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"Seltsamer" Kimi Räikkönen: Und plötzlich will er knuddeln...

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wundert sich über spontanes Schweigen und unverhoffte Umarmungen des intellektuellen "Iceman": "Er weiß über alles Bescheid"

(Motorsport-Total.com) - Wenn Kimi Räikkönen - eher gezwungenermaßen als mit Freunde an der Sache - seine Formel-1-Medienrunden abhält, dann bietet sich den Journalisten das immer gleiche Bild. Der "Iceman" nuschelt, schielt auf den Boden und gibt teilweise Antworten, die noch nicht einmal für eine Überschrift ausreichen. Sein neuer Teamchef zeichnet ein anderes Bild des finnischen Stoikers: "Wer Kimi näher kennt, weiß, dass er nicht über belanglose Dinge sprechen muss", meint Maurizio Arrivabene.

Kimi Räikkönen

Räikkönen scheint hinter der Sonnenbrille ungeahnte Seiten zu verstecken Zoom

Als sprudelnden Redner hat er Räikkönen nicht erlebt: "Er sagt nicht wirklich viel, aber immerhin, er redet", so Arrivabene mit einem Augenzwinkern. Konnte er dem Ex-Weltmeister ein paar Worte entlocken, dann offenbarte er ganz neue, unbekannte Seiten. Denn Räikkönens Horizont reicht über Snowmobile und Gorillakostüme, Bars auf Ibiza und die Belustigung der Gäste mit aufblasbaren Delfinen im angeheiterten Zustand hinaus. In ihm schlummert ein kulturinteressierter Mensch.

Arrivabene berichtet: "Wenn man sich ernsthaft mit ihm unterhält, findet man heraus, dass er sich für Kunst interessiert und einen sehr guten Geschmack hat. Er weiß über alles Bescheid." Für eine Überraschung ist Räikkönen immer gut, allerdings sieht die teilweise anders aus als man es von dem schroff wirkenden, tätowierten 35-Jährigen mit angewachsener Sonnenbrille erwartet: "Plötzlich hört er auf zu reden. Es kann auch passieren, dass er dich aus heiterem Himmel umarmt und lächelt", wundert sich Arrivabene.

Das sei zwar etwas seltsam, "aber er ist ein guter Junge und ein guter Fahrer", wenn auch ein "ganz anderer Charakter" als sein neuer Teamkollege und guter Kumpel Sebastian Vettel. Räikkönen genießt aus Sicht Arrivabenes auch deshalb Sonderstatus, weil er der bisher letzte Pilot war, der die Tifosi mit einem Titel beschenkte. "Bei Kimi darf man nicht vergessen, dass er nach Michael (Schumacher; Anm. d. Red.) der einzige Weltmeister für Ferrari war. Das ist eine tolle Kombination."