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Sirotkin-Deal: Kaltenborn wehrt sich gegen Kritik

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn sieht ein Cockpit für den 17-jährigen Sergei Sirotkin nicht als Grundbedingung für den Deal mit russischen Investoren

(Motorsport-Total.com) - Sauber gilt seit jeher als exzellente Talenteschmiede. Ob Kimi Räikkönen, Felipe Massa oder Sergio Perez - sie alle wurden von Peter Sauber entdeckt. Und sogar Rekord-Weltmeister Michael Schumacher fuhr vor seiner Formel-1-Laufbahn für den Schweizer. Im Fahrerlager rümpften aber trotzdem viele die Nase, als der Rennstall für die kommende Saison die Formel-1-Premiere des bald 18-jährigen Russen Sergei Sirotkin bekanntgab. Und das in der gleichen Pressemitteilung, wo man auch den Einstieg russischer Investoren offiziell machte - Sirotkins Vater ist Leiter eines der einsteigenden Unternehmen.

Monisha Kaltenborn

Sirotkin-Deal: Monisha Kaltenborn warnt vor einem übereilten Urteil Zoom

Saubers Teamchefin Monisha Kaltenborn sieht das geplante Engagement des derzeitigen Renault-World-Series-Piloten in der Tradition von Saubers bisherigen Versuchen, junge Talente an die Formel 1 heranzuführen. "Wir sind uns der Verantwortung bewusst, denn wir waren bereits in ähnlichen Situationen, auch wenn die Fahrer vielleicht nicht so jung waren", sagt die Österreicherin. "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir diese Verantwortung sehr ernst nehmen und wollen unser Bestes geben, um ihn vorzubereiten."

Herausforderung Superlizenz

Die Ausgangslage ist aber ungleich komplizierter als in der Vergangenheit, denn inzwischen sind in der Formel 1 Testfahrten stark begrenzt, Sauber ist eines der wenigen Teams, das keinen Simulator besitzt. Und um überhaupt eine zur Teilnahme an Formel-1-Rennen nötige Superlizenz zu erhalten, müsste der derzeit 17-Jährige in seiner Serie Meister werden - ein äußerst unrealistisches Szenario. Alternative dazu wäre eine Renndistanz in einem alten Formel-1-Boliden 90 Tage vor Einreichung des Lizenzantrags - so könnte man das Testverbot umgehen. Kaltenborn weiß: "Er muss natürlich einige Kriterien erfüllen, und wir wollen ihm dabei helfen."

"Wir wollen ihm nicht schaden." Monisha Kaltenborn

Wichtig sei es aber, ihn nicht zu verheizen: "Wir wollen ihm nicht schaden. Wir werden sehen, wie es läuft." Was aber passiert, wenn die Vorbereitung nicht nach Wunsch verläuft, will Kaltenborn nicht sagen: "Das sind alles Spekulationen - da steigen wir jetzt nicht darauf ein." Zudem will sie nicht bestätigen, dass die finanzielle Unterstützung durch die Investoren davon abhängen wird, ob Sirotkin 2014 im Cockpit sitzen wird - und man somit womöglich dazu verdammt wäre, das Vorhaben zum Abschluss zu bringen.

Was wird aus Gutierrez und Frijns?

"Niemand hat je gesagt, dass der Deal auf den Fahrern basiert", stellt sie klar. "Da muss man vorsichtig sein. Uns ist bewusst, dass wir bislang nicht viel kommuniziert haben, aber man sollte jetzt nicht bestimmte Schlüsse ziehen oder unser Vorhaben vorschnell beurteilen. Es handelt sich um einen langfristigen Vertrag."

"Man sollte jetzt nicht bestimmte Schlüsse ziehen oder unser Vorhaben vorschnell beurteilen." Monisha Kaltenborn

Vor allem beim aktuellen Sauber-Rookie Esteban Gutierrez sorgt die Sirotkin-Bekanntgabe für Ungewissheit. Der Mexikaner hat sich bislang nicht wirklich empfohlen - wie es bei Sauber mit den Telmex-Geldern weitergeht, ist ebenfalls unklar. Einen noch schwierigeren Stand hat allerdings der Niederländer Robin Frijns. Der talentierte Renault-World-Series-Pilot ist beim Schweizer Team Testpilot - da man nun mit Sirotkin plant, darf er sich kaum Hoffnungen auf eine Beförderung machen.

"Er ist derzeit in einer schwierigen Situation", zeigt Kaltenborn Verständnis für Frijns. "Zu diesem Zeitpunkt der Karriere benötigt man wirklich Kilometer und muss Erfahrung sammeln. Daher werden wir uns mit ihm bald zusammensetzen und die Lage besprechen."

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