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Villeneuve: Hülkenberg wird nicht zurückkommen

Jacques Villeneuve teilt gegen Nico Hülkenberg aus: Der Kanadier glaubt nicht an eine Formel-1-Rückkehr des Deutschen und versteht die Renault-Entscheidung

(Motorsport-Total.com) - Nico Hülkenberg wird 2020 nicht Formel 1 fahren. Der Deutsche selbst spricht nur von einem vorläufigen Abschied und keinem Karriereende. Doch Weltmeister Jacques Villeneuve kauft ihm das nicht ab. Der Kanadier, der für seine kritischen Worte gefürchtet ist, rechnet mit dem endgültigen Formel-1-Aus des Emmerichers.

Nico Hülkenberg

Jacques Villeneuve teilt gegen Nico Hülkenberg aus Zoom

"Er weiß selbst, dass seine Karriere länger gedauert hat, als sie sollte. Er hatte Glück, dass er immer dafür bezahlt wurde, um Rennen zu fahren", merkt Villeneuve im französischen Fernsehsender 'Canal+' an. Der Kanadier ist davon überzeugt, dass der Deutsche nicht mehr in die Königsklasse zurückkehren werde.

"Er weiß auch, dass seine Formel-1-Karriere jetzt vorbei ist. Es wird keine Rückkehr geben." Verbitterung schwingt bei Hülkenberg vorerst keine mit. Er wird 2020 bei Renault durch Esteban Ocon ersetzt. Nachdem er mit Red Bull in Verbindung gebracht wurde, scheiterten Gespräche mit dem Haas-Team.

Auch bei Alfa-Romeo wurde ihm die Tür zugeschlagen, Williams hatte er bereits selbst ausgeschlossen. Und damit blieb kein freies Cockpit mehr für den 32-Jährigen übrig. In Brasilien betonte er: "Das ist kein Rücktritt! Das ist das Formel-1-Aus für das Jahr 2020. Ob sich danach nochmal was ergibt, weiß ich nicht."

Hülkenberg selbst schließt ein Comeback nicht aus, schließlich habe die Formel 1 die "schnellsten, hochentwickeltsten, besten Autos der Welt". Er werde sich bereit halten, sollte sich eine Möglichkeit in Zukunft auftun.

Wobei er auch schmunzelnd anmerkte: "Ich werde nicht so vermessen sein zu glauben, dass Ferrari anruft und sagt: 'So, Hülki, jetzt sind wir bereit für dich!' Man muss auch Realist bleiben. Aber das steht alles in den Sternen."


Fotostrecke: Nico Hülkenberg: Meilensteine der Karriere

Eine Chance in einem Topteam, sein Talent unter Beweis zu stellen, blieb ihm verwehrt. In den neun Jahren bei Williams, Force India, Sauber und Renault kratzte er mehrfach an einem Topergebnis. Dreimal wurde er Vierter und so hält er auch nach 174 Rennteilnahmen den unrühmlichen Rekord der meisten Starts ohne Podestplatz.

Sein Talent konnte er nur selten zur Schau stellen, wie einst 2010 im Qualifying zum Grand Prix von Brasilien. Im Alter von 23 Jahren fuhr er im Williams auf die Pole-Position. Außerdem konnte er zwei schnellste Rennrunden für sich verbuchen. (Daten & Fakten zu Hülkenbergs Karriere in unserer Datenbank!)

2020 wird mit Sebastian Vettel nur noch ein Deutscher in der Königsklasse mitmischen, Villeneuve kann die Entscheidung des französischen Werksteams Renault verstehen. Der Mercedes-Schützling Esteban Ocon wird nach einem Jahr Pause zurückkehren.

Mit dem 23-Jährigen setzt man einen jungen Franzosen an die Seite von Daniel Ricciardo. "Es ist besser, mit einem jungen Kerl etwas zu riskieren, als jemanden zu nehmen, der in zehn Jahre nicht viel gezeigt hat", kommentiert Villeneuve die Entscheidung.