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Spyker in der Insolvenz: Aus für früheren Formel-1-Hersteller

Führungsrunden für Markus Winkelhock, ein WM-Punkt für Adrian Sutil: Die Marke Spyker, 2007 in der Formel 1 engagiert, ist am Ende

(Motorsport-Total.com) - Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker ist pleite und hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Bereits vor mehreren Wochen hatte das Unternehmen von Firmenchef Victor Muller Gläubigerschutz beantragt, um die Pleite noch abwenden zu können, doch die für ein Überleben notwendigen Überbrückungskredite konnten nicht abgeschlossen werden.

Spyker engagierte sich in den Jahren 2006 und 2007 in der Formel 1. Im September 2006 überwies der Sportwagenhersteller mehr als 100 Millionen US-Dollar (damals umgerechnet mehr als 80 Millionen Euro) an den kanadisch-russischen Geschäftsmann Alexander Shnaider. Shnaider hatte zuvor das ursprünglich von Eddie Jordan gegründete Team mit Sitz in Silverstone übernommen und unter dem Namen MF1 (Midland) betrieben.

Als Teamchef blieb trotz des Eigentümerwechsels weiterhin Colin Kolles am Steuer; Spyker wechselte aber von Toyota- auf Ferrari-Motoren. Beim Grand Prix von Japan 2007 holte Adrian Sutil den einzigen WM-Punkt in der etwas mehr als einjährigen Geschichte von Spyker in der Formel 1. Am Saisonende wurde das Team an ein Konsortium namens Orange India verkauft, mit Geschäftsmann Vijay Mallya am Ruder. Daraus wurde ab 2008 das heutige Force-India-Team.

"Was mich betrifft, ist das nicht das Ende." Victor Muller

Abseits der Formel 1 wurde die bereits 1880 gegründete Marke Spyker von Victor Muller ab 1999 revitalisiert. Spyker entwickelte zwei Sportwagen im Luxussegment und übernahm im Februar 2010 die schwer angeschlagene Marke Saab von General Motors. Dabei dürfte sich Spyker überhoben haben. Bereits Ende 2011 war Saab nach dem Platzen des Einstiegs chinesischer Investoren am Ende. Nun ereilt Spyker das gleiche Schicksal.

Doch die Insolvenz soll nicht zwangsläufig das Ende der Geschichte sein: "Keines der Ziele, das wir vor 15 Jahren hatten, als wir Spyker gründeten, ist aufgrund dieser Ereignisse verschwunden", stellt Muller klar. "Was mich betrifft, ist das nicht das Ende. Aber es ist vielleicht das Ende des Anfangs, um Winston Churchill zu zitieren. Ich werde mich ununterbrochen anstrengen, um Spyker so bald wie möglich wieder aufleben zu lassen."