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Steiner hadert mit Budget-Diskussionen: "Ich erwarte nichts mehr ..."

Haas-Teamchef Günther Steiner ist unzufrieden mit den Fortschritten bei der geplanten Budgetgrenze - Die Topteams nimmt er dabei aber in Schutz

(Motorsport-Total.com) - Schon vor einigen Jahren wurde in der Formel 1 eine Budgetgrenze angekündigt. Passiert ist damals gar nichts. 2018 folgte eine neue Ankündigung, doch ob diese am Ende wirklich umgesetzt werden wird, da ist Haas-Teamchef Günther Steiner skeptisch. "Ich erwarte gar nichts mehr. Wir reden seit einem Jahr darüber. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir seither große Fortschritte gemacht haben", zeigt er sich enttäuscht.

Frederic Vasseur, Günther Steiner

Kleine Teams wie Sauber und Haas wollen die Budgetgrenze haben Zoom

Das Problem ist, dass sich die Teams nicht auf eine Grenze einigen können. Die angestrebten 150 Millionen US-Dollar sind für kleine Teams noch eine Menge Geld, für die Topteams aber nicht umsetzbar - zumindest nicht von jetzt auf gleich. Sie operieren mit einem Vielfachen davon und besitzen viele Mitarbeiter, von denen einige auf der Straße landen würden. Sie sträuben sich daher gegen die Grenze und wollen - wenn überhaupt - eine höhere.

Dass sie die Fortschritte einfach blockieren würden, verneint Steiner jedoch: "Sie sind kooperativ", lobt er. "Wir müssen nur einen Punkt finden, an dem wir uns treffen. Sie wollen eine hohe Grenze, wir wollen eine niedrige. Wir müssen einen Weg finden, der für alle funktioniert." Er kann die Sorgen der großen Rennställe verstehen: "Das Personal zu reduzieren, ist sehr schwierig", sagt er, meint aber auch: "So wie jetzt kann der Sport nicht überleben."


Fotostrecke: Die ungerechte Geldverteilung der Formel 1

Der Haas-Teamchef wünscht sich endlich ein Vorankommen in der Debatte, doch die getroffenen Fortschritte seien ziemlich gering gewesen - zu gering, um eine Entscheidung zu treffen. "Das ist enttäuschend, denn in einem Jahr hätten wir Fortschritte machen sollen", so der Südtiroler. "Daher erwarte ich gar nichts mehr. Ich hoffe aber, dass wir in naher Zukunft eine Lösung finden, damit wir ordentlich für 2021 planen können."