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Surer kritisiert McLaren: "Haben sich selbst betrogen"

Experte Marc Surer kritisiert McLaren für den harten Umgang mit Ex-Partner Honda - Das Team habe die eigenen Probleme nie realisiert und erhalte nun die Quittung

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Saison 2018 läuft für McLaren nicht wie gewünscht. Durch den Wechsel von Honda- auf Renault-Motoren erhoffte sich das Traditionsteam aus Woking eigentlich einen deutlichen Sprung nach vorne. Ein kleiner Fortschritt ist zwar tatsächlich gelungen, doch beim Blick auf den WM-Stand herrscht trotzdem Ernüchterung, denn nach den ersten zwölf Rennen liegt McLaren nur auf Rang sieben.

Fernando Alonso

Die Saison 2018 begann bereits bei den Tests in Barcelona mit einem Debakel Zoom

Damit ist man zwar besser als 2017 (Platz neun), doch 2016 landete man mit Honda auf WM-Rang sechs - und war damit sogar eine Position besser als aktuell. "Nachdem man sieht, was McLaren jetzt in diesem Jahr macht, muss man sagen: Sie wären genau da auch mit dem Honda-Motor. Es war kein Schritt vorwärts, den Renault-Motor zu nehmen", urteilt Experte Marc Surer im Podcast Starting Grid auf 'meinsportradio.de'.

"Der Motor (von Honda; Anm. d. Red.) war gar nicht so schlecht", nimmt er die Japaner in Schutz und erklärt: "Man hat ihn einfach immer schlecht gemacht, indem man mit zu viel Flügel gefahren ist. Dadurch waren sie auf den Geraden die Langsamsten - und in den engen Sektoren dann die Schnellsten. Und dann (hat McLaren) gesagt: Sie haben das schnellste Chassis. Das kann aber jeder, wenn er genügend Flügel draufhat."

"Genau das haben sie gemacht. Die Ingenieure haben sich praktisch selbst betrogen", kritisiert Surer McLaren und ergänzt, dass momentan lediglich die Zuverlässigkeit "der wunde Punkt" des Honda-Motors sei. Er relativiert jedoch umgehend: "Wenn man sieht, wie oft ein Renault-Motor hochgeht, muss man sagen, so viel Unterschied ist auch da nicht." Toro Rosso liegt mit dem Honda-Motor in der WM aktuell eine Position hinter McLaren.


Fotostrecke: Fahrer und Teams der Formel 1 2019

Allerdings hat Red Bull in diesem Jahr bereits bewiesen, dass der Renault-Antrieb grundsätzlich gut genug ist, um Rennen zu gewinnen. Daniel Ricciardo und Max Verstappen feierten 2018 zusammen bereits drei Siege, und in der WM liegen die "Bullen" hinter Mercedes und Ferrari auf Rang drei. Von solchen Ergebnissen kann McLaren aktuell nur träumen.

Auch deshalb wurde Rennleiter Eric Boullier noch während der ersten Saisonhälfte durch Gil de Ferran ersetzt. "Ich habe Boullier als sehr fähigen Mann kennengelernt. Für mich macht das keinen Sinn", wundert sich Surer und erklärt: "Viel Unterschied wird es nicht machen." In den sieben Rennen vor der Sommerpause fuhr Fernando Alonso lediglich dreimal in die Punkte, Teamkollege Stoffel Vandoorne ist seit satten acht Rennen komplett ohne Zähler.

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