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Sorgen um die Formel 1: Eddie Jordan vermisst echte Typen

Zu wenige junge Leute an den Strecken, zu langweilige Figuren in den Cockpits: Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan nennt die Kernprobleme aus seiner Sicht

(Motorsport-Total.com) - Die größte Formel-1-Fanumfrage aller Zeiten, zahlreiche Sitzungen von Strategiegruppe und anderen Gremien: die Grand-Prix-Szene hat die Zeichen der Zeit erkannt, aber noch keinen Fahrplan für den Weg aus der Krise gefunden. Die Autos sollen ab 2017 wieder lauter, schneller und schwieriger beherrschbar sein. Wie man dorthin kommt, ist noch nicht abschließend entschieden - außerdem wäre damit noch längst nicht die gesamte Baustelle bedient.

Bernie Ecclestone

Sind nicht immer einer Meinung: Bernie Ecclestone und Eddie Jordan Zoom

"Mein größte Sorge ist, dass wir bei einigen Rennen einfach nicht genügend junge Leute haben. Wir brauchen wieder Helden, bei Fahrern und Teamchefs. Die Show und der Sport müssen wieder anziehender werden. Vor allem müssen sie offener werden", schildert Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan seine Ansicht in der 'BBC'. Der Brite steht selbst für eine Reihe von Teamchefs, die durch ganz eigene Herangehensweisen und kämpferische Auftritte zu Stars der Szene wurden.

"Der Sport hat sich zu weit vom Optimalzustand entfernt. Es braucht heldenhafte Fahrer, die sich Rad-an-Rad-Kämpfe liefern. Solche Duelle haben die Fans in den vergangenen Jahren vermisst", sagt Alexander Wurz auf 'derstandard.at'. Der Vorsitzende der Fahrergewerkschaft GPDA war treibende Kraft hinter der umfangreichen Fanbefragung. Die Ergebnisse dieser haben den Österreicher nicht überrascht. Der Ruf nach "echten Typen" in den Cockpits sei nicht zu hundert Prozent gerechtfertigt.

Sind genügend Typen in der Formel 1

"Es gibt sie schon noch. Kimi Räikkönen zum Beispiel", schildert Wurz. "Er redet zwar nicht viel, wenn er aber etwas sagt, ist er so, wie er ist. Auch Fernando Alonso ist ein authentischer Typ. Solche Fahrer kommen beim Publikum gut an. Zu korrekte Typen bewegen nicht." Es seien also personell alle Zutaten für eine gute Formel 1 in der Zukunft vorhanden: "Davon bin voll überzeugt. Es gibt Menschen und Maschinen, es gibt Gefahren und Dramen. Das ist der Stoff, aus dem Hollywood-Filme sind, das geht immer."

Etwas weniger Realität und mehr Hollywood könnte der Formel 1 nicht schaden, meinen einige Verantwortliche. Immer wieder kommen umstrittene Vorschläge auf den Tisch - wie zum Beispiel Starts in umgekehrter Reihenfolge ("reversed grid"). "Ich bin nicht für solche Dinge, denn wir haben schließlich schon DRS und KERS, die beim Überholen helfen", sagt Jordan. "Über umgekehrte Startreihenfolge wird seit Jahrzehnten immer mal wieder gesprochen, aber passiert ist nie etwas. Mir ist so etwas zu gekünstelt."


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Ziel muss es laut Jordan sein, das Starterfeld wieder mehr auf ein gemeinsames Niveau zu bringen, sodass intensivere und abwechslungsreichere Kämpfe entstehen könnten. Aber ist dies unter den aktuellen Voraussetzungen mit einer extrem unterschiedlichen Einnahmesituation der Teams überhaupt machbar? "Die Ausschüttung der Einnahmen ist schon immer umstritten. Ich bin der Ansicht, dass einigen Teams aus historischen Gründen tatsächlich mehr zusteht", sagt Jordan.

"Ich war jemand, der den Sonderzahlungen an Ferrari damals zugestimmt hat. Ich war der Überzeugung, dass es der passende Weg ist, um die Loyalität von Ferrari anzuerkennen", gibt der Ex-Teamchef offen zu. Er fügt jedoch an: "Was nicht passt, ist dies: Wenn Lotus beispielsweise den Titel gewinnt, dann bekommen sie dennoch erheblich weniger als McLaren. Wie kann das sein? Ich habe nichts gegen McLaren. Bei Red Bull wäre es genauso."

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