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Schulnoten: Hamilton "Senna-esk", aber Verstappen Sieger

Unser Experte Mark Webber staunt über Lewis Hamiltons Qualifying-Runde in Silverstone, die besten Schulnoten bekommt diesmal aber Max Verstappen

(Motorsport-Total.com) - Die User der offiziellen Internetseite der Formel 1 sowie jene von Motorsport-Total.com sind sich diesmal einig: Max Verstappen war beim Grand Prix von Großbritannien 2016 in Silverstone der beste aller 22 Fahrer! Das hat unsere traditionelle Schulnotenvergabe (1 = Sehr gut, 6 = Ungenügend) ergeben, in der wir versuchen, die fahrerischen Leistungen isoliert vom Material und anderen Umständen, die die Piloten nicht selbst beeinflussen können, zu beurteilen.

Dass das nicht immer einfach ist, insbesondere von außen betrachtet, musste diesmal selbst unser bestens vernetzter Experte Mark Webber feststellen. Vor allem bei den Positionen 15 bis 22 des Endergebnisses tat er sich schwer: "Von dieser Gruppe hatten alle einen durchschnittlichen Tag. Keiner hat irgendwas Besonderes geleistet", analysiert er und vergibt für diese Fahrer ausnahmslos Noten zwischen 4 und 5.

"Du kannst nicht sagen, dass sie Schwachköpfe sind, aber du kannst auch nicht sagen, dass sie großartig gefahren sind", sagt Webber. Hinzu kommt, dass diese Fahrer während des Rennens kaum im TV zu sehen sind, was eine wirklich objektive Bewertung ihrer Leistung erschwert: "Das ist so knifflig zu beurteilen, wenn man nicht alle internen Fakten kennt, weil es natürlich mit der Qualität des Autos zusammenhängt."

1 für Verstappen & Hamilton, keine einzige 2

Trotzdem gibt es zwei Fahrer, die in seinen Augen am vergangenen Rennwochenende eine herausragende Leistung erbracht haben und sich daher eine glatte 1 verdienen: Max Verstappen und Lewis Hamilton. Die beiden werden auch von der Redaktion mit einer 1 bewertet, sodass die Lesermeinung (rund 250 abgegebene Bewertungen) letztendlich den Unterschied ausmacht. Und da kommt Verstappen (1,5) besser weg als Hamilton (1,8).

"Sein Qualifying war außergewöhnlich, vor allem die erste Q3-Runde", lobt Webber den Red-Bull-Junior. "Im Rennen hat er zu Beginn viel Zeit hinter Rosberg verloren. Man konnte sehen, dass er schneller war, aber er kam in der Gischt nicht vorbei. Er hat auch den einen oder anderen Fehler gemacht, aber er ist immer aufregend anzuschauen und er hat ein sensationelles Manöver gegen Rosberg gezeigt. Eine außergewöhnliche Fahrt!"

Auch von Hamiltons Vorstellung ist Webber, der gestern die Podium-Interviews führen durfte, begeistert. Dessen Qualifying-Performance sei "Senna-esk" gewesen: "Das war eine der besten Pole-Runden, die ich je von Lewis gesehen habe! Er war eine halbe Sekunde schneller als Rosberg, denn ich weiß, dass er noch eine Runde Benzin an Bord hatte. Man muss also zu dem Vorsprung, den er ohnehin hatte, noch ein bisschen was dazurechnen."

Rosberg im Regen wieder klar unterlegen

Hamiltons Gesamtnote von 1,3 steht einer 2,9 von Nico Rosberg (5.) gegenüber. Der Unterschied zwischen den beiden war - wie schon in Monaco - besonders auf nasser Strecke eklatant: "Nico hat nicht das Vertrauen ins Auto. Was mich übrigens wundert, denn früher war er da nicht so schlecht", analysiert Webber. "Und Lewis ist im Regen außergewöhnlich, besonders in Silverstone. Als Rosberg im Trockenen dann schneller wurde, war es schon gelaufen."

Überraschend: Dank einer großzügigen 2 in der Redaktionsabstimmung schafft Sergio Perez mit der Gesamtnote 2,5 den Sprung auf das Schulnoten-Podium. Interessant auch: Damit ist er neben Verstappen/Hamilton der einzige Fahrer, der von Webber oder Redaktion besser als mit einer 3 benotet wird. Selbst Kimi Räikkönen, diesmal deutlicher Sieger im Ferrari-Duell gegen Sebastian Vettel, kommt nicht über eine 3 hinaus.

Mit der Gesamtnote 2,9 ergibt das den vierten Platz in unserem Ranking. Webber begründet: "Der Ferrari ist nicht konstant genug. Kimi und Sebastian haben damit zu kämpfen, denn das Auto geht nur dann wirklich gut, wenn die Bedingungen im perfekten Fenster sind. Auf einigen Strecken sind sie meilenweit entfernt." Dass Räikkönen nun auch in der Fahrerwertung acht Punkte vor Vettel liege, sei durch Defekte "verzerrt", aber: "Kimi macht sich ganz gut."

Webber verteidigt Landsmann Ricciardo

Daniel Ricciardo musste in Silverstone erstmals sowohl Qualifying als auch Rennen gegen Teamkollege Verstappen verloren geben. "Durch das virtuelle Safety-Car ist er hinter Perez gefallen. Das hat ihn einiges gekostet. Er wäre wahrscheinlich trotzdem Vierter geworden, aber viel näher an Verstappen dran gewesen", nimmt Webber seinen Landsmann in Schutz. Mit der Gesamtnote 3,0 ist Ricciardo Sechstbester bei unserer Zeugnisverteilung.

Böse abgestraft wird diesmal Vettel, nach einem verkorksten Wochenende nur auf Platz 15. Pascal Wehrlein, sonst immer recht wohlwollend benotet, bekommt diesmal die drittschlechteste Bewertung - sein Fahrfehler gleich zu Beginn des Rennens wirkt sich negativ aus. Und Jenson Button wird trotz Sieg gegen Fernando Alonso "nur" Siebter: "Er kann halt nur mit den Waffen kämpfen, die ihm das Team gibt", meint Webber achselzuckend.

Williams-intern schneidet Felipe Massa (9.) deutlich besser ab als Valtteri Bottas (18.). "Felipe hat mit einem katastrophalen Auto unter schwierigen Bedingungen einen guten Job gemacht", findet Webber und ergänzt: "Williams war 2014 und 2015 dank des überlegenen Mercedes-Motors in den Flitterwochen. Das ist jetzt vorbei. Das Auto ist aber auch schwierig ins Fenster zu bringen, es ist zu sensibel. Und es hat einfach generell zu wenig Anpressdruck."

Das ultimative Fahrer-Ranking Silverstone 2016:
01. Max Verstappen, Note 1,2 (Leser 1,5 - Webber 1 - Redaktion 1)
02. Lewis Hamilton, Note 1,3 (Leser 1,8 - Webber 1 - Redaktion 1)
03. Sergio Perez, Note 2,5 (Leser 2,4 - Webber 3 - Redaktion 2)
04. Kimi Räikkönen, Note 2,9 (Leser 2,7 - Webber 3 - Redaktion 3)
05. Nico Rosberg, Note 2,9 (Leser 2,8 - Webber 3 - Redaktion 3)
06. Daniel Ricciardo, Note 3,0 (Leser 2,9 - Webber 3 - Redaktion 3)
07. Jenson Button, Note 3,1 (Leser 3,2 - Webber 3 - Redaktion 3)
08. Carlos Sainz, Note 3,1 (Leser 3,2 - Webber 3 - Redaktion 3)
09. Felipe Massa, Note 3,3 (Leser 3,9 - Webber 3 - Redaktion 3)
10. Nico Hülkenberg, Note 3,3 (Leser 2,9 - Webber 4 - Redaktion 3)
11. Daniil Kwjat, Note 3,6 (Leser 3,8 - Webber 3 - Redaktion 4)
12. Fernando Alonso, Note 3,6 (Leser 2,9 - Webber 4 - Redaktion 4)
13. Felipe Nasr, Note 4,0 (Leser 3,9 - Webber 4 - Redaktion 4)
14. Esteban Gutierrez, Note 4,0 (Leser 4,1 - Webber 4 - Redaktion 4)
15. Sebastian Vettel, Note 4,1 (Leser 4,3 - Webber 4 - Redaktion 4)
16. Kevin Magnussen, Note 4,1 (Leser 4,4 - Webber 4 - Redaktion 4)
17. Romain Grosjean, Note 4,3 (Leser 4,0 - Webber 4 - Redaktion 5)
18. Valtteri Bottas, Note 4,4 (Leser 4,3 - Webber 5 - Redaktion 4)
19. Jolyon Palmer, Note 4,5 (Leser 4,4 - Webber 4 - Redaktion 5)
20. Pascal Wehrlein, Note 4,5 (Leser 4,6 - Webber 4 - Redaktion 5)
21. Marcus Ericsson, Note 4,7 (Leser 4,2 - Webber 5 - Redaktion 5)
22. Rio Haryanto, Note 4,8 (Leser 4,4 - Webber 5 - Redaktion 5)

Und so berechnen wir:
Die durchschnittliche Benotung der Motorsport-Total.com-User, die Benotung durch unseren Experten und die Benotung durch unsere Redaktion werden addiert. Daraus ermitteln wir den Durchschnitt. Aus diesem Durchschnittswert ergibt sich unser ultimatives Fahrer-Ranking. Wir bilden nur eine Kommastelle ab, für die Berechnung ziehen wir aber alle Kommastellen heran. Aus diesen teilweise nicht sichtbaren Kommastellen ergibt sich die Reihenfolge des Rankings zweier Fahrer bei vermeintlichem Benotungs-Gleichstand.

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