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  • 07.10.2022 · 11:06

  • von Kevin Hermann

Trotz FT2-Rückstand: Red Bull wähnt sich in Japan im Vorteil

Zwar gab Mercedes im zweiten Training beim Formel-1-Grand-Prix von Japan den Ton an, doch Red Bull habe noch nicht alles gezeigt, weil man Reifen gespart hat

(Motorsport-Total.com) - Wenn man den Zeiten aus dem verregneten zweiten Freien Training Glauben schenken mag, scheint Red Bulls größter Kontrahent in Suzuka Mercedes und nicht wie üblich Ferrari zu sein. Die Bedingungen waren nicht sonderlich repräsentativ, dennoch soll auch nach den jüngsten Vorhersagen das Rennen am Sonntag verregnet sein.

Max Verstappen

Max Verstappen wurde beim Regentraining in Suzuka Dritter Zoom

Während die Mercedes-Piloten George Russell und Lewis Hamilton im FT2 den Ton angaben, betrug der Abstand der Red-Bull-Fahrer Max Verstappen und Sergio Perez bei einer vergleichbaren Rundenanzahl fast eine Sekunde, wobei die beiden Ferraris noch weiter zurücklagen.

"Ich hätte mir natürlich schon gewünscht, dass es ein bisschen repräsentativer wird", sagt Verstappen nach dem zweiten Training in Japan. "Aber zum Glück war das Wetter keine große Katastrophe. So konnten wir wenigstens ein bisschen fahren und etwas testen, aber es ist immer schwierig, im Nassen zu wissen, wo man mit seiner Pace steht."

Horner: Neue Reifen vor allem im ersten Sektor entscheidend

Ein Grund für den relativ großen Rückstand auf die Spitze könnte sein, dass Red Bull im Vergleich zu Mercedes Reifensätze für den Sonntag aufsparen wollte, wie Teamchef Christian Horner bestätigt: "[Das Ergebnis] ist schwierig einzuschätzen. Diese Strecke ist sehr hart zu den Reifen und wir sind in der zweiten Session nur mit einem Satz Intermediates gefahren, während es bei Mercedes drei waren."

"Ich denke also, dass unsere Pace angemessen ist. Es ist schwierig, zu viele Schlüsse zu ziehen, denn man sieht sehr schnell, dass die Vorderreifen hier abbauen. Es gibt also eine Menge Daten, die die Jungs auswerten müssen. Aber im Großen und Ganzen war es ein ziemlich vernünftiger Tag", so Horner.

"Ich denke, es wird interessant werden", sagt der Red-Bull-Teamchef angesprochen auf seine Aussichten für das Rennen. "Wir haben auf jeden Fall die zusätzlichen Reifensätze. Vor allem im ersten Sektor, da ist ein neuer Satz ein großer Vorteil."


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"Die Reifen von heute sind wahrscheinlich nicht so repräsentativ. Aber [Mercedes] ist auf jeden Fall dabei, sie sehen definitiv konkurrenzfähig aus, und ich denke, Ferrari hat auch noch nicht alles gezeigt. Ich gehe also davon aus, dass wir alle noch ein bisschen näher zusammenrücken werden."

Perez nach Training: Suzuka "beste Strecke der Welt"

Auch Sergio Perez gibt sich nach dem Trainingstag in Suzuka zuversichtlich: "Ich denke, wir fühlen uns unter diesen Bedingungen ziemlich wohl. Wir haben eine gute Vorstellung davon, was wir tun werden. Es sollte also [ein gutes Wochenende] für uns sein."

"Aber diese Strecke ist immer eine Herausforderung und wenn es nass ist, ist es eine noch größere Herausforderung. Sie ist einfach großartig. Ich denke, es ist die beste Strecke der Welt", fügt der Mexikaner hinzu.

Alle Teams stehen jedoch vor einem Balanceakt, was die richtige Wahl des Set-ups betrifft, da es am Samstag zum Qualifying trocken bleiben soll, während der Rennsonntag hingegen wieder schlechteres Wetter mit sich bringen könnte.

Red Bull sucht nach "guten Kompromiss" für das Set-up

"Es geht darum, einen guten Kompromiss zu finden, denn morgen sieht es trocken und am Sonntag vielleicht nass aus", sagt Teamchef Horner. "Man muss sicherstellen, dass man eine vernünftige Menge an Abtrieb am Auto hat, und man muss ein Niveau wählen, das für beide Bedingungen geeignet ist."


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"Dasselbe gilt für die Steifigkeit, die man wählt. Diese Debatten werden heute Abend geführt werden, um zu entscheiden, ob man eine gute Position in der Startaufstellung oder eine bessere Rennpace bevorzugt", erklärt er.

"Wir fangen morgen im Trockenen im Grunde genommen wieder bei null an", fügt Verstappen hinzu. "Aber es ist für alle gleich, und ich glaube nicht, dass es große Unterschiede geben wird. Ich freue mich aber auf morgen, um zu sehen, wie wir im Trockenen aussehen werden."

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