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Vater von Jules Bianchi: "Das Wichtigste ist, dass er lebt"

Philippe Bianchi, Vater des verunglückten Jules Bianchi, spricht über den Zustand seines Sohnes und erklärt, was ihm und seiner Familie in der schweren Zeit Kraft gibt

(Motorsport-Total.com) - Vor einem Jahr holte Jules Bianchi in Monaco sensationell die ersten beiden Punkte in der Geschichte des Marussia-Teams. 2015 ist der Franzose allerdings nicht mit dabei. Im Oktober 2014 zog er sich beim Großen Preis von Japan schwere Kopfverletzungen zu und liegt seitdem im Koma. Besonders schlimm ist die Situation für seine Familie. Vater Philippe Bianchi verrät gegenüber dem französischen TV-Sender 'Canal+': "Das Wichtigste für mich ist, dass Jules am Leben ist."

Jules Bianchi, Philippe Bianchi

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Jules Bianchi und sein Vater Philippe Zoom

Allerdings erklärt der Franzose, dass sich am Zustand seines Sohnes in den vergangenen Monaten nicht viel geändert habe. Er spricht von einer "Phase der Stagnation" und erklärt: "Die neurologische Entwicklung ist natürlich nicht so, wie sich das eine Familie wünschen würde. Wir würden uns so wünschen, dass er aufwacht." Allerdings deutet momentan nicht vieles darauf hin.

"Wir wachen am Morgen auf und denken sofort an Jules", berichtet Bianchi und ergänzt: "Jeder Tag ist sehr schwierig für uns. Aber jeden Tag freuen wir uns auch, dass er noch unter uns ist." Trotzdem bezeichnet er die Situation für sich und seine Familie als "furchtbar". "Im Grunde hat das normale Leben für uns am 5. Oktober aufgehört", erinnert er sich an den Tag des Unfalls zurück.


Fotostrecke: Unfall von Jules Bianchi

Gleichzeitig bedankt er sich für all die Unterstützung, die seine Familie in den vergangenen Monaten erhalten hat. "Das ist ganz wichtig für meinen Sohn, denn das gibt ihm Kraft. Ich glaube daran, dass er das spürt", ist er sich sicher und ergänzt: "Wir wissen, dass Jules nicht Michael Schumacher ist. Aber diese Unterstützung hätten wir nie erwartet. Wir sagen ihm das auch ständig, wenn wir an seinem Bett sitzen."

Auch an das Rennen in Monaco vor einem Jahr erinnert sich Bianchi noch genau. "Ich war einer der ersten, der ihn in die Arme schließen konnte", berichtet der Franzose, der erklärt, dass sein Sohn bis zu diesem Zeitpunkt immer von WM-Punkten geträumt hatte. "Als er aus dem Wagen stieg, war er so glücklich", sagt er und ergänzt: "Das ist eine Erinnerung, die mich auch in diesem Moment wieder aufwühlt."