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Toro Rosso 2019: Wie verzweifelt ist Brendon Hartley?

Ahnend, dass er sein Toro-Rosso-Cockpit 2019 an Alexander Albon verlieren wird, macht sich Brendon Hartley bei Helmut Marko nicht gerade beliebt

(Motorsport-Total.com) - Brendon Hartley pocht zwar jedes Wochenende mehrmals darauf, einen "gültigen Vertrag" für die Formel-1-Saison 2019 zu haben, doch ob dieser (sofern es ihn wirklich gibt) von Toro Rosso beziehungsweise Red Bull tatsächlich eingehalten wird, ist fraglich. Mit seinem derzeitigen Verhalten dürfte der 29-Jährige im Ansehen bei Entscheidungsträger Helmut Marko jedenfalls nicht gerade steigen.

Brendon Hartley

Brendon Hartley wirkt angeschlagen: Bestreitet er seine letzten Rennen? Zoom

Dabei lief es rein sportlich schon mal schlechter. Hartley glänzte zuletzt als Sechster im Suzuka-Qualifying (wo er allerdings die erste Runde komplett vertrödelte) und Neunter im Rennen in Austin. Der Speed ist also da. Was fehlt, ist die Konstanz. Und die Besonnenheit. Denn anstelle die Leistungen auf der Strecke für sich sprechen zu lassen, lässt der Neuseeländer seinem Ärger freien Lauf - und beschädigt damit sein Team.

So zum Beispiel nach dem Grand Prix der USA, bei dem er fast eine halbe Minute vor Pierre Gasly ins Ziel kam. In der Pressemitteilung des Toro-Rosso-Teams wurde Gasly danach allerdings mit den Worten zitiert, dass er wegen eines beschädigten Unterbodens gehandicapt war.

Hartley versteht das als Schmälerung seiner eigenen Leistung und kontert: "Auch wenn in der Pressemitteilung etwas anderes behauptet wird: Mit dem anderen Auto war im Rennen alles in Ordnung. Meine Leistung war einfach sehr gut."

So macht man sich bei Red Bull keine Freunde

Ein Kommentar, der bei den Entscheidern nicht gut ankommen kann. Und auch bei Gasly für Verwunderung sorgt: "Er steht unter großem Druck und sieht jetzt ein paar Dinge anders als noch zu Saisonbeginn. Im Moment redet er viel. Ich muss das aber nicht weiter kommentieren."

"Mir wird nicht erlaubt, darüber zu sprechen." Brendon Hartley

Dass Gaslys Unterboden in Austin tatsächlich beschädigt war, konnte der Franzose inzwischen glaubhaft versichern. Hartley, damit konfrontiert, ob er trotzdem immer noch zu seiner Aussage steht, winkt nur ab: "Kein Kommentar. Mir wird nicht erlaubt, darüber zu sprechen."

Was ihm erlaubt wird, ist, gute Ergebnisse einzufahren. Teamchef Franz Tost ist in seiner Ansage unmissverständlich, wenn er sagt: "Sein Rennen in Austin war gut. Aber wenn wir die Ergebnisse mal ganz nüchtern anschauen, dann hat Gasly 29 Punkte und Hartley nur vier. Wenn er im Team bleiben möchte, muss er sich deutlich steigern."

Albon derzeit mit den besten Karten

Aber das "wenn er bleiben möchte" hat sich laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ohnehin bereits erledigt. Zwar versichert Marko am Telefon, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei und man sich frühestens am Abu-Dhabi-Wochenende festlegen werde. Aber tatsächlich spricht vieles für Alexander Albon als künftigen Teamkollegen von Daniil Kwjat.

Albon hätte eigentlich kürzlich in Valencia Formel E testen sollen, reiste aber just zu dem Zeitpunkt überraschend ab, als Toro Rosso einer Reihe anderer Fahrer, darunter zum Beispiel Pascal Wehrlein, für 2019 abgesagt hat. Albon verschwand daraufhin auch aus der Formel-E-Starterliste, obwohl er bei e.dams-Nissan als gesetzt galt.


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Für Red Bull ist der Brite aufgrund seiner thailändischen Rennlizenz ein Wunschkandidat, schließlich ist der Energydrink-Hersteller aus Salzburg zu 51 Prozent in thailändischer Hand der Yoovidhya-Familie. Außerdem hat Albon mit Charles Leclerc einen prominenten Fürsprecher: "Er war einer meiner stärksten Gegner in der Formel 3. Ich wünsche ihm wirklich, dass er das Cockpit bekommt."

Rein theoretisch könnte auch Daniel Ticktum noch für Toro Rosso in Frage kommen. Auf den wilden Briten hält Marko große Stücke, was das fahrerische Talent angeht. Allerdings hat er die notwendigen Superlizenz-Punkte nicht beisammen. Die freilich könnte Ticktum bei einem Engagement in der GP3-Winterserie in Asien sammeln. Möglich, aber unwahrscheinlich.

Hartley: Wurde nicht gleich behandelt

Hartley hingegen ist offenbar nur noch der Notnagel, falls sich alle anderen Varianten zerschlagen sollten. Kein Wunder, dass der Neuseeländer Verzweiflung ausstrahlt: "Ich muss dauernd Fragen über meine Zukunft beantworten", rechtfertigt er sich. "Da ist mir irgendwann klar geworden, dass ich mich auch ein bisschen verteidigen muss."

"Man hat mir nicht immer die gleichen Chancen eingeräumt." Brendon Hartley

"Es gab Rennen wie in Österreich, da lag ich auf Punktekurs, bis die Rauaufhängung brach", erinnert er sich. "Oder Rennen wie in Ungarn, mit einem Top-10-Qualifying. Aber dann splitten wir die Strategien. Die Renaults und ich, wir kamen früh an die Box und wurden dadurch von den anderen überholt. Letztendlich hatte Pierre nur die bessere erste Runde. Aber mein Rennen war stark."

"Wenn man mir die gleichen Möglichkeiten gegeben hat, war ich gegenüber meinen Teamkollegen immer konkurrenzfähig", sagt Hartley. Das klingt ein bisschen nach Vorwurf in Richtung Toro Rosso. Ist wohl auch so gemeint, denn: "Man hat mir nicht immer die gleichen Chancen eingeräumt. Zum Beispiel, wenn wir eine Strategie gefahren sind, nur um dem anderen Auto zu helfen."

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