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  • 26.08.2011 · 16:45

Vettel: "Wir tappen nicht komplett im Dunkeln"

Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel spricht über das Freie Training in Spa, sein Abschneiden und das typische Wetter beim Großen Preis von Belgien

(Motorsport-Total.com) - Ein Red Bull steht an der Spitze des Feldes, doch es ist nicht Sebastian Vettel. Der WM-Spitzenreiter musste sich am ersten Trainingstag von Belgien mit dem zehnten Tagesrang und einem Rückstand von 1,5 Sekunden auf seinen Teamkollegen Mark Webber begnügen. Ständig wiederkehrende Niederschläge machten den Freitag in Spa-Francorchamps zu einer schwierigen Aufgabe für die Fahrer und ihre Teams. Im Interview schildert Vettel, welche Eindrücke dabei zu gewinnen waren.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel belegte im Freien Training zum Belgien-Event "nur" Platz zehn

Frage: "Sebastian, Spa machte seinem Ruf alle Ehre. Welche Erkenntnisse konntest du an diesem ersten Trainingstag sammeln?"
Sebastian Vettel: "Wenige Erkenntnisse bei diesem Wetter, wie man sich vorstellen kann. Es ist schwierig, ein paar Runden am Stück zu kriegen. Wir hatten am Nachmittag einige Umläufe im Trockenen - in meinem Fall leider nur auf den harten Reifen."

"Wir wollten einen neuen Frontflügel probieren, hatten dafür aber nur eine Runde. Ich glaube, es war für alle ziemlich wenig Zeit. Wenn sich die Strecke ständig verändert, ist es ohnehin schwierig, in einen Rhythmus zu gelangen und wirklich etwas daraus lesen zu können."

"Schwierig, zu wissen, wo wir stehen." Sebastian Vettel

"Es ist ziemlich knifflig, die Rundenzeiten in den Gesamtzusammenhang einzuordnen. Schwierig, zu wissen, wo wir stehen. Das Auto fühlt sich aber recht gut an. Schauen wir einmal, was am Samstag passiert."

Frage: "Wie viel Spaß machte es, auf abtrocknender Strecke durch Eau Rouge zu fahren?"
Vettel: "Mehr als im ganz Trockenen. Wenn es nämlich ein bisschen feucht oder ganz nass ist, dann wird die Eau Rouge wieder zu einer richtigen Kurve. Spaß machte es auf jeden Fall."

"Die Strecke ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, geht auf und ab. Es wird einiges vom Fahrer verlangt. Jetzt freue ich mich auf das restliche Wochenende und hoffe, dass wir noch ein bisschen mehr zum Fahren kommen. Leider konnten wir in den nassen Bedingungen mit den Reifen, die wir hatten, nicht viel fahren."

"Wir wollen die Reifen für Samstag und Sonntag ja nicht vorzeitig ruinieren." Sebastian Vettel

"Das Wetter veränderte sich ständig. Schade ist, dass uns nur wenige Regenreifen zur Verfügung stehen. Die Frage ist angesichts des wahrscheinlichen Regens, wie viele Pneus wir uns da einsparen können. Wir wollen die Reifen für Samstag und Sonntag ja nicht vorzeitig ruinieren."

Frage: "Kannst du beschreiben, wie es sich anfühlt, mit dem verstellbaren Heckflügel durch Blanchimont zu fahren? Dein Auto scheint dort sehr gut zu liegen..."
Vettel: "Nun ja, vor ein paar Jahren wurde diese Kurve ja ziemlich entschärft. Unser Auto ist scheinbar gut genug, dass es mit dem offenen Heckflügel problemlos geht."

"Wir haben damit trotzdem noch genug Grip. Es ist ja nicht so, dass man auf einmal gar nichts mehr hat, wenn der Heckflügel offen ist. Nicht mehr so viel, wie im geschlossenen Zustand, aber noch ausreichend viel, um mit Vollgas durch Blanchimont zu fahren."¿pbvin|512|3991||0|1pb¿

Samstag und Sonntag: Mehr Regen in Spa?

Frage: "Was sagt deine Wetterprognose für den Samstag?"
Vettel: "Das Gleiche wie für heute. Ich glaube, es ist alles drin - vom Sonnenschein bis zum Donnerwetter. Typisch Spa."

Frage: "Wenn das Wetter am Samstag wieder ein Glücksspiel wird, worauf kommt es dann an?"
Vettel: "Auch auf das Quäntchen Glück. Zum einen muss man zur richtigen Zeit auf der Strecke sein, zum anderen musst du die Augen aufhalten und darfst nicht versuchen, zu viel zu pokern."


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Belgien


"Es kann natürlich immer passieren, dass der Schuss nach hinten losgeht. Vom Wetter her ist, wie gesagt, alles drin. Da muss man abwarten. Vorhersage hin oder her: Der Blick nach oben ist noch immer am besten, glaube ich."

Frage: "Bist du zuversichtlich, was den Samstag anbelangt?"
Vettel: "So zuversichtlich, wie man nur sein kann. Niemand konnte wirklich viele Runden abspulen, wir sitzen da also ziemlich im gleichen Boot. Das Fahrzeug fühlte sich gut an und das ist das Wichtigste. Jetzt schauen wir einmal."

"Ob wir am Sonntag ein Rennen im Trockenen sehen? Ich weiß es nicht." Sebastian Vettel

Frage: "Die Bedingungen wechseln ständig, was die Setuparbeit erschwert. Würdest du gegebenenfalls die Qualifikation zugunsten des Rennens aufgeben?"
Vettel: "Normalerweise versucht man immer, einen Kompromiss zu finden. Angesichts der Bedingungen ist das nicht gerade einfach."

"Ob wir am Sonntag ein Rennen im Trockenen sehen? Ich weiß es nicht. Selbst wenn kein Regen vorhergesagt ist, kann es hier von einer Minute auf die andere regnen. Schauen wir einmal. Wir werden uns jetzt hinsetzen und die Getriebeübersetzungen und dergleichen besprechen. Wir haben natürlich ein paar Daten von früheren Besuchen auf dieser Strecke. Wir tappen also nicht komplett im Dunkeln."