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Toto Wolff über Aston Martin: "Verstehe, dass die auf der Palme sind"

Mercedes-Teamchef Toto Wolff will sich der jüngsten Aston-Martin-Offensive gegen die FIA zwar nicht anschließen, zeigt aber Versätndnis für Otmar Szafnauer und Co.

(Motorsport-Total.com) - Wie groß ist der Nachteil, den die Autos mit einem "Low-Rake"-Konzept in der Formel-1-Saison 2021 haben, wirklich? Das ist aktuell ebenso unklar wie die Frage, ob die Regeländerungen in dieser Saison bewusst eingeführt wurden, um Mercedes einzubremsen. Teamchef Toto Wolff schließt das zumindest nicht aus.

Lance Stroll, Lewis Hamilton

Mercedes und Aston Martin haben in diesem Jahr Performance verloren Zoom

Sogar noch einen Schritt weiter ging zuletzt Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer. Der britische Rennstall ist neben Mercedes das einzige Teams, das auf das sogenannte "Low-Rake"-Konzept setzt. Szafnauer kündigte im Rahmen des Imola-Wochenendes eine mögliche Klage gegen die FIA an - ruderte kurz danach allerdings zurück.

"Ich möchte nicht als x-facher Weltmeister sofort nach einem Foul rufen, wenn eine Regeländerung in Kraft tritt. Aber die haben natürlich schon einen berechtigten Punkt", sagt Wolff im 'ORF' im Hinblick auf Szafnauer und Co. Er ist davon überzeugt, dass Mercedes und Aston Martin am härtesten von den neuen Regeln getroffen wurden.

"So wie diese Regeländerungen im letzten Jahr eingeführt worden sind, hat das zu einem klaren Nachteil der Autos mit diesem 'Low-Rake'-Konzept geführt", sagt Wolff und erklärt, sein eigener Rennstall habe an den ersten beiden Rennwochenenden in Bahrain und Imola "dramatisch" an Performance verloren.

Ist wirklich nur das Konzept schuld?

Mercedes und Aston Martin hätten "wesentlich mehr als alle anderen Autos mit einem [höheren] Anstellwinkel", eingebüßt, so Wolff, der ergänzt: "Wenn du dann in Betracht ziehst, dass Aston Martin schon eine gute und wichtige Marke ist, und die sind plötzlich nirgends, dann verstehe ich schon, dass die da auf der Palme sind."


"Dünnhäutig reagiert": Schumacher über Regeländerung für Aston Martin

Sky Experte Ralf Schumacher über die gewünschte Regeländerung von Aston Martin (Videolänge: 0:46 Minuten).

Die nackten Zahlen geben Wolff durchaus recht. In Bahrain verloren Mercedes und Aston Martin im Qualifying in diesem Jahr satte 2,1 beziehungsweise sogar 2,2 Sekunden im Vergleich zum Vorjahr, während zum Beispiel Red Bull nur 1,3 und Ferrari sogar nur 0,5 Sekunden gegenüber der Qualifikation 2020 einbüßten.

Trotzdem wehren sich diverse Konkurrenten gegen die Behauptung, dass nur die Philosophie des Autos dafür verantwortlich sei. "Dass uns [die Regeländerung] weniger trifft, ist eine Mutmaßung und lässt sich durch nichts beweisen", sagt zum Beispiel Helmut Marko im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Wolff "respektiert" Aston-Martin-Vorstoß

Auffällig ist jedenfalls, dass Mercedes deutlich zurückhaltender agiert als Aston Martin. Zwar glaubt auch Teamchef Wolff, dass Mercedes durch die neuen Regeln gezielt eingebremst werden sollte, wenn er zum Beispiel sagt: "Vielleicht zielten die [Regeländerungen] auf uns ab, und sie [Aston Martin] waren ein Kollateralschaden."

Anders als das Kundenteam ist man jedoch nicht in die Offensive gegangen. Wolff erklärt, er "respektiere" Aston Martins Vorstoß gegen die FIA. Anschließen will er sich diesem aber nicht. Kernpunkt von Szafnauers Kritik ist die Behauptung, die FIA habe bereits 2020 gewusst, dass Mercedes und Aston Martin mehr unter den neuen Regeln leiden würden.

"Natürlich ist das auch eine Lobbyingarbeit der verschiedenen handelnden Akteure - und so war es auch immer", erklärt Wolff und ergänzt: "Die Frage ist nur: Wie ist man zu diesen Regeländerungen gekommen? Ist da alles so ganz neutral abgelaufen? Das kann man mit Sicherheit infrage stellen. Vielleicht war es so, vielleicht auch nicht ..."

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