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Toto Wolff an Ferrari: "Konzentrier dich auf die Performance!"

Toto Wolff empfiehlt Ferrari, die Berufung gegen das "Copygate"-Urteil der FIA zurückzuziehen, und wundert sich über die "Prioritäten", die dort gesetzt wurden

(Motorsport-Total.com) - Toto Wolff hat nach dem Qualifying zum Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps (Formel 1 2020 live im Ticker!) erneut eine verbale Spitze gegen Ferrari gesetzt. Nicht wegen des miserablen Abschneidens der Scuderia auf der Rennstrecke (P13 für Charles Leclerc, P14 für Sebastian Vettel), sondern weil die ihre Berufung gegen das "Copygate"-Urteil der FIA weiterhin aufrechthält.

Mattia Binotto, Toto Wolff

Mattia Binotto und Toto Wolff tauschen derzeit keine Nettigkeiten aus ... Zoom

Ursprünglich haben fünf Teams angekündigt, gegen das Urteil vor das Berufungsgericht (ICA = International Court of Appeal) zu ziehen: Racing Point (zu hart) und Ferrari (zu weich) sind immer noch involviert. Renault hat die Berufung zunächst angemeldet, dann aber zurückgezogen. Und bei den Mercedes-Kunden Williams und McLaren (ab 2021) blieb es bei einer Ankündigung.

Wolff beobachtet das Geschehen nicht als Mediator, sondern "wirklich nur aus der Beobachterrolle", wie er im Interview mit 'Sky' versichert. "Ich glaube, die nächsten Tage werden entscheiden, ob Ferrari das wirklich durchzieht." Wäre er an der Stelle von Mattia Binotto, wäre seine Entscheidung klar: "Konzentrier dich auf die Performance und nicht auf den grünen Tisch!"

Wolff bleibt bei seiner Meinung, dass ein langwieriges Berufungsverfahren nicht im Sinne der Formel 1 sein kann: "Es liegt nicht an mir, diese Entscheidungen zu treffen. Es wäre natürlich nicht gut, wenn das vor das ICA geht. Dann haben wir die nächsten drei Wochen jede einzelne Aussage nur zum Thema Gericht. Insofern wäre es besser, übers Rennfahren zu sprechen."

Wolff leidet mit den Ferrari-Fans

Nicht der einzige Seitenhieb in Richtung Maranello, den Wolff am Samstag angedeutet hat. Ferrari sei zwar "eine ikonische Marke", die "ganz vorne" fahren sollte ("Ich habe Mitleid mit den Tifosi und den Mitarbeitern von Ferrari"). Aber: "Man muss sich auch die Frage stellen, ob die Prioritäten in letzter Zeit richtig gesetzt wurden, und wo der Mangel an Performance herkommt."


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Welche Prioritäten er damit konkret meint, lässt Wolff offen: "Ich möchte nicht darüber sprechen ... Es ist falsch, von Ferraris Prioritäten zu reden", rudert er auf Nachfrage zurück. "Das zieht Ferrari und jeden, der bei Ferrari arbeitet, mit rein." Stattdessen präzisiert der 48-Jährige: Er meine "die Entscheidungen, die innerhalb des Teams getroffen wurden, von bestimmten Teammitgliedern".

Man kann nur darüber mutmaßen, wen er mit dieser Aussage konkret meint. Möglicherweise Teamchef Binotto? Wolff stellt klar, ohne auf Namen einzugehen: "Ich habe keine Ahnung. Ich sehe das nur von außen." Und setzt nach: "Sie müssen sich an der Nase nehmen und überlegen, wo man in der letzten Zeit die Performance hat liegen lassen."

Wolff wehrt sich gegen Vorwürfe in Richtung Mercedes

Übrigens: Das im Raum stehende Gerücht, befeuert von mehreren Seiten, dass es in der "Copygate"-Affäre "nicht nur Zeichnungen gab von Mercedes in Richtung Racing Point, [...] sondern auch Daten", verweist Wolff im Interview mit 'Sky' ins Reich der Fabeln. Auf die Frage, ob ihn das persönlich ärgere, entgegnet er: "Natürlich ärgert mich das!"


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Ironisch fügt er an: "Warum sollten wir nicht ein Auto zur Verfügung stellen und jede Menge Daten? Und denen auch unser Showcar zeigen und ein Windkanalmodell zur Verfügung stellen?" Wieder mit ernstem Tonfall stellt er klar: "Diese Argumente sind so absurd! Wir haben überhaupt kein Interesse, unsere Position irgendwie zu gefährden."

Wolff unterstreicht, dass er "das Vermächtnis, das wir aufgebaut haben in den letzten Jahren, durch so einen Nonsens" niemals gefährden würde. Und sagt: "Also, die Menschen, die so etwas in die Zeitung schreiben, die so etwas in die Welt setzen, die versuchen in der Zeitung zu stehen meiner Meinung nach, mit irgendeiner Headline. Aber das ist völlig irrelevant für uns."