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Trotz Kimi-Fluch: Teamchef lobt "herausragenden" Grosjean

Lotus-Pilot Romain erhält für sein Rennen in Yeongam großes Lob von Teamchef Eric Boullier - Hat sich der Franzose die Fahrkarte für 2014 endgültig gesichert?

(Motorsport-Total.com) - Es scheint wie ein Fluch zu sein: Jedes Mal, wenn Romain Grosjean in dieser Saison das Podium erreicht, muss sein Teamkollege Kimi Räikkönen noch einen draufsetzen. Wie schon in Bahrain und Deutschland hatte der Finne eine niedrigere Nummer vor seinem Podestsockel stehen als der Franzose. Doch diesmal lag Grosjean über weite Strecken des Rennens vor dem Iceman, bis dieser kurz vor der Safety-Car-Phase angriff und den Franzosen durch die folgenden Gelben Flaggen schachmatt setzte. Ein Konter war unmöglich.

Romain Grosjean, Eric Boullier © xpbimages.com
Eric Boullier freut sich über die Fortschritte von Romain Grosjean

Zwar versuchte Grosjean am Funk noch um eine Teamorder zu betteln, wie Teamchef Eric Boullier gegenüber dem französischen Hörfunksender 'RMC' bestätigt, doch von seinem Team bekam er nicht die Antwort, die er hören wollte. Dabei hätte es ihm frei gestanden, seinen finnischen Teamkollegen anzugreifen, behauptet der Teamchef: "Es gibt keine Nummer eins und Nummer zwei. Romain ist es freigestellt, zu racen."

Zu Saisonmitte sah es eigentlich gar nicht gut aus für den Franzose, der Gerüchten zufolge kurz vor einer Ablösung durch Nico Hülkenberg stand, doch der Lotus-Pilot zog sich nochmal an seinem eigenen Schopf aus dem Wasser. Seit dem Rennen am Nürburgring konnte Grosjean stets punkten und wurde nur in Singapur durch einen Defekt daran gehindert, in Südkorea seine sechste Punktankunft in Folge zu feiern. Aus dem einstigen Crashkid scheint endgültig ein gereifter Grand-Prix-Pilot geworden zu sein.


Fotos: Lotus, Großer Preis von Südkorea, Sonntag


"Er ist ziemlich gelassen. Er ist nun sechs Rennen in Serie auf dem gleichen Level wie sein Teamkollege", lobt Boullier seinen Piloten. Auch in Yeongam zeigte der ehemalige GP2-Meister, dass er packende Rad-an-Rad-Duelle unfallfrei für sich entscheiden kann, wie er beispielsweise gegen Lewis Hamilton unterstrich. "Er hat ein herausragendes Wochenende gezeigt", ist auch dem Teamchef nicht entgangen.

Damit dürfte Grosjean auch seine Chancen auf eine Weiterverpflichtung gesteigert haben, obwohl Boullier sowieso immer erklärte, nach dem Weggang von Räikkönen weiter auf den Franzosen setzen zu wollen. Er meint, Grosjean müsse für 2014 nichts mehr beweisen, wenn er einfach so weiterfährt. Obwohl es noch keine offizielle Entscheidung gibt, kann sich der Teamchef eine langfristige Zusammenarbeit gut vorstellen: "Ich denke, er wird noch mehrere Jahre in der Formel 1 bleiben."

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