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Sebastian Vettel kritisiert Präsident von Italien und Formel 1

Dass in Monza eine Kunstflugstaffel im Rahmenprogramm auftreten durfte, weil der italienische Präsident das so gewünscht hat, ärgert Sebastian Vettel

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel legt sich mit dem Präsidenten von Italien, Sergio Mattarella, an. Dabei geht's um die Umwelt. Denn Mattarella soll darauf bestanden haben, dass die Kunstflugstaffel Frecce Tricolori im Rahmenprogramm der Formel 1 in Monza fliegt. Was wiederum Vettel ärgert, der findet, dass man sich solche Aktionen im Sinne der Umweltschutzkampagne der Formel 1 sparen sollte.

Frecce Tricolori

Solche Überflüge sollten laut Sebastian Vettel nicht mehr stattfinden Zoom

Eigentlich hat die Formel 1 Flugeinlagen rund um die Grands Prix längst verboten, doch immer wieder scheint es Ausnahmen zu geben. Beim Grand Prix von Österreich etwa wurde nicht nur gefahren, sondern auch geflogen; und Formel-1-CEO Stefano Domenicali hat sich auch über jenen VW-Bus geärgert, der mit einem Jet-Triebwerk ausgestattet über Start und Ziel donnerte.

Jetzt in Monza flog die Frecce Tricolori zweimal an der Rennstrecke vorbei. Vettel ist sauer: "Ich hoffe, sie hören mit diesen Überflügen endlich auf. Ich habe gehört, dass der Präsident darauf bestanden hat. Er ist ungefähr 100 Jahre alt. Da fällt es ihm wahrscheinlich schwer, solche Egokraulereien sein zu lassen!"

Mattarella ist seit 2015 Präsident der Republik Italien und übrigens nicht 100, sondern 81 Jahre alt. Er schaute auch bei der Formel 1 vorbei, um Pirelli zum 150-jährigen Firmenjubiläum zu gratulieren. Der Reifenhersteller sitzt in Mailand und gilt als einer der Eckpfeile der für das ganze Land wichtigen norditalienischen Industrie.

Vettel findet trotzdem, dass Monza auf dem Kalender "bleiben muss. Es ist eine großartige Strecke mit großartiger Atmosphäre. Aber man hat uns versprochen, dass diese Überflüge nicht mehr stattfinden. Mir scheint, dass die Formel 1 sofort einknickt, wenn der Präsident was will, trotz all der Banden am Streckenrand, die behaupten, dass wir uns dafür einsetzen, die Welt besser zu machen."

Auch sonst hinterließ Monza in Sachen Nachhaltigkeit nicht den besten Eindruck. Beispiel: In der Cafeteria für Journalisten wurden zum Teil Einwegplastikbecher für Getränke verwendet, obwohl Einwegplastik eigentlich der Kampf angesagt wurde; und kam man dort mit einem alten Becher an, um diesen befüllen zu lassen, wurde dieser zwar nicht immer, aber manchmal einfach weggeworfen.

"Die Formel 1 muss aufhören, sich von außen beeinflussen zu lassen", kritisiert Vettel. "Wenn du ein Ziel hast, sollten wir uns nicht verhalten wie die ganzen Länder und es uns leicht machen, indem wir sagen, dass wir es eh nicht erreichen können. Wenn du ein Versprechen abgibst, solltest du es auch einhalten."