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Sonderpokal für Sebastian Vettel zum Ferrari-Abschied!

Das letzte Ferrari-Rennen von Sebastian Vettel in der Formel 1 war "nichts Besonderes", aber was nach der Zieldurchfahrt geschah, spricht Bände

(Motorsport-Total.com) - Auf Position 14 ist Sebastian Vettel bei seinem letzten Formel-1-Rennen für Ferrari ins Ziel gefahren. Doch das war für den viermaligen Weltmeister selbst nur eine Randnotiz an diesem Sonntag. "Heute war nichts Besonderes", sagt Vettel mit Blick auf das Ergebnis. Was wirklich für ihn zählte, das sah man erst nach Rennende.

Charles Leclerc, Sebastian Vettel

Charles Leclerc und Sebastian Vettel mit dem Abschiedspokal an Vettel von Ferrari Zoom

Im Anschluss an die obligatorischen Medientermine kehrte Vettel zurück in die Ferrari-Box und spendierte dem Team erst einmal eine Runde Bier. Außerdem wurden noch letzte gemeinsame Fotos gemacht.

Und dann schenkte Ferrari Vettel noch einen Sonderpokal, der eine gewisse Ähnlichkeit zur Champions-League-Trophäe aufweist. Alles verbunden mit einer Boxentafel, auf der zu lesen ist: "Grazie Seb" - "Danke, Seb".

Vettel singt ein Lied in der Ehrenrunde

Noch in der Ehrenrunde hatte Vettel seinem Team am Funk ein Ständchen dargebracht, auf Italienisch wohlgemerkt, und nach der Melodie von "Azzurro" von Adriano Celentano. Dazu hatte sich der Deutsche extra einen Spickzettel ins Auto mitgenommen. Fast eine Minute lang sang er so in seinen Helm, gewissermaßen als letzten Gruß an seine Ferrari-Crew.

Sein Rennen, so sagt Vettel in Abu Dhabi, sei nicht der Rede wert gewesen. Pech mit dem Safety-Car und dem letzten Reifensatz, ansonsten "so wie das ganze Jahr", also mehrheitlich frustrierend für Vettel. Bei seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc lief es nicht viel besser: Er kam eine Position vor Vettel ins Ziel und wurde 13.

"An dieses Rennen werde ich mich sicher nicht erinnern", sagt Vettel, "aber an die Gesten der Jungs, der Mechaniker und so. Heute habe ich eine andere Energie gespürt. Das werde ich in Erinnerung behalten. Das Rennen aber war nichts Besonderes."

Vettel realisiert: Das war's mit Ferrari

Und so setzt bei Vettel die Realität ein, dass seine Ferrari-Zeit nun abgelaufen ist. Er selbst meint: "Jetzt ist es zu Ende. Einerseits traurig, denn Abschied ist immer schwer nach so vielen Jahren, andererseits freue ich mich auf das nächste Kapitel."


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Dann unter hoffentlich günstigeren Umständen, so meint Vettel. Er verweist auf die anhaltende Coronakrise: "Erst einmal hoffe ich, dass wir alle nächstes Jahr eine bessere Saison haben, ein besseres Jahr. Es war aus offensichtlichen Gründen ein hartes, ein ermüdendes Jahr."

"Ich hoffe, man sieht uns nächstes Jahr lachen, wütend und traurig, und dass das eben nicht alles hinter der Maske verschwindet. Das ist mein größter Wunsch für die Zukunft. Und ja, ich beginne ein neues Abenteuer. Darauf freue ich mich schon sehr. Jetzt aber freue ich mich erst einmal darauf, nach Hause zu kommen."

Volle Kraft voraus ins neue "Abenteuer"

Er wolle nun, nach WM-Platz 13, "die Akkus aufladen" nach diesem "anderen, so seltsamen Jahr", betont Vettel. "Ich bin schon sehr gespannt auf das, was als nächstes kommt. Wie das ist, selbst in meinem Alter? Nun, natürlich aufregend! Es ist, als wäre man ein kleiner Junge, der zum ersten Mal in den Spielzeugladen geht."

Während Vettels Medienbetreuerin Britta Röske mitkommt zu Aston Martin, bleibt sein bisheriger Renningenieur Riccardo Adami bei Ferrari. "Auch für ihn startet ein neues Kapitel, gemeinsam mit Carlos [Sainz]. Ich wünsche dem Team und auch Carlos nur das Beste", sagt Vettel.


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Über Leclerc sagt er: "Er wird mir fehlen. Er hat mir hier und dort Kopfzerbrechen bereitet. Wir befinden uns an ganz unterschiedlichen Punkten in unseren Karrieren und im Leben. Er ist ein guter Kerl und kann noch ganz groß rauskommen. Jetzt ist er der Mann der Zukunft. Hoffentlich kriegt er ein Auto, das ihm würdig ist."

Vettels Pläne für 2021

Vettel selbst nennt kein konkretes Ziel für seine erste Saison mit Aston Martin im Jahr 2021, verweist aber auf das Endergebnis in der Konstrukteurswertung 2020, das Racing Point knapp von McLaren geschlagen auf P4 sieht. "Hoffentlich kann ich nächstes Jahr dabei helfen, damit es etwas besser läuft", meint er.

Ob er seinem Formel-1-Auto dann wieder einen Namen gibt? Vettel gibt sich unentschlossen: "Habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Ich habe jetzt ja ein paar Monate Zeit, darüber nachzudenken. Lassen wir uns überraschen."

In jedem Fall freue er sich über die anhaltende Unterstützung aus der Heimat, wo sein Fanklub bereits darüber nachdenkt, den Bus in Aston-Martin-Farben umzudekorieren.

Dazu sagt Vettel: "Vielleicht schicke ich ein paar Liter Farbe hin. Es ist natürlich schön zu wissen, dass eine Gruppe von Leuten mit mir die neue Reise anstrebt. Ob der Bus neu angestrichen wird oder nicht, die Unterstützung zählt wirklich im Herzen, glaube ich."

"Auch wenn wir immer weit weg sind, die Rennen sind ja überall auf der Welt, da ist trotzdem noch ein Teil ganz klar zuhause."

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