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Villeneuve: Eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ist "lächerlich"

Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt nicht, dass ein Maximalbudget die Probleme der Rennserie lösen kann, und benennt weitere Schwachstellen

(Motorsport-Total.com) - Das Jahr 2021 markiert einen Meilenstein in der Formel-1-Geschichte. Denn neben einem komplett neuen Reglement wird dann erstmals eine Budgetobergrenze installiert. Letzteres soll für mehr Chancengleichheit und so auch für besseres Racing sorgen. Doch Jacques Villeneuve hat seine Zweifel. Der Weltmeister von 1997 glaubt: Selbst mit einem Maximalbudget wird der Formel-1-Aufschwung ausbleiben.

Marc Gene, Jacques Villeneuve

Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve spart nicht mit Kritik an der Rennserie Zoom

Gegenüber dem 'Journal de Montreal' erklärt Villeneuve, wie sich die Situation aus seiner Sicht darstellt: "Nehmen wir an, die Budgetobergrenze kommt mit 100 Millionen Euro. Was passiert dann? Mercedes wird die 100 Millionen Euro sicherlich ausschöpfen. Aber Mittelfeldteams wie Haas oder Alfa Romeo und andere Rennställe geben dann vielleicht ein Fünftel davon aus, um auf P5 oder P6 zu bleiben." Sprich: Damit wäre nichts gewonnen, der Abstand zwischen Topteams und Mittelfeld bliebe erhalten.

"Ich sage dir, was passieren wird: Die kleineren Teams schieben dann einfach mehr Geld in ihre eigenen Taschen. Das wird der Formel 1 aber nicht helfen", sagt Villeneuve. "Wenn du meine Meinung dazu hören willst: Es ist lächerlich."

Letzteres bezieht Villeneuve übrigens auch ausdrücklich auf die technische Ausrichtung der Formel 1. "Diese Rennserie sollte das absolute Übermaß darstellen", meint er. "Aber inzwischen ist sie zur Sparformel verkommen. Die Motoren sind auf drei Einheiten pro Saison limitiert. Und wenn du mehr brauchst, wirst du bestraft. Das ist nicht die Formel 1."