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  • 01.09.2007 · 12:03

  • von Fabian Hust

Vettel und die Sprünge ins kalte Wasser

Innerhalb eines Jahres wurde Sebastian Vettel gleich zwei Mal quasi von heute auf morgen befördert - erst zum Test- und Ersatzfahrer, dann zum Einsatzpiloten

(Motorsport-Total.com) - Bei seinem ersten Auftritt als neuer Teamkollege von Vitantonio Liuzzi bei der Scuderia Toro Rosso hatte Sebastian Vettel in Budapest noch brillieren können, nicht zuletzt deshalb, weil er in seinem ersten Rennen das Basis-Setup des Italieners übernahm, um das Wasser, in das er springen muss, nicht noch kälter zu machen.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel lernt die Schattenseiten einer schnellen Beförderung kennen

Beim vergangenen Rennen in der Türkei hatte der Deutsche größere Schwierigkeiten, mit seinem erfahreneren Teamgefährten mitzuhalten, denn diesmal versuchte der 20-Jährige selbst, ein Setup für sich auszuarbeiten. Hinzu kamen Probleme technischer Natur, das Wiegen während der Qualifikation und Verkehr auf der Strecke.#w1#

Vettel war im vergangenen Jahr während der Saison zum Test- und Ersatzfahrer des BMW Sauber F1 Teams erklärt worden, nachdem sich der Rennstall vorzeitig von Jacques Villeneuve trennte und den bisherigen Test- und Ersatzfahrer Robert Kubica zum Stammpiloten beförderte.

Der Rennfahrer aus Heppenheim wurde nun erneut etwas früher als geplant befördert, denn bei Toro Rosso ergab sich plötzlich eine Möglichkeit, vorzeitig Rennen zu fahren, da man sich gezwungen sah, sich von Scott Speed zu trennen. Eigentlich hätte Vettel erst zur Saison 2008 hier Platz nehmen sollen.

"Er ist viel zu früh in die Formel 1 gekommen und mit der Materie Formel 1 konfrontiert worden", meinte Teamchef Franz Trost gegenüber der 'motorsport aktuell'. Aus diesem Grund seien - nicht zuletzt wegen der guten Testzeiten an Bord des BMW Sauber und des einmaligen Auftritts im USA-Grand-Prix mit einem WM-Punkt - zu hohe Erwartungen an ihn gestellt worden.

"Bei uns kann er jetzt in Ruhe das Formel-1-Fahren lernen. Dazu gehört das reine Fahren wie auch die Arbeit mit den Technikern", stößt der Österreicher ins gleiche Horn wie sein Landsmann und Anteilseigner Gerhard Berger. Vettel wird für den Rest der Saison aber auch für 2008 eine Lernphase zugestanden.

Tost hofft, dass Toro Rosso das richtige Team ist, um das Handwerk in der "Königsklasse des Motorsports" zu lernen, man werde ihm jedenfalls die dazu notwendige Zeit geben: "Wir sind noch ein Hinterklässler-Team, da hat keiner hohe Erwartungen. Erst Ende 2008 wird er soweit sein, dass er auch für ein Top-Team ein sehr guter Fahrer sein kann."