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Toto Wolff: "Haben uns diese Entscheidung sehr gründlich überlegt"

Die Mercedes-Dominanz der Saison 2020 war zuletzt weniger erdrückend als am Saisonbeginn, was daran liegt, dass die WM schon fast gewonnen ist ...

(Motorsport-Total.com) - Der Vorsprung von Mercedes auf Red Bull ist in den vergangenen Wochen deutlich kleiner geworden, doch das ist für Toto Wolff kein Grund zur Sorge. Denn während Red Bull eigenen Angaben nach noch mit voller Kraft den aktuellen RB16 weiterentwickelt, sind bei Mercedes schon seit geraumer Zeit alle Weichen komplett auf die Zukunft gestellt.

Lewis Hamilton, Max Verstappen

Mercedes hat die Entwicklung des 2020er-Fahrzeugs bereits eingestellt Zoom

Sein Team habe den Schalter schon "vor langer Zeit" umgelegt, bestätigt Wolff, aber das sei in der Vergangenheit nie anders gewesen und somit keineswegs ungewöhnlich: "Darum sehen wir auch, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen den Teams verschiebt. Wir haben immer einen sehr starken Start und eine gute Saisonmitte, aber dann kommen gegen Ende hin oft andere auf."

Die rechnerischen Voraussetzungen sind allerdings so, dass sich Mercedes diesen Luxus 2020 leisten kann. In der Fahrer-WM hat Lewis Hamilton 83 Punkte Vorsprung auf den ersten Mercedes-Herausforderer Max Verstappen. Theoretisch könnte schon nach Imola am 1. November feststehen, dass nur noch ein Mercedes-Fahrer den Titel holen kann.

In der Konstrukteurswertung kann Mercedes rein rechnerisch schon am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Portimao in Portugal die Entscheidung herbeiführen, auch wenn das eher unwahrscheinlich ist. Bei aktuell 180 Punkten Vorsprung auf Red Bull ist aber jetzt schon so gut wie klar, dass da nichts mehr anbrennen wird.

Entscheidung nicht leichtfertig getroffen

"Wir haben uns diese Entscheidung sehr gründlich überlegt", erklärt Wolff, "denn nicht in jeder WM kannst du es dir erlauben, das Buch früher zuzuschlagen." Doch im Hinblick auf bevorstehende Regeländerungen und wegen des großen Vorsprungs habe man einen solchen Schritt in der Saison 2020 für vernünftig gehalten.

"Wir sehen oft dieses Muster, dass Red Bull gegen Saisonende näherkommt. Ich schätze, das ist gut für die WM", sagt Wolff. "Wir wenden die Strategie an, die wir für richtig halten, balancieren nächstes Jahr gegen dieses Jahr aus. Das sieht man teilweise auf der Strecke. Aber man muss wachsam bleiben und akzeptieren, dass die Konkurrenz in den letzten Rennen stärker wird."


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Erste Anzeichen davon hat Hamilton am Nürburgring festgestellt: "Sie sind am Ende die schnellste Runde gefahren. Ich habe alles gegeben, um die schnellste Runde zu fahren, aber sie waren schneller. Sie haben ein großartiges Auto - und sie werden immer besser. Ich glaube, dass es jetzt bis zum Saisonende ziemlich eng wird. Ein paar Strecken liegen ihnen vielleicht besser als uns."

"Red Bull ist nahe dran", stimmt der leitende Renningenieur Andrew Shovlin zu. "Sie holen auf. Die Änderung der Qualifying-Motorenmodi hat sie einen Schritt näher herangebracht, aber sie entwickeln im Moment auch schneller als wir. Aber es war in den vergangenen Jahren meistens so, dass sie nicht so gut starten wie wir."

Shovlin erwartet schwieriges Saisonfinale

"Gleichzeitig fällt mir kaum eine Saison ein, wo sie uns nicht am Ende ebenbürtig waren. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann werden die verbleibenden Rennen sicher ein Stück weit schwieriger für uns und es wird immer härter, die Pole zu erobern und am Sonntag die Rennen zu gewinnen", befürchtet Shovlin.


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Bei Red Bull hat man zwar die WM längst abgeschrieben, doch Helmut Marko hat zuletzt angekündigt, dass man in dieser Saison mit vollem Tempo bis zum Schluss weiterentwickeln wird. Man könne die meisten Lektionen, die man 2020 lernt, ohnehin aufs Auto für 2021 übertragen.

Teamchef Christian Horner sagt: "Am Nürburgring haben wir besser ausgesehen. Im ersten Sektor hatten wir die Oberhand. Der dritte Sektor war unser schlechtester. Die Kurven 13/14 waren unser Schwachpunkt. Aber insgesamt war es ein gutes Wochenende. Wir haben Fortschritte gemacht. Das ist definitiv ermutigend."

"Jetzt kommen Portimao, Istanbul, Imola - alles Strecken, die sehr interessant für uns sein könnten", glaubt Horner. "Und es ist uns wichtig, diese Saison mit einem positiven Momentum abzuschließen, damit wir einige der Probleme, die wir mit dem RB16 hatten, beim Design des RB16B ausmerzen können."

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