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So emotional erlebte Robert Kubica sein Formel-1-Comeback

Nach mehr als sechs Jahren saß Robert Kubica wieder in einem Formel-1-Cockpit und erhält viel Lob von Renault und Ex-Kollegen - Pole hofft auf weitere Testeinsätze

(Motorsport-Total.com) - Am Dienstag saß Robert Kubica erstmals seit seinem schweren Rallye-Unfall 2011 wieder in einem Formel-1-Auto. Auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia drehte der Pole in einem Lotus E20 von 2012 insgesamt 115 Runden. Die Testfahrt weckte bei Kubica, der seine zweite Formel-1-Saison mit Lotus-Renault nach dem Unfall verletzungsbedingt nicht antreten konnte, gemischte Gefühle. Bis heute hat 32-Jährige Probleme mit dem rechten Arm.

Titel-Bild zur News: Robert Kubica

Robert Kubica ist stolz: 115 Runden absolvierte er beim Test in Valencia Zoom

"Für mich war es ein wichtiger Tag, vor allem emotional", sagt Kubica in einem Renault-Statement. "Ich bin stolz darauf, was ich heute erreichen konnte, aber es hat mir auch gezeigt, was ich verloren habe." In der langen Zeit abseits des Paddocks sei er durch einige schwierige Phasen gegangen, habe weiter hart an sich gearbeitet, aber noch vor ein paar Jahren nicht damit gerechnet, dass eine Fahrt in einem Formel-1-Auto für ihn noch einmal möglich wäre.

Nach einem Jahr der Vorbereitung zeigt sich der 32-Jährige mit dem Ergebnis zufrieden: "Ich hatte eine gute Pace und war unter schwierigen Bedingungen konstant." Wie Renault twitterte, habe sich der Pole unter anderem über den Grip, Untersteuern und den Abtrieb beklagt, nach seinen 115 Runden aber dennoch "das größte Lächeln" im Gesicht gehabt. Renault war 2005 das Team, das Kubica bei seinem ersten Formel-1-Test den Schritt in die Königsklasse ermöglichte.

Formel-1-Fahrer gratulieren Kubica zum Mini-Comeback

Er hofft, in naher Zukunft wieder testen zu können. Was die Zukunft genau bringen werde, wisse er allerdings nicht. Renaults Sportdirektor Alan Permane betont gegenüber 'Autosport' "Das war ein einmaliges Event für Robert. Seine Zeit bei Renault fand ein abruptes Ende, dabei hatten wir uns mit ihm eine schöne Zukunft ausgemalt." Beim Valencia-Test mit Sergei Sirotkin habe sich die Gelegenheit ergeben, Kubica zumindest einen Tag zu schenken.


Fotos: Robert Kubica testet Lotus E20


"Das ist unser Weg, zu seiner Genesung beizutragen", sagt Permane und lobt Kubicas Leistung trotz Handicaps: "Es war schwierig für ihn, nach sechs Jahren wieder in ein Formel-1-Auto zu steigen, und dennoch hat er uns eine großartige Performance gezeigt." Für ihn sei es gewesen, als wäre die Zeit zurückgedreht worden, dennoch bemerkte der Sportdirektor auch einige Veränderungen an seinem ehemaligen Formel-1-Piloten.

"Robert hat sich ein wenig verändert. Er ist reifer und war nicht so aufdringlich, als er sich nach jedem Detail über das Set-up des Autos erkundigte. Seine Kommentare und sein Feedback warfen uns jedoch alle in frühere Zeiten zurück", erinnert sich Permane. Nicht nur er kam bei Kubicas kurzem Formel-1-Comeback ins Schwärmen. In den sozialen Netzwerken gratulierten ehemalige und aktuelle Piloten dem Polen.

Fernando Alonso (McLaren) beklatschte den Testpiloten auf Twitter ausgiebig. Mark Webber schrieb: "Die beste Nachricht, die ich in dieser Woche gehört habe." Und Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kwjat begrüßte Kubica zurück "im Büro". In seiner Formel-1-Karriere fuhr Robert Kubica in den Jahren 2006 bis 2010 76 Rennen. Seinen ersten und einzigen Grand-Prix-Sieg feierte er beim Großen Preis von Kanada 2008 mit BMW Sauber. 2014/15 pilotierte er in der WRC einen Ford Fiesta.