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Sport-Boykott in den USA: Hamilton wird in Belgien fahren

Lewis Hamilton wird trotz der jüngsten Anti-Rassismus-Proteste und Boykotte von Sportlern in den USA am Grand Prix von Belgien teilnehmen

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton wird den Grand Prix von Belgien nicht boykottieren. Der Mercedes-Pilot hat am Mediendonnerstag klargestellt, dass er trotz der neu entfachten Anti-Rassismus-Proteste in den USA am Sonntag am Start stehen wird. Zuvor haben einige Sportstars ihren Boykott angekündigt.

Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Hamilton und Vettel wollen weiterhin für mehr Diversität und Inklusion kämpfen Zoom

Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt haben in den vergangenen Tagen erneut Fahrt aufgenommen, nachdem Jacob Blake brutal von einem Polizisten angeschossen wurde. Daraufhin haben zahlreiche schwarze Sportler in den USA angekündigt, ihre Turniere zu boykottieren.

Unter anderem wurden Spiele in der NBA und der Major League Soccer daraufhin verschoben. Auch die Tennisspielerin Naomi Osaka ist aus dem Turnier in New York ausgestiegen. Hamilton hat diesen mutigen Schritt auf Instagram gewürdigt. Er schrieb: "Ich bin sehr stolz auf dich!"

Hamilton: "Unglaublich, was in den Staaten passiert"

Darauf angesprochen, ob er darüber nachgedacht habe, am kommenden Rennwochenende in Belgien nicht anzutreten, verneint Hamilton. Dennoch zeigte er Respekt vor der Entscheidung der amerikanischen Sportler. "Es ist unglaublich, was viele in den Staaten gerade machen."

Nicht nur viele Spieler würden ein Zeichen setzen, so der Mercedes-Fahrer, sondern auch einige Kommentatoren oder Veranstalter. "So viele Leute unterstützen die Spieler und treiben Veränderung voran. Es ist wirklich traurig, dass es erst so weit kommen musste, um eine solche Reaktion hervorzurufen."

Aber: "Das passiert in Amerika. Ich weiß nicht, ob das auch eine Auswirkung haben würde, wenn ich das hier machen würde. Wir sind in Belgien und nicht in den Vereinigten Staaten."

Er betont außerdem: "Ich bin wirklich stolz [auf all diese Sportler]. Ich stehe mit ihnen vereint und versuche, hier drüben zu tun, was ich kann." Der WM-Führende weiß auch, dass der Grand Prix auch ohne ihn stattfinden würde. "Die Sache ist die: Das Rennen wird trotzdem gefahren."

Deshalb versucht Hamilton seinen Einfluss auf andere Art für mehr Inklusion einzusetzen. "Ich werde mit der Formel 1 sprechen, um zu sehen, was wir sonst noch tun können, um das Bewusstsein weiter zu schärfen, um weiterhin zu helfen, Druck auszuüben."

Schon in der jüngeren Vergangenheit hat er auf diese Weise zum Umdenken angeregt. Hamilton gilt als Anführer im Kampf gegen Rassismus im Motorsport. In der Vergangenheit hat er nicht davor zurückgeschreckt, die Formel 1 zu kritisieren und die Königsklasse zur Verantwortung zu ziehen.

Vettel: "Wichtiger, was hinter den Kulissen passiert"

"Als Sport müssen wir zusammenhalten. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, auch wenn unser Sport ein ganz anderer ist." Sein Engagement bei den Anti-Rassismus-Protesten hat auch Liberty Media dazu bewogen, eine Initiative für mehr Diversität und Gleichberechtigung ins Leben zu rufen.

Auch seine Plattform auf Social Media nutzt Hamilton dafür, um auf Rassismus aufmerksam zu machen. Auch nach der Pressekonferenz am Mediendonnerstag in Belgien hat er sich klar positioniert: "Schweigen ist keine Option! Wir fordern Gerechtigkeit! Wir verdienen Gerechtigkeit!"

Renault-Pilot Daniel Ricciardo stimmt Hamilton vollkommen zu. Er fordert seine Kollegen dazu auf, die aktuellen Geschehnisse zu diskutieren und über Botschaften bei nächster Gelegenheit nachzudenken. Denn: "Es ist einfach schrecklich. Ich frage mich, wann wird es genug sein?"


Grand Prix von Belgien

Zwar verfolge er die Nachrichten nicht sehr aufmerksam, dennoch müsse er bei jeder Schlagzeile zu jenem Thema den Kopf schütteln, schildert der Australier. "Wie kann es immer noch passieren? Das haut mich immer noch um."

Was die US-Boykotte betrifft, erhält Hamilton einmal mehr Unterstützung von Sebastian Vettel. Auch der GPDA-Direktor glaubt, dass diese Maßnahmen sehr "US-spezifisch" seien. Der Deutsche stellt auch klar: "Wir als Fahrer wollen unsere Botschaft weiterhin verbreiten."

"Doch wir wissen, dass sich die Dinge nicht von heute auf morgen ändern, und es ist nur ein sehr kleiner Beitrag. Aber hoffentlich versteht jeder, der es sieht, den Sinn und die Botschaft, und er nimmt ein wenig davon für die nächsten Schritte im eigenen Leben mit."

Allerdings sind öffentliche Aktionen nichts wert, wenn im Hintergrund nicht ebenso an Veränderung gearbeitet wird, betont Vettel: "Es ist eine Sache, in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen. Ich denke, wichtiger ist, was jeder entscheidet oder wie sich jeder verhält, wenn die Kameras ausgeschaltet sind."

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