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Valtteri Bottas: Überhol-Erlaubnis in Silverstone kam zu spät

Valtteri Bottas ist immer noch der Meinung, dass eine frühe Stallorder in Silverstone besser für Williams gewesen wäre, Felipe Massa möchte weiter vorne fahren

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Silverstone war für Williams ein besonderes Rennen. Zwar stimmte das Ergebnis am Ende nicht ganz mit den Hoffnungen überein, aber zu Beginn des Rennens lag der Traditionsrennstall plötzlich mit beiden Autos in Führung. Felipe Massa, der Führungsrunden schnuppern durfte, möchte das schon bald wiederholen. "Vorne zu sein, fühlt sich fantastisch an. Es ist ein großartiges Gefühl, das aber leider nicht bis zur Zielflagge gehalten hat", resümiert er drei Wochen später.

Felipe Massa, Valtteri Bottas

Felipe Massa durfte in Silverstone die Führung vor Valtteri Bottas behalten Zoom

Ein bisschen anders dürfte Teamkollege Valtteri Bottas die Situation bewerten: Zwar war auch der Finne über die Doppelführung froh, doch er selbst wäre gerne auf Rang eins gefahren. Über Funk fragte er beim Team nach, ob er überholen darf, weil er sich schneller wähnte, doch das wurde ihm zunächst nicht erlaubt. "Das Team dachte zu dem Zeitpunkt, dass es am besten wäre, die Positionen einzufrieren und nicht zu kämpfen, um keine Zeit auf Mercedes zu verlieren", erzählt er.

Das hat den Williams-Piloten etwas verärgert, weil er es als verpasste Chance sieht. "Vor allem im ersten Stint war mein Tempo besser. Das konnte man sehen, als Felipe an die Box kam, denn in der Runde war ich um fast eine Sekunde schneller", unterstreicht er. Das sah (neben Ex-Weltmeister Mika Häkkinen) auch die Box so und gab ihm die Freigabe für ein Überholmanöver - es hätte allerdings sauber sein müssen. Vorbeiwinken lassen wollte Williams den Finnen nicht.

Doch zum Zeitpunkt des Kommandos war es bereits zu spät: "Als mir gesagt wurde, dass ich überholen darf, hatte ich nicht mehr den gleichen Vorteil, da war die Chance dahin", meint Bottas. So wurde er schließlich beim Boxenstopp rasch von Lewis Hamilton geschluckt, und die Chance auf den Sieg für Williams war dahin. Zumindest habe das Team daraus gelernt, ist der 25-Jährige überzeugt: "Normalerweise durften wir immer frei fahren, aber Silverstone war eine besondere Situation. Wir waren zum ersten Mal seit langer Zeit auf Platz eins und zwei. Beim nächsten Mal werden wir es besser machen", so Bottas.


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Doch am Ende des Rennens gab es für das Traditionsteam aus Grove nicht einmal einen Podestplatz zu feiern, denn als am Ende der Regen kam, wurden die weißen Boliden sogar noch von Sebastian Vettel (Ferrari) verdrängt, der zuvor keine große Rolle gespielt hatte, dann aber mit den Silberpfeilen jubeln durfte. "Im Regen waren wir wirklich schlecht unterwegs, ich bekam die Reifen nicht auf Temperatur", analysiert Bottas, warum am Ende alles in die Binsen ging.

"Ich bekam die Reifen nie auf Temperatur, und ohne Reifentemperatur fehlt das Vertrauen, kannst du keinen Speed in die Kurven mitnehmen. So wiederum bekommst du aber keine Temperatur in die Reifen." Doch nicht nur Bottas, auch Massa hatte plötzlich Probleme und kam nicht mehr in Schwung. "Das gehört definitiv zu unseren Aufgaben, das Auto im Regen zu verbessern", fordert der Brasilianer, möchte aber die positiven Dinge aus Silverstone mitnehmen.

"Das Auto war konkurrenzfähig. Wir waren nah an Mercedes dran, auch wenn sie ein wenig schneller waren. Dieser positive Aspekt muss in unseren Köpfen bleiben, und wir müssen verstehen, wie uns das erneut gelingen kann - dann wollen wir aber vorne bleiben und das Rennen gewinnen", so Massa. Kleiner Trost: In Ungarn ist die Chance auf Regen zumindest deutlich kleiner als zuletzt in Großbritannien.