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Toro Rosso: Ausgerechnet Sainz verhilft Verstappen zum Sieg

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen verlieren zu Beginn des Rennens etwas Zeit hinter Carlos Sainz - Der Spanier verhilft seinem Ex-Teamkollegen damit zum Sieg

(Motorsport-Total.com) - Es ist schon eine ganz spezielle Beziehung zwischen den vier Red-Bull- beziehungsweise Toro-Rosso-Piloten. Einerseits fahren alle für den gleichen Arbeitgeber, anderseits sind alle vier Fahrer auch große Konkurrenten. Nichts zeigt das besser als der Fahrertausch zwischen Max Verstappen und Daniil Kwjat vor dem Großen Preis von Spanien. Während der Niederländer gleich sein erstes Rennen für Red Bull gewinnen konnte, kam Kwjat an einem schwierigen Tag nicht über Rang zehn hinaus.

Carlos Sainz

Schlüsselszene: Carlos Sainz hält die Ferraris zu Beginn des Rennens hinter sich Zoom

Besonders kurios: Seinen Sieg hat Verstappen zu einem gewissen Teil ausgerechnet seinem ehemaligen Teamkollegen Carlos Sainz zu verdanken. Der Toro-Rosso-Pilot, der in der Vergangenheit nicht immer das beste Verhältnis zu Verstappen hatte, hielt Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen in der Anfangsphase des Rennens einige Runden hinter sich - und wurde damit rückblickend betrachtet zum Zünglein an der Waage.

Erst in der siebten Runde kam Vettel am Toro Rosso, der zu diesem Zeitpunkt sensationell an Rang drei lag, vorbei. Räikkönen brauchte noch zwei Runden länger. Genau diese Zeit fehlte den Ferrari-Piloten im Ziel. "Es ist schon eine ziemliche Ironie", lacht Sainz, der die beiden Ferraris lange Zeit hinter sich halten konnte - trotz eines deutlich schwächeren Antriebs. "Mit DRS war der Ferrari 35 km/h schneller als wir", berichtet der Spanier.

Sainz feiert beim Heimspiel

Zwar schlummert im Heck des STR11 ebenfalls ein Ferrari-Motor, allerdings handelt es sich dabei um die Version aus dem Jahr 2015. Sainz ist überzeugt, er hätte Vettel und Räikkönen mit einem identischen Antrieb sogar bis zum Ende des Stints hinter sich halten können. "Ich wusste, dass ich ihnen (Red Bull; Anm. d. Red.) damit helfe", verrät Sainz und ergänzt mit einem Lachen: "Helmut (Marko) hat das ganz sicher gefallen."


Fotostrecke: Der Mercedes-Crash in Barcelona

"Ich konnte mich ganz gut halten und verteidigte mich zweimal. Dann haben sie mir gesagt, dass ich vorsichtig sein soll, und dass wir nicht gegen sie fahren", verrät Sainz, der vom Kommandostand eingebremst werden musste. Letztendlich beendete er das Rennen auf Rang sechs und ist damit "sehr zufrieden". Der Spanier erklärt: "Ich habe immer gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis mein Moment kommt - und er kam bei meinem Heimrennen. Ich bin sehr glücklich."

"Mehr als Platz sechs wäre heute schwierig gewesen. Ich glaube, dass Williams etwas schneller war als wir - wie erwartet", verrät Sainz, der sich Bottas im Kampf um Rang fünf am Ende klar geschlagen geben musste. Toro Rosso holte ihn bereits in Runde zehn an die Box, um den Undercut durch Williams zu vermeiden. Dadurch musste Sainz anschließend zwei lange Stints fahren, und die Taktik ging am Ende nicht auf. Trotzdem feierte Sainz am Ende das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere - stilecht beim Heimspiel mit Flagge in der Auslaufrunde.

Kwjat von Verstappen überrundet

Damit herrschte auf Sainz' Seite der Garage deutlich mehr Freude als bei Daniil Kwjat. Der degradierte Russe beendete das Rennen nur auf Rang zehn und wurde als Höchststrafe sogar von Verstappen überrundet - quasi von seinem alten Auto. "Ich mache meinen eigenen Job in meinem neuen Auto. Aber natürlich denke ich darüber nach, dass ich auch das Potenzial dafür gehabt hätte", erklärt Kwjat, als er auf Verstappens Sieg angesprochen wird.


Fotos: Großer Preis von Spanien, Technik


"Es war ein gutes Rennen. Am Ende hatten wir eine starke Pace. Wir hätten vielleicht noch viel mehr Punkte holen können", erklärt Kwjat, der am Ende des Tages sogar die schnellste Rennrunde fuhr - wohl mit ordentlich Frust im Bauch. "Die erste Hälfte des Rennens war schwierig, da haben wir Zeit verloren. Als wir eine freie Strecke hatten, waren wir dann aber ziemlich konkurrenzfähig", erklärt er.

"Nach dem Safety-Car musste ich zwei Positionen zurückgeben. Das hat uns nicht geholfen, da haben wir viel Zeit verloren", berichtet Kwjat und ergänzt: "Ich hatte kein Vertrauen in die Bremse. Mit einem neuen Auto ist es immer sehr schwierig." Das scheint bei Verstappen allerdings kein Problem gewesen zu sein, denn der Niederländer fuhr gleich im ersten Rennen mit einem für ihn komplett neuen Auto zum Sieg...

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