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Red-Bull-Dominanz: Vettel glänzt, Reifen platzt

Sebastian Vettel und Red-Bull-Teamkollege Mark Webber bestimmen das Tempo im zweiten Spa-Training: Reifenplatzer stoppt den Weltmeister

(Motorsport-Total.com) - Red Bull ist nach dem Ende der Sommerpause bestens aus den Puschen gekommen. Weltmeister Sebastian Vettel erzielte im zweiten Freien Training in Spa-Francorchamps in 1:49.331 Minuten die Tagesbestzeit knapp vor seinem Teamkollegen Mark Webber (2./+ 0,059 Sekunden). Das Weltmeisterteam dominierte die Szene am Freitagnachmittag, aber hatte auch Sorgen. Am Fahrzeug von Vettel platzte rund 20 Minuten vor dem Ende der Session der Reifen hinten rechts. Es fehlen die nötigen Erklärungen für den Defekt.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel zeigte bis zum Reifenschaden ein gutes Tempo Zoom

"Es könnte sein, dass er den Reifen einfach überstrapaziert hat, weil er sehr lange auf dem Satz unterwegs war", meint 'Sky'-Experte Marc Surer. Allerdings wollte man diesen Ansatz von Seiten des Teams nicht bestätigen. "Warum der Reifenschaden aufgetreten ist, darüber sind wir uns noch nicht vollständig im Klaren. Pirelli wird sich den Reifen ansehen, um so schnell wie möglich hinter die Ursache zu kommen", so Teamchef Christian Horner.

In der Formel 1 besteht die Befürchtung, dass man nach dem Reifendebakel von Silverstone nun noch einmal ähnliche Probleme bekommen könnte. Allerdings könnte der Schaden auch von kleinen Fremdkörpern auf der Strecke hervorgerufen worden sein. "Das könnte sein, wir haben keine weiteren Reifenschäden beobachtet. Wir müssen auf die Analyse seitens Pirelli warten", so der Red-Bull-Teamchef. Vettel selbst wich allen Fragen nach dem Defekt konsequent aus, während der Unterboden seines Autos repariert werden musste.

Red Bull mit vielen neuen Teilen

Abgesehen von dem Reifenplatzer lief bei Red Bull alles rund, was überhaupt rund laufen konnte. Beide Piloten konnten locker schnelle Runden auf der weicheren Medium-Mischung realisieren. Nach der kurzen Jagd auf die Bestzeiten, spulten Vettel und Webber ein intensives Testprogramm ab. Red Bull hatte veränderte Flügel installiert, eine höhere Nase, auch die Bremsbelüftung am Heck ist neu. Die aerodynamischen Auswirkungen untersuchte man mit Hilfe von FloViz-Farbe am RB9.

Jean-Eric Vergne

Starke Runde am Freitag: Jean-Eric Vergne kam auf den fünften Rang Zoom

Während Webber konstante Zeiten auf der härteren Reifenmischung fuhr, blieb Vettel lange Zeit auf der weicheren Mischung. Der Deutsche zeigte gutes Tempo, war viele Runden am Stück jeweils rund eine halbe Sekunde schneller als der Australier. Die Pneus schienen kaum abzubauen - bis zum dem Platzer. Pirelli wird intensiv analysieren müssen, denn auch ein Crash von Giedo van der Garde (19./Caterham/+ 3,826) könnte von einem Reifenschaden ausgelöst worden sein. Fernando Alonso berichtete von einem solchen Defekt auf seiner Auslaufrunde. Man darf auf die Aussagen aus dem Lager von Pirelli gespannt sein.

Hinter den dominant schnellen Red-Bull-Autos konnte sich Lotus-Pilot Romain Grosjean (3./+ 0,818) einreihen. Das Team setzte am Nachmittag wieder auf eine Version ohne passives DRS. Versuche mit dem System am Vormittag hatten keinen Erfolg gebracht. Kimi Räikkönen (6./+ 0,987) zeigte ein solides Tempo, unterstrich dabei erneut, wie schonend der E21 mit den Pneus umgeht. Der Finne war der einzige, der sich auf seiner zweiten schnellen Runde auf den Medium-Pneus noch einmal steigern konnte.

Bei Ferrari standen am Nachmittag weitere Tests mit dem veränderten Aerodynamikpaket an. Felipe Massa (4./+ 0,833) absolvierte 27 problemlose Runden und fühlte sich in seinem F138 offenbar wohl. Teamkollege Alonso (7./ +1,179) war jedoch nicht so zufrieden. Der Spanier ließ gegen Ende der Session noch einmal den alten Heckflügel installieren. Nach der Bestzeit im Training am Vormittag kam Alonso am Nachmittag bei trockenen Bedingungen nicht ganz so gut zurecht.

Vergne wuchtet sich nach vorn

Für ein Ausrufezeichen sorgte unterdessen Jean-Eric Vergne. Der Franzose wuchtete seinen Toro Rosso in 1:50.253 Minuten auf den starken fünften Rang. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo, der wohl Webber-Nachfolger bei Red Bull werden wird, kam da nicht hinterher: Nur Rang 16 für den Australier. Aus dem Lager von Mercedes gibt es am Freitag keine Heldentaten zu berichten. Nico Rosberg (9./+ 1,270) und Lewis Hamilton (12./+ 1,420) setzten keine Glanzlichter. Vor allem der Brite hatte mit dem W04 zu kämpfen. Der Ungarn-Sieger zeigte viele Verbremser.

Obwohl die Silberpfeile nicht allzu sehr im Rampenlicht standen, sieht Surer die beiden Piloten noch in einer guten Ausgangsposition. Auf die Frage, wer Red Bull nach der Dominanz am Freitag noch gefährlich werden könnte, nennt der Schweizer Mercedes. "So hatte sich das in Ungarn auch dargestellt", so Surer in seiner Analyse. Die beiden Mercedes waren vor allem bei den Geschwindigkeitsmessungen weit zurück. Es ist denkbar, dass die Silberpfeile im Regensetup unterwegs waren, denn am Samstag und Sonntag soll es schließlich nass werden.


Fotos: Großer Preis von Belgien


In der Verfolgerposition zeigten sich am Freitag Force India und McLaren. Paul di Resta und Adrian Sutil kamen auf die Ränge zehn und elf, Sergio Perez (8.) schlug seinen Teamkollegen Jenson Button (15.) recht deutlich. Der Brite beklagte sich über hartnäckiges Übersteuern. Aus den hinteren Reihen stand van der Garde im Fokus. Der Niederländer schoss 18 Minuten vor dem Ende der Session in Kurve 15 in die Reifenstapel. Die Ursache ist bislang nicht bekannt.

Vor den Sessions am Samstag in Spa-Francorchamps blicken die Teams immer wieder auf die Wetterberichte. Die Meteorologen passen ihre Vorhersagen immer wieder an. Es wird insgesamt jedoch typisches Ardennen-Wetter erwartet, sodass man am Vormittag und am Nachmittag auf Nieselregen und auch teils kräftigere Schauer gefasst sein muss. Die Erkenntnisse vom Freitag wären in diesem Fall nicht mehr allzu viel wert.

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