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  • 12.02.2022 · 15:55

  • von Mario Fritzsche, Co-Autoren: Luke Smith, Jonathan Noble

Vettel überrascht von Streichung der F1-Kniegeste gegen Rassismus

Dass es 2022 vor den Formel-1-Rennen keinen Kniefall gegen Rassismus mehr gibt, überrascht Sebastian Vettel - Lando Norris trotzdem zuversichtlich

(Motorsport-Total.com) - Im Kampf gegen Rassismus gibt es bei zahlreichen großen Sportveranstaltungen weltweit seit Jahren ausdrucksstarke Gesten. In den meisten Fällen gehen die Sportler für einige Sekunden aufs Knie. Diese Art der Zeichensetzung hatte sich in den vergangenen beiden Jahren auch in der Formel 1 durchgesetzt, nämlich im Rahmen der Anti-Rassismus-Kampagne "We Race As One".

Kniegeste gegen Rassismus: Lance Stroll, Sebastian Vettel, Lewis Hamilton

Kniegesten wie hier von Stroll, Vettel, Hamilton will die Formel 1 2022 nicht mehr sehen Zoom

Zwar gingen in der Startaufstellung vor den Grands Prix nicht alle Formel-1-Piloten aufs Knie, der Großteil aber schon. In der Saison 2022 wird es die Kniegeste nicht mehr geben.

Denn wie seitens der Formel 1 am Dienstag mitgeteilt wurde, soll eine Videobotschaft der Fahrer im Rahmen von "We Race As One" zwar weiterhin vor dem Start der Rennen ausgestrahlt werden. Die seit 2020 im Programm vorgesehene Zeit für Gesten hat man für 2022 aber gestrichen.

Vettel bedauert, dass Fahrer nicht gefragt wurden

Neben Lewis Hamilton ist Sebastian Vettel einer derjenigen Formel-1-Piloten, die sich in den vergangenen beiden Jahren für die entsprechende Zeit im Vorprogramm der Rennen stark gemacht haben, um Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Dass dies ab sofort nicht mehr vorgesehen ist, überrascht Vettel.

"Sie haben das einfach geändert", ärgert sich Vettel über die Entscheidung der Formel-1-Bosse und bedauert, dass man die Fahrer nicht einbezogen hat. "Ich denke, die Probleme, die wir angehen, werden nicht innerhalb von zwei Jahren gelöst sein. Deshalb war ich ein wenig überrascht", so der viermalige Formel-1-Weltmeister, nachdem er von der Änderung erfahren hat.

Sebastian Vettel

Vettel waren die Gesten in der Startaufstellung stets wichtig Zoom

"Wahrscheinlich ist das nicht allen Fahrern wichtig. Aber ich denke, es gibt einige, denen es wirklich wichtig ist", so Vettel. Der Aston-Martin-Pilot hat derzeit nur eine Vermutung, weshalb man sich in der Formel-1-Chefetage zur Streichung der Gesten entschieden hat. "Wahrscheinlich wurde es ein bisschen zu stark und zu individuell für die geschäftliche Seite der Dinge", mutmaßt er.

Da er selber genau wie die meisten seiner Fahrerkollegen weiterhin hinter der Botschaft steht, hat Vettel die Hoffnung, dass man im Kollegenkreis einen anderen Weg finden wird, um unter anderem auf die Rassismusproblematik aufmerksam zu machen: "Ich hoffe, dass wir als Fahrer einen Weg finden, zusammenzukommen und eine Möglichkeit finden, die Themen, die uns wichtig sind, trotzdem zu äußern."

Norris glaubt an "andere Dinge", um Rassismus anzusprechen

Lando Norris kann sich vorstellen, dass genau das gelingen wird. "Derzeit weiß ich noch nicht, wie der Plan aussieht. Wir Fahrer werden uns in der [Fahrergewerkschaft] GPDA aber zusammensetzen und wir werden uns auch mit den Formel-1-Verantwortlichen treffen, wenn der Saisonauftakt näher rückt."

Kniegeste gegen Rassismus: Lando Norris

Lando Norris glaubt, dass ein anderer Weg gefunden wird, um Zeichen zu setzen Zoom

"Als Fahrer", so Norris weiter, "haben wir Themen, die wir voranbringen wollen, über die wir sprechen wollen."

Zur Streichung der Gesten in der Formel-1-Startaufstellung sagt Norris: "Natürlich glaube ich, dass es gute Gründe dafür gibt. Ich glaube, dass wir stattdessen andere Dinge tun werden, um entsprechende Themen anzusprechen."

Norris gehört wie Vettel und Hamilton zur Gruppe derjenigen Formel-1-Piloten, die sich in den vergangenen beiden Jahren regelmäßig in der Startaufstellung hingekniet haben, während andere ihre Botschaft gegen Rassismus im Stehen zum Ausdruck gebracht haben.

Die Formel 1 will laut der Ankündigung vom Dienstag dieser Woche ab sofort mit Taten statt mit Gesten gegen Rassismus vorgehen, indem man sich laut Formel-1-Boss Stefano Domenicali verstärkt für Vielfalt und Inklusion einsetzen will.

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