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Volkswagen bleibt skeptisch: Formel 1 auf dünnem Eis

Das größte Hindernis für einen VW-Formel-1-Einstieg wäre mit dem Abschied von Bernie Ecclestone aus dem Weg geräumt - Nun könnte es an den Kosten scheitern

(Motorsport-Total.com) - Der Volkswagen-Konzern und die Formel 1: Das ist für viele eine Traumpaarung, die aber seit etlichen Jahren nicht zueinanderfinden möchte. Die Marken des VW-Konzerns waren in den vergangenen Jahren in allen erdenklichen Rennserien unterwegs, nur eben nicht in der Königsklasse. In der Vergangenheit scheiterte ein Einstieg an der Führungsrolle Bernie Ecclestones, mit dem der Volkswagen-Konzern sich nicht blicken lassen wollte. Diese Hürde ist seit Anfang 2017 beseitigt. Wie sieht es also aus?

VW-Logo

Volkswagen bleibt einem Formel-1-Einstieg gegenüber skeptisch eingestellt Zoom

Porsche saß mit am Tisch bei den Motorengesprächen für die Zeit ab 2021. Ob von den zahlreichen Parteien allerdings überhaupt welche zum Einstieg überzeugt werden können, steht momentan noch in den Sternen. Gegenwärtig laufen Gespräche zwischen Liberty und allen 13 potenziellen Einsteigern zur Formel-1-Saison 2021. Doch derzeit lastet der Abgasskandal auf Volkswagen und die Bereitschaft, mit dreistelligen Millionenbudgets pro Saison um sich zu werfen, ist selbst bei Porsche deutlich gesunken.

Bernhard Gobmeier, Direktor für Motorsport im Volkswagen-Konzern, steht bei 'Autosport' einem Formel-1-Engagement weiterhin skeptisch gegenüber: "Die Formel 1 begibt sich auf sehr dünnes Eis. Sie ist teuer. Die meisten Teams, bis auf die großen vier, haben finanzielle Probleme. Strecken können die verlangten Antrittsgebühren nicht bezahlen. Mit ihren hohen Kosten geht die Formel 1 einen gefährlichen Weg."

Ricardo Gonzalez, Bruno Senna, Timo Bernhard, Mark Webber

Auch die LMP1-Kosten liegen für Gobmeier jenseits jeglicher Vernunft Zoom

Gobmeier rechnet vor, dass alleine das Kernteam von Mercedes derzeit summa summarum 1.500 Mitarbeiter beschäftige - bei sehr hohen Löhnen in Großbritannien. "Und da sind noch nicht einmal die Zulieferer mit eingerechnet", kalkuliert er weiter. "Insgesamt dürften es rund 2.000 Leute sein - für zwei Autos." Zwar bemüht sich Liberty darum, die schon einmal gescheiterte Idee einer Budgetobergrenze neu aufzugreifen, bislang gibt es aber keine Fortschritte an dieser Front zu vermelden.

Ergebnis: "Die Formel 1 ist völlig außerhalb jeder Vernunft. Gleiches gilt übrigens auch für die Langstrecken-Weltmeisterschaft." In der WEC haben die VW-Töchter gerade im Doppelpack den Stecker gezogen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung gehe aber auch in der Formel 1 nicht mehr auf: "Die Zahl der Sponsoren wird geringer. Die großen Tabakkonzerne sind nicht mehr verfügbar. Die kleinen Sponsoren werden auch immer weniger. Gleichzeitig werden die Autos immer teurer. Da stimmt doch etwas nicht."

Das Thema Volkswagen-Konzern und Formel 1 bleibt also weiterhin schwierig. Allerdings hat Liberty noch etwa eineinhalb Jahre Zeit, Porsche zum Einstieg ab 2021 zu überreden. Und das Thema Kundenmotor bleibt eine kostengünstigere Option.

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