auf Ultra- oder Hypersoft wollte man Bottas nicht wieder auf die Strecke schicken. "Das hätte ohnehin keinen Unterschied gemacht", betont Wolff. "Man kann sehen, dass man selbst mit einem Rundenvorteil von fünf Sekunden nicht überholt hätte, außer es wäre etwas passiert. Es hätte nichts verändert."

Und so muss Bottas einsehen, dass er heute im Rennen keine Chance auf ein besseres Ergebnis hatte. Womöglich hätte er am Samstag noch etwas herausholen können, doch heute gab es trotz der vermeintlich besten Strategie nichts zu verbessern. "Wir hätten nichts anders machen können", sagt er. "Platz fünf im Qualifying hat den Tag schwierig gemacht. Wir kennen unsere Schwächen, und diese Strecke hat sie herausgestellt."

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