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Telemetrie ein Sicherheitsfaktor

Die Telemetrie ist in den vergangenen Jahren immer umfangreicher geworden - Bis zu 30 Gigabyte an Daten werden pro Rennwochenende von einem Auto empfangen

(Motorsport-Total.com) - In der modernen Formel 1 sind Computer nicht mehr wegzudenken. Unzählige Daten werden gesammelt und an die Box geschickt, wo zahlreiche Ingenieure vor Monitoren sitzen und alles überwachen. In den vergangenen Jahren hat sich nicht nur die Datenmenge erhöht, sondern die Geschwindigkeit, mit der sie übertragen werden. Nicht nur die Box kann zusehen, sondern auch die Ingenieure in der Fabrik werten das Material aus und unterstützen ihre Kollegen vor Ort. Dass Motorsport auch ohne hochgestochener Elektronik auskommen kann, beweist die US-amerikanische Nascar-Serie, wo die Telemetrie im Rennen komplett verboten ist.

McLaren-Box

In den Boxen werden die Daten von zahlreichen Ingenieuren ausgewertet

"Wir können auch ohne Telemetrie arbeiten und das Auto würde immer noch fahren", sagt Alex Burns, der Geschäftsführer von Williams. "Wir würden uns aber große Sorgen machen, weil wir bestimmte Sicherheitselemente nicht überwachen könnten. Zum Beispiel wenn ein Reifen Druck verliert und einen schleichenden Plattfuß hat, dann wäre das ein Sicherheitsproblem." In den vergangenen Jahren ist die Datenmenge, die im Auto gesammelt wird, um das zehnfache angestiegen. 30 Gigabyte werden pro Rennwochenende gesammelt.

Zusammen mit AT&T hat Williams an den Datenleitungen und Funknetzwerken gearbeitet. Der britische Traditionsrennstall gibt an, dass die Daten 25 Mal schneller als bei einem normalen Breitband-Internetanschluss übertragen werden. Dadurch wurde die Anzahl der Mitarbeiter bei den einzelnen Rennen reduziert. Unter dem Strich wurden Kosten gespart. "Es arbeitet aber immer noch eine bestimmte Anzahl von Mechanikern bei den Boxenstopps. Wir haben sie noch nicht virtualisiert", lacht Burns.

Im Gegensatz zur Formel 1 streicht die Nascar die Bedeutung des Fahrers heraus. Er muss fühlen, ob beispielsweise ein Reifen Luft verliert. "Nascar will die Technologie während des Rennens minimieren, damit es für den Zuschauer interessanter wird", sagt Technologieanalyst Matthew Robison. "Der menschliche Faktor spielt eine ganz andere Rolle. Dazu gehört die Kommunikation zuwischen dem Fahrer, den Mechanikern und dem Crewchief, die manchmal mit Hilfe der Telemetrie einfacher zu handhaben wäre."

"Viele würden argumentieren, dass das den menschlichen Faktor mehr herausstreicht, während er in der Formel 1 kaum noch existiert. Die Formel 1 repräsentiert aber die ultimative Performance, also spielt Technologie eine große Rolle. Es wird immer ein Publikum dafür geben." Aber auch in der Königsklasse gibt es noch altmodische Dinge. Die Boxentafeln haben auch im Jahr 2011 noch Bestand, falls die modernen Kommunikationswege ihren Dienst quittieren.