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Vorbild Mercedes: Renault will Nachwuchs bei Kunden parken

Renault will den eigenen Nachwuchs in Zukunft ebenfalls bei den Kundenteams unterbringen - Aber würden sich die aktuellen Kunden überhaupt darauf einlassen?

(Motorsport-Total.com) - Renault möchte Piloten aus dem eigenen Nachwuchsprogramm in Zukunft bei seinen Kundenteams in der Formel 1 unterbringen. Die Franzosen verfolgen damit ein Konzept, wie es die Topteams teilweise bereits seit Jahren betreiben. So parkt Red Bull den Nachwuchs beim eigenen Juniorteam Toro Rosso, Mercedes und Ferrari nutzen dafür ihre Kundenteams - wie es ab sofort auch Renault tun möchte.

Christian Horner, Zak Brown, Cyril Abiteboul

Ob Cyril Abiteboul bei Christian Horner und Zak Brown schon einmal angefragt hat? Zoom

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul nennt Mercedes sogar explizit als Vorbild. "Es gibt eine Verbindung zwischen ihrer Strategie als Motorenlieferant und ihrer Strategie bei der Fahrerentwicklung", erklärt er. Die Silberpfeile brachten in den vergangenen Jahren die beiden Nachwuchspiloten Pascal Wehrlein und Esteban Ocon bei den Kundenteams Manor beziehungsweise Force India unter.

Auch für Renault werde die eigene "Aktivität als Motorenlieferant" in Zukunft "ein wichtiges Element" sein. Carlos Sainz sei bereits ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. So konnte man sich die Dienste des Spaniers im Rahmen einer "größeren Vereinbarung mit Red Bull" sichern. "In Zukunft möchte ich auch, dass die Jungs aus unsere Akademie davon profitieren", stellt Abiteboul klar.

Aktuell befinden sich sieben Piloten im Alter zwischen 16 und 22 Jahren im Renault-Nachwuchsprogramm. Speerspitze ist Jack Aitken, der 2017 den zweiten Platz in der GP3 belegte - hinter Mercedes-Junior George Russell. 2018 wird Aitken an der Seite von Russell für ART in der Formel 2 an den Start gehen wird. Insgesamt sei man "ziemlich zufrieden" mit dem eigenen Nachwuchs.


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In ihren entsprechenden Serien seien alle Piloten 2017 vorne dabei gewesen. Allerdings dürfe man nicht erwarten, dass die Renault-Junioren jetzt über Nacht in Scharen in die Königsklasse strömen. "Es wird einige Zeit brauchen", erklärt Abiteboul, der darauf hinweist, dass die beiden jüngsten Piloten im Programm gerade einmal 16 Jahre alt sind. Daher müsse man Geduld haben.

Problematisch dürfte aktuell auch die Kundensituation in der Königsklasse sein. 2018 wird Renault neben dem eigenen Werksteam lediglich Red Bull und McLaren mit Motoren ausrüsten. Und es erscheint doch ziemlich unwahrscheinlich, dass sich eines dieser beiden Teams sich in Zukunft von Renault einen Piloten aufs Auge drücken lässt.

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